Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 30 (27.7.1850)
- Date
- 1850-07-27
- Page
- Spalte 471-472 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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471 Er schrieb seine Kommentare später, zehn oder zwölf Jahre nach dem Lode des Saadja.31 Die Bibel-Kommentare Jeset's, die einzig aus dieser Zeit erhaltenen, liefern uns eine ziemlich große Anzahl von Bemerkungen, welche sich auf Etymologik und Grammatik beziehen und man begegnet hie und da den hebraisch-grammatischen Kunstausdrückcn, die hinlänglich beweisen, daß man damals bereits systematische Arbeiten über gewisse Lheile der hebräischen Grammatik gemacht hatte. Jefet selbst hat über diesen Stoff geschrieben.^ Wir geben hier eine Reihe grammatischer Bemerkungen, gezogen aus Jefet's Kommentaren, welche einiges Licht oiif den Stand der hebräischen Grammatik bei den Juden des zehnten Jahrhunderts werfen werden. Wir setzen zwei Stellen voran, wo Jefet die Grammatiker anführt, und welche deutlich zeigen, daß das Wort Dikduk (pnpl), toi Sinne von Grammatik, um diese Zeit bereits sehr gebräuchlich war und folglich Menachem Jdn Sarük nicht der erste war, der sich dieses Ausdruckes bedient, wie Hr. Dukes angenommen.33 (Fortsetzung folgt.) Kurze Ueberfichte«. 16) Calendario Ebraico per yenli secoii esteso con jinoYO melodü da S. V. Luz.zatto da Trieste professore ne!!' Istitulo Rabbinico di Padua socio correspondeute dcl! I. R. Istilalo Veuelo. bezeichnend. Er führt auch bei dieser Gelegenheit einen Dichter an, genannt Meborach den Natan (pG p "pDD), welcher in einer seiner Elegien (nwp) sang: jmT p rra -ap nroNi : jnu rpm jPsd rap 31) Siehe meinen Kommentar des R. Tanchum rc. p. -104 Anm, 1. Die Stelle aus dem Kommentor zu Exodus (12, 2), welche ich daselbst angegeben, ist allzu eilfertig von Hrn. Barges gelesen worden, welcher den Jefet sagen läßt: so conccnserunt (Rabbanitae) in 249 cyclo se degre. Jefet spricht hier von dem Ueberschuß der neunzehn Sonnenjahren (julianischen), welche den 19jährigen Cykel des rabbinischen Kalenders um eine Stunde und überschreiten und er fügt hinzu: nxon I'N'diQ 'S jJörÜNS -wy IM ■wnD.pyinNi d. h. dergestalt, daß während zwei hundert neun und vierzig Cykeln dieser (Ueberschuß) für sie sich aufgehäuft zu ungefähr 14 Tagen. 32) In seinem Kommentar zu den Klageliedern Jeremia's (1, 14) setzt er das Zeitwort (das er durch ron wiedergiebt, mit der Wurzel IptP bleibrnd, dauernd sein, in Verbindung. " Er erinnert bei dieser Gelegenheitdaß gewisse Buchstaben, und unter andern die Buchstaben s, Dy Sf, tP , sich gegenseitig zuweilen ersetzen und daß man sie rpnN d. h. Buchstaben der Vertauschung nennt, und er setzt noch die Worte hinzu rpriN^V rnn^ rköj; n» ipj NT)DD NDND3 d.sh. ich habe über diese Buchstaben ein besonderes Buch verfaßt. 33) Beiträge zur Geschichte k. 11. S. 12?. 472 Hebräischer Kalender auf zwanzig Zahrhündertc nach einer neuen Methode entwickelt von S. D. Luzzatto aus Triest, Professor des Rabbiner-Instituts zu Padua, korrespondirendes Mitglied des k. k. Venezianischen Instituts. Hr. Luzzatto, von dem die gelehrte Wett lange gewöhnt, vielleicht schon verwöhnt worden ist, stets Gehaltvolles und Gediegenes zu erhalten, liefert uns in diesem kleinen Merkchen (4. p. 11) einen neuen Beweis seines mannigfaltigen Wissens und seiner ausgebreiteten Gelehrsamkeit. Doch ist es nicht blos von dieser Seite, daß sich besagtes Merkchen von so vielen andern auszeichnet und empfiehlt, sondern scheint dasselbe einem sehr fühlbaren und erheblichen Mangel im Gebiete der jüd. Literatur abzuhelfen, und wird es durch seinen praktischen Nutzen und seine fast nicht zu entbehrende Brauchbarkeit gewiß von jedem für die jüd. Wissenschaft sich JiUeressirenden mit Freuden entgegengenommen werden. Die Chronologie ist unstreitig eine der wichtigsten Hilfsquellen nicht blos zum Verständniß alterhümlicher Urkunden, sondern zur Auffassung fast aller dem Alterthum angehörigen menschlichen Bestrebungen. Die Zeit ist das Siegel, das unter seinem geheimnißvollen Gesperre alle Geistesproduktionen des Menschen einschließt, und nur w.cr es zu erbrechen verstehet, gelangt zum Verständniß der darunter aufbewaheten Schätze. Einen Hauptzweig der Chronologie bildet wie bekannt die Kalenderberechnung, worunter wir freilich nicht blos daß mechanische Anferlkgen eines Kalenders und die periodische Eintheilung eines gewissen Zeitraumes, etwa eines oder mehrerer Jahre, in die aus religiöser und bürgerlicher Hinsicht wichtig gewordenen Zeitabschnitte verstehen, sondern es muß derselben ein wissenschaftlicher Boden zu' Grunde liegen und davei das Forschen nach der astronomischen Lage und Stellung, die die Planeten unter sich, vorzüglich aber unsere Erde in Rücksicht der sie umgebenden Himmelskörper, als Sonne und Mond, zu verschiedenen Zeiten einnehmen, als Richtschnur dienen. Wie spärlich aber dieses Fach auf jüd. Boden betrieben worden, ist allgemein bekannt. Im Talmud findet sich trotz des ypm 'b nvu eines Samuel nur Weniges vor, und selbst das Kalenderwesen im eigentlichen Sinne, so unumgänglich norhwendig zur jüdischen Religion wie fast bei keiner andern, ist da ganz schwankend und ungewiß. Am Schlüsse des Talmud wurde jedoch letzteres durch R. Hillel, genannt Hannasi, das zehnte Glied von Hillel dem Aeltern und Großenkel von R. Juda dem H.iligen, fester normirt, ohne jedoch daß etwas Schriftliches von ihm darüber zurückgeblieben wäre, was uns natürlich in der Angabe, wie viel wir ihm von dem heurigen Kalenderwesen zueignen können, ganz ungewiß machen muß. Maimuni, dieser große Mann, der fast keinen Zweig der jüd. Wissenschaft unberührt gelassen, und der mit seinem Forschergeist alle Facher menschlicher Theorien durchging, ist der erste, der die im Talmud und durch die Ueberlieferung aufbewahrten Theoreme derKalenderberechnung gesammelt und ein geregeltes Kalendersystem Kritiken. Hebräischer' Kalender aus zwanzig Jahrhunderte rc.