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Der Orient · 1850-07-13 · 28 (13.7.1850) · p. Spalte 441-442

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
28 (13.7.1850)
Date
1850-07-13
Page
Spalte 441-442 (sequence 5)
Language
German
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441 442 Studien. Abhandlung über Jona Jbn Gansch. Nachricht über . Abu'l-Wali d Sherman I b n G'anach und über einige hebräisch e gra m m a t i s ch e Schrift st e l- Icr des zehnten und elften Jahrhunderts. Acbst der Einleitung des K i t a b el - Luma von Jbn danach, arabisch revon S. Munk. Aus dem Französischen in dem Journal Asialique (April 1850) in's Deutsche übersetzt von Jul. Fürst. Dcr spanische Arzt Rabbi Jona, oder wie er sich arabisch nennt Abul-WalidMerwan Jbn-G'anach, ist dcr erste weicher es unternommen hatte, ein vollständiges und systematisches Werk auszuarbeiten, das nach einem wahrhaft wissenschaftlicher Gesichtspunkte die gesammten Regeln der hebräischen Sprache, und in zweiter Stelle ein vollständiges Wörterbuch über die Schrift, darbietct. Angeregt durch die einzelnen Arbeiten des A b u - S akarij j a Chajjug, der zuerst von dcr Natur der Wurzeln in der hebräischen Sprache einen richtigen Begriff gegeben, wußte Jbn danach sich mit einem Zuge in die vorderste Reihe bei einer solchen Wissenschaft zn stellen, von welcher er in mancher Weise als der Schöpfer gilt. Nach dem Standpunkte der arabischen Grammatiker, die ihm zum Muster gedient, ist sein Werk ern wahres Meisterstück und nur von der strengen und kritischen Methode der Modernen ist es übertroffen worden. Das große Werk Jbn 6/anüch's, welches zwar unveröffentlicht geblieben, aber doch die Quelle war, aus der in der Folge alle Grammatiker und Lexikographen, vorzüglich der berühmte David Kimchi geschöpft, ist mit einer Einleitung bcvorwortet, in welcher der Verfasser, die Notwendigkeit des im allgemeinen von seinen Zeitgenossen sehr vernachlässigten grammatischen Studiums darlegend, nachzuweisen sucht, daß schon die Vers, des Talmud bis auf einem gewissen Punkt die Nützlichkeit dieser Studien gewürdigt, daß die Geonim darin ansehnliche Fortschritte gemacht, und bei dieser Gelegenheit spricht er von den allgemeinen Grundsätzen dieser Studien, vorzüglich von den Hilfsmitteln, welche die arabische Sprache zum Verstandniß gewisser hebräischer Wörter oder mancher schweren und seltenen Wortsormen, denen man in der Schrift und in der Mischna begegnet, zu bieten geeignet ist.1 Dieses Stück (eines Werkes)," das ich zu Oxford vor mehreren Jahren 1) Je da ja Penini in seinem apologetischen Schreiben (Ketab ha-Httnazlul), welches er an R. Abraham* den Aderet zur Verteidigung der philosophischen Studien gesandt, gedenkt unter andern bemerkenswerten Schriften auch dieser Einleitung Jbn Gtnach's, von der er sich ausdrückt: iDDn npn n^nm wn dj pnpion nwj p n:r ibaN Darren D'znoonpn nopTi lim N'om yaion p np:? p d:i nspi p-inn imPm DDltf D'DODD D-piDDH \ü 0^*0 ü'21 D^HD. nDD ■Wiob.. *) Soll wohl heißen Salomo bar Abraham. Uebers. abgeschrieben habe, schien mir in mehr als einer Hinsicht der Veröffentlichung werth; die Hebraisten und die Freunde des arabisch-rabbinischen Schristenthumö werden mir Dank wissen, daß ich ihnen dieses Muster von den Arbeiten eines Schriftstellers biete, der in der jüdischen Literatur einer großen Berühmtheit sich erfreut, dessen Schriften jedoch niemals veröffentlicht und sogar von außerordentlicher Seltenheit sind. Um besser das Verdienst und die Wichtigkeit seiner Arbeiten würdigen zu können, haben wir verpflichtet zu sein geglaubt, einen Blick auf den Gang dcr grammatischen Studien bei den Juden bis gegen die Mitte des 11. Jahrhunderts, in welchem unser Verfasser blühtte, werfen zu müssen. Im dritten Jahrhundert der Hegta, unter dem unbestreitbaren Einflüsse der Gesittung der Araber, deren Sprache damals sich mehr und mehr unter den Juden auszubreiten und in ihren Schriften den bis dahin gebrauchten aramäischen Dialekt zu ersetzen begann, erblüheten wahrscheinlich zuerst die grammatischen Studien in den jüdischen Schulen. Die Überlieferung der Schulen und eine gewisse von Jahrhundert zu Jahrhundert durch Vorleser in den Synagogen fortgepflanzte Fertigkeit haben allein eine Anleitung denjenigen Gelehrten, wer sie auch gewesen sein mögen, gegeben, die durch Erfindung der Vokalpunkte mit einer so wunderbaren Bestimmtheit all die kleinsten Abstufungen der überlieferten Lesung des heiligen Textes bestimmt haben. Diese merkwürdige ohne Zweifel erst zu Anfang des sechsten Jahrhunderts d. g. Z. erstandene Arbeit und die später eine so mächtige Stütze der hebräischen Grammatiker geworden, hatte wahrscheinlich das syrische Vokalsystem, mit welchem das hebräische mehrere Aehnlichkeitsverhältnisse darbittet, zum Muster gehabt, dieses jedoch durch die Kleinlichkeit im Einzelnen dann überragt. Als ersten Grammatiker im wahren Sinne des Wortes nennt man gewöhnlich den Gaon Saadja el-Fajjümi (st. 942); allein wenn es auch wahr ist, daß Jbn Esra und andere rabbinitische Schriftsteller den berühmrrn Saadja an die Spitze der hebräischen Grammatiker setzen, so ist es doch nicht minder gewiß, daß schon vor ihm die hebräische Grammatik mit einigem Erfolg durch Lehrer der Karäer, die bekanntlich um 750 n. Ehr. entstanden, angebaut wurde. Um ihre Lehren gegen die Rabbaniten oder Talmudisten zu unterstützen und sich der Macht gewisser überlieferten Auslegungen zu entziehen, mußten die Karäer sich auf gut Glück einer rationalen Zergliederung der Schrifttexte hingeben, für welche die Untersuchung über die Regeln der hebräischen Sprache eine unerläßliche Sache war. Die karäischen Schriftausleger des zehnten Jahrhunderts, deren berühmtester selbst von rabbanitischen Schriftstellern und vorzüglich, von Jbn Esra 2) Die erwähnte Einleitung. 3) Siehe das gelehrte Werk von S. D. Luzzatto, betitelt: Prolegomini ad una grammatiea ragionata della lingua ebyaica (.Padua, 1836, 8; p. 11 und 26.

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