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Der Orient · 1850-07-13 · 28 (13.7.1850) · p. Spalte 437-438

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
28 (13.7.1850)
Date
1850-07-13
Page
Spalte 437-438 (sequence 3)
Language
German
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437 Studien. lieber einige populär-moralische Werke. 438 selben entfernt. Manche Quelle hat uns zu Gebote gestanden, die nicht allgemein bekannt ist. Die nerrhebräische Literatur besitzt auch eine große Menge von erzählenden Werken, die theils in schlichter Prosa, theils in edlerer Form oft metrisch oder in gereimter geistreicher Prosa, wie es bei den Orientalen üblich ist, abgefaßt sind. Manche dieser Erzählungen, die ältesten, sind, im Talmud zerstreuet, schließen sich der Bibel an. Dahin gehört z. B. der nrD'in mttfy tsrriD. Zu den späteren Sammlungen die aus demTalmud entnommen sind, gehört das sogenannte HD1 TOn ■nytöP'nö von einem gewissen R. Nissim. Sie sind in der gewöhnlichen talmudischen Sprache geschrieben, ohne alle Eleganz. 2n der maurisch-spanischen Periode übersetzten die gelehrten, des Arabischen kundigen Israeliten die verschiedensten Werke aus dem Arabischen. Bon mehren derselben ist das arabische Original bereits verloren und das Hebräische ist als Original zu betrachten. So z. B. das -pUHi ^DD JD. welches eine Sammlung von höchst geistreichen Erzählungen ist. Die hebräische Literatur besitzt auch interessante allegorische Erzählungen, so z. B. das -iBnym HEOnn norfto des Iehuda den Sabbatai Ha-Lewi, dem Zeitgenosfeti des Iehuda Alcharisk u. a. m. Aus einer spatecn Periode gehört das ns^D (auch “idk 'bu/O genannt) hierher. Es ist hier nicht der Ort über die jüdische Erzählungsliteratur zu sprechen. Es wird dies für die zweite Hälfte dieses Artikels bestimmt. Wir beabsichtigen hwr blos über die Sentenzensammlungen der neuhebräischen Literatur zu sprechen. Wie durch alle Zweige derselben, tritt auch hier der Unterschied zwischen t a l m u d i s ch und maurisch arabisch sehr bemerkllch ausgeprägt hervor. In der Form der Anschauung und des Ausdruckes liegt der Unterschied der Bildung dieser zwei Perioden Ein philosophischer Geschichtschreiber der hebräischen Kulturgeschichte muß hierauf allenthalben Rücksicht nehmen. Die Verschmelzung der talmudischen Ideen mit maurisch-spanischen Anschauungen macht das Charakteristische der letztgenannten Periode aus. Wenn Jost in seinem schätzbaren Werke über die jüdische Geschichte nicht immer die gebührende Rücksicht darauf genommen hat, so ist dies durchaus nicht zu verdenken. Als derselbe — dies muß man immer im Auge behalten — seine Geschichte zu schreiben begonnen hatte, war diese Idee noch nicht so klar hervorgetreten, als sie es jetzt ist, auch fehlten viele Hilfsmittel dazu. Eine zweite Ausgabe dieses Werkes wird gewiß die Sache in ein klareres Licht setzen. Als kleiner Beitrag zur jüdischen Kulturgeschichte wollen diese Zeilen dem Leser sichpräsenLiren. Mögen sie dieselben wohlwollend aufnehmen. Die ältesten nachbiblischen Sentenzensammlungen sind im Talmud zerstreuet. Es giebt auch einzelne Sammlungen ethischen Inhalts. Dahin gehören die Abot und ähnliche andere die wir in der Einleitung zu unserer Blumenlese erwähnt haben.' Schon in sehr früher Zeit, doch können wir dieselbe nicht genau angeben, hat man aus dem Talmud verschiedene Sammlungen gemacht, dazu gehört das unter dem Namen nn'Jn oder Lmpn O'm H&yyD bekannte Merkchen , welches öfter gedruckt ist- und wovon sich auch alte Handschriften finden, z. B. in nDn “ntnQ, Der Verfasser von Machasor Vitry nennt es aber nicht unrerdiesem Namen.3 So auch die Sammlung, welche unter dem Namen . ^rnD D’Piyb sich auf der Bodleianischen Bibliothek befindet. Die ältesten Sammlungen dieser Art nach der talmudischeu Periode wurden in maurisch-spanischen Ländern gemacht. Die Araber hatlen sehr schätzbare Sammlungen dieser Art, theils Uebersetzungen aus dem Griechischen, theils Originalgedanken ihrer philosophischen Denker. In dem Buche K alila we-Dimno findet man eine große Fülle von schönen Sprüchen. Dieses Werk wurde von jüdischen Gelehrten sehr geschätzt. (Vergl. unsere Blumenlese S. 7. Noce 1. S. 264. No. I.) Die jüdischen Moralisten liebten es, eine Menge von Sprüchen in ihrer, Werken einzustreuen, und diese Sentenzen sind nicht der kleinste Schmuck ihrer Werke. So z. B. Bachja in seinen nmbn mmn Mose ben Esra in seinem nJiny. 4 1) Hier wollen wir nur gelegentlich bemerken, daß in den alten Werken der sechste Abschnitt der Abot min }\Jp heiße. So z. B. bei Salomo ben Natan in seinem Buche genannt VJD auf der B o d l e y a n i sch e n Bibliothek (Nr. 298 bei Uro). Wir bemerken hier gelegentlich, daß die unter dem Titel Principe de morale des Juifs in Diderot s Kncyclopädie methodique (Art. J u i f) gegebenen Stellen nur Uebersetzungen aus dem Traktat Abot sind. Dev Traktat Abot ist französisch übersetzt unter den Titel: Les senteners et proverbrs des aneiens rabbins. Paris, 1629. Dieselbe Sammlung auch italienisch: Sentenze i parabole d* i rabbini. Tradotte dal’liilipo d’Aquina. Paris, l629. Ob das nNO ÖD des R. 92a tan auch ethische Sprüche enthalten har, wissen wir nicht. Es wird von Jakob ben S i m s o n in seinem ^ip^n "0D ^welches eigentlich muyn TD heißt) auf der Oppenh. Bidl. Nr. 317 Ms., angeführt, und von Josef Kara in seinem Kommentar zu Jakob den Simsen führt dasselbe an unter der Benennung nno DO OJTO. 2) In den verschiedenen Ausgaben des □ Hz, auch Venedig 304i8544) mit dem joo p und andern Werken zufammengedruckt. 3) Derselbe nennt es Nnp'DD. Er sagt mrD 'NttM '■» Dn:n '~i on:n '.i bw mo o m Nnpvdd3 'ui ros1? »npn wm ms onm. 4) In der Orforder Handschrift ^Nr. 365 bei Ure). Wir heben folgende Sätze aus. oy botyon nmon idd3 nira nswj itysa ay b'Doni nnuDD tay otn mr nyu’D itraJ -in« rjNi : (d'V to p>i) ^ru -lysa icy oin ’jdi nnupa nnnj nn’tjn o iy-,; -ton D'typun D’TD.nn jp nvj o nmcynn ’rfot jitoi rwrii am dw n1? mynNorvi ,(3"y?i tO idpd npyn 28*

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