Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 28 (13.7.1850)
- Date
- 1850-07-13
- Page
- Spalte 443-444 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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443 angeführt werden, berufen sich bereits auf das Ansehen einer Reihe noch älterer Ausleger, und man wird hier weiter sehen, daß sie ausdrücklich die Grammatiker anführen. Die großen Schrift-Kommentare der Karäer dieser Zeit, vornehmlich der Sacherklärung, der Erörterung über Glaubenssätze, Satzungen, religiöse Hebungen und der theologischen Polemik gewidmet, faßt in sich auch eine bedeutende Anzahl grammatischer Bemerkungen, und die Beispiele, welche wir daraus anführen, werden wohl genügen, einen Maßstab für die Fortschritte abzugeben, welche die Karäer bis dahin im -Studium der Grammatik gemacht. Die berühmtesten Schciftausleger, nämlich die wir am Häufigsten in den jüngern Schriften angeführt finden, sind Saht ben Mazliach,^ Jeschu^a beu Jchuda* und Leset den '2Ui,6 alle drei beinahe Zeitgenossen des Gaon Saadja. Sahl, beigenamt Abu'l-Sari' oder Abu -Sari,* wird sehr häufig von dem Karäer Ahron b. Josef in seinem Kommentar über den Pentateuch, genannt Mibchar angeführt. Jbn Esra begegnet ihm sehr rauh bei Erklärung einer Stelle im Exodus.9 Wir haben übrigens nur sehr wenige Nachrichten über diesen Schriftsteller. Mose S3af<^iatfc^i10 in seinem Werke Matte El oh im" legt ihm einen Kommentar zum Pentateuch bei512 aber Jakob ben R'uben in seinem Sefer Ha--Dscher" citirt auch Dessen Kom- 4) N'Vllv p bno. b) iTOT p nyw\ 6) 'bü nD\ 7) UN. Siche die Stelle des Buches Eschkal ha- Kofer, angeführt von dem Karäer Mardechai b. Nissan aus Krasno-Ostro, in seinem Dod Mardechai (in Wolfs Notia Karaeorum p. 189) cd. Wien (1830, 4) p 14 a, wo er heißt ^run (der große Lehrer) und ud^n Un jnun jran (bet beigenannt ist Abu'l-Sari, der Jmam>.* *) In unserer gedruckten Ausgabe des Eschkol Ha-Kofer (sä. Kosloff, 1836, f.) steht dies p. 98 b. 8) nt^UN. 9) I» Jbn Esra's Kommentar zu Exod. 13, 13 stehen die Worte: itnju siron ins-pi wuo u ’ntsn3N ion *piy ntyp "inon nw un idin dd idinhi vip. Sn unseren Ausgaben steht freilich für nc^DN schon DHQ1N, allein in den Handschriften steht ausdrücklich der Name. * *) Auch in dem kürzeren Kommentar (Prag, 184V 8) S. 29 steht nur allein man merkt gleich, daß ein kar. Lehrer gemeint ist, da die Erklärung derjenigen der nin ’p'ifiyD gegenüber gestellt ist. lv) Muß eigentlich Beschiatschi ausgesprochen werden, was sprachlich und durch die Schreibung erfordert wird. D. Uebers. 11) D’.iVn HDD. 12) S. Notitia Karaeorum p. 117 Linie 5; für 3-)^ stkhr in der HS. des Werkes (AF. bobr. n. 61 'isn-r (für non#). 13) Auszüglich ist dieses Werk, namentlich zu den letzten Propheten und Hagiographen in des Ahron b. Joses abgedr.: Kosloff, 1335, f. D. Uebers. 444 mentar über Daniel, und es ist wahrscheinlich, daß er auch andere Bücher der Schrift kommentirr. Aus dem Mibchar Ahron's zu Levilicus (15, 25) ergiebt sich, daß Jefet die von Sahl in Betreff des Blutflusses, von dem in diesem Verse gesprochen wird, ausgesprochene Ansicht widerlegte, und folgerichtig muß demnach Sahl vor Jefet geschrieben haben. Der im Mibchar erwähnte Streit befindet sich in der That im Kommentare des Jefet, der, ohne Sahl namentlich zu nennen, ihn klar mit den Worten Einer unserer Freunde bezeichnet." (Fortsetzung folgt.) Literatur- und kulturhistorische Miscellen von Leopold Dukes. Einige Grabschriften. Grabschriften sind in vielfacher Beziehung ein wichtiger Beitrag zur Kulturgeschichte. Wenn diese Grabschriften auf berühmte Männer sind und von berühmten Männern herrühren, so sind sie als sehr wichtige Dokumente zu betrachten. Die jrü] \nN, welche Luzzatto herausgegeben hat, wiegen viele Bände auf. Sie enthalten das Innerste der Geschichte. Grabschriften von Unbekannten auf Unbekannte, sind wenn sie gut sind, interessant. Die Individualität gehet zwar verloren, und die Personen treten als Begriffe in ihrer Abstraktheit auf. Aber ein geistreicher Gedanke trägt sich selbst. Grabschriften haben oft den Fehler, des Lobes zu viel zu enthalten und oft gewöhnliche Menschen zu idealisiren. Schon eine italienische sprichwörtliche Redensart hat dies etwas derb ausgesprochen. „Tu sei — sagt dasselbe — piu bugianlo <l’un epitaffio“ (Du lügst mehr als eine Grabschrift).* Folgende Geabschriften, welche wir hier mittheilen, sind nicht uninteressant und dürften unfern Lesern nicht unwillkommen sein, obwohl es keine Meisterwerke sind. Folgende anonyme Grabschrift, welche kurz und geistreich ist, befindet sich in der bereits öfter erwähnten Handschrift 14) Nachdem er den Vers erklärt batte fährt Jefet also fort: (LcXl! Lo iXstiy Ix Löjf xJI LüIä.^ö( Ä-Jf (d. h. und nachdem wir gesagt, welches die Meinung ist, welcher unter allen wir uns zuneigen, so wollen wir nun die eines unserer Freunde mittheilen). Es folgt dann diejenige Ansicht, welche der Mibchar dem Sabl beigelegt und er widerlegt ihn mit demselben Ausdrucke, wie in dem angeführten Kommentar, Es ist also unrichtig, wenn Mose Beschiatschi in seiner Ueberlieferungskette den Ahu-Sari zum Nachfolger des Jefet macht. 4) Thomaso Buoni proverbi italiani. LH. 11. S. 58. Studien. Abhandlung über Jona Jbn Ganach.