Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 29 (20.7.1850)
- Date
- 1850-07-20
- Page
- Spalte 457-458 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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458 Studien. Ueber einige populär-moralische Werke 457 sichen. Alle die, die du diese Welt mit der andern wechseln lassest. — 1 Kön. 2, 1—4. V. 18. Drei Dinge sind mir unbegreiflich; auch vier; ich habe keine ,,Kunde" von ihnen. V. 19. Den Weg des Adlers gen Himmel. NB. Da kein anderer Vogel so hoch fliegen kann, von dem er Nutzen oder Nahrung haben könne. Den Weg der Schlange auf dem Felsen. NB. D a wächst ja keine Nahrung, die sie da suchen könne. Den Weg des Schiffes in des Meeres Mitte. NB. Wozu nützt es, daß deine Schiffe Reichthum zu Hanse bringen, wenn er verschwendet wird. Und den Weg eines Mannes bei einem Mädchen. NB Unter -qj versteht er wohl einen verheirateten, den seine Frau im'Orient 'tsnNrzrn'DJ nennt. Vergl. HS. 1, 3 -)DDD ]\v hn^>yi. — V. 20. So (p) ist der Weg eines ehebrecherischen Weibes; sie hat gegessen und wischt sich den Mund und spricht: Ich habe nichts Ungebührliches gethan. NB. d. h. Nicht ist dies aber der Weg eines X?L Du sagtest selbst, daß dieses der Weg eines T h oren sei, Spr. 7, 22: ,,Er folgt ihr jählings, wie ein Stier zur Schlachtbank gebet, und wie in Fesseln, zu seiner Strafe, der Thor — und du willst der Kluge sein. — V. 21. Unter dreien erzittert die Erde, und unter liieren kann sie es nicht aushalten. V. 22. Unter dem Sklaven, so er König wird; und dem Niederträchtigen, wenn er Brot satt hat. V. 23. Unter einer Häßlichen, die zu einen! Manne kommt, und einer Sklavin, die ihre Gebieterin verdrängt. NB. Beispiele von Individuen, die emporkommen, daß sie sich dann nicht mehr kennen, sondern sich groß und klug dünken. Daher der folgende Vers. V. 24. Vier sind die Kleinsten auf Erden, dennoch find sic d u r ch t r i c b e n k l u g. V. 25. Die Ameisen, ein ohnmächtiges Völkchen; doch bereiten sie im Sommer ihre Speise vor. V. 26. Die Kaninchen, ein kraftloses Völkchen; doch setzen sie auf Felsen ihr Haus. V. 27. Keinen König haben die Heuschrecken und ziehen doch alle geschaart aus. — NB. Also blos durch Klugheit und Eintracht. V. 28. Die Spinne kannst du mit Händen fangen, und doch ist sie Ln Königs-Palästen. — NB. Ein häßliches, verächtliches Geschöpf, muß ein König doch in seinem Palast mitunter sehen. Eine Ohnmacht trotzt somit oft einemDespoten. Aber: V. 29. Drei Individuen giebt's, die einen guten Schritt haben, ja vier, die gut gehen. NB. d. h. die zwar rasch vorwärts schreiten, aber doch glücklich durchk'ommen, weil sie den rechten Weg gehen. V. 30. Der Löwe, das stärkste unter den Thieren, der vor Keinem weicht. V. 31. Der Lendenkräftige und der Bock und — ein König, dem sein Volk anhängt, d. h. mit Gegen- Licbe ihm zugethair ist. NB. Das Wort Alkum nehmen wir, mit Gesenms für das arabische Dip^N das Volk. ist der arabische Artikel und cnp Volk, wie im hebräischen was da lebt. — Außer denen, die es mit Adonlja hielten, waren dem Salomo die alten Leviten, die rODDN 'hy2, nicht zngethan. — V. 32. Hast d u schlecht gehandelt, da du erhoben wurdest — auf den Thron hast du Pläne entworfen — dann thue d i e Hand auf den Mund.* V. 33. Denn Druck der Milch giebt Butter, und Druck der Nase giebt Blut, und Druck des Zorns ■— giebt Streit. — NB. Siehe l Kön. 1, 11 bis zu Ende des Kapitels. Wir glauben nun, daß diese Polemik — in wie fern cs uns gelungen ist, dieses Kapitel richtig zu erklären — ein Beleg mit dazu ist, daß Asaf der erste Sammler der Psalmen Davids gewesen ist. — Ueber einige populär - moralische Werke der spatern hebräischen Literatur. Bon Leopold Dukes. (Fortsetzung.) Dieses Werk »st, wie wir früher bemerkten, aus arabischen Schriftstellern entnommen. Man findet hie und da eine Stelle aus dem neuen Testament und aus dem Koran ') Mehrere -alte Interpreten haben schon PID'W?" und Stiel we-ukal als auf Salomo gedeutet. Ein Lehrer, Ilgur, kann aber nicht als „Sittenspruch" sagen, daß man damit schweigen solle, wenn man aus Uebermuth schlecht gehandelt hat. — Dieser Raih wäre kein Sittcnspruchz sondern reden, d. h. den Fehler gestehen und es wieder suchen gut zu machen iTHD". 8) Es ist dies die Stelle ^v^nn ’Od'? □O’ODn 73'i^n welche sich im n£Onn befindet. Diese Stelle wurde oft von jüdischen Gelehrten benutzt. So von einem unbekannten jüdischen Dichter, dessen Vers Moses ben Esra (Hunt. 599. S. 114). Der Vers lautet: ' nenon nnbwa nnriNi! D’J’JD [inDsm] irraDa