Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 27 (6.7.1850)
- Date
- 1850-07-06
- Page
- Spalte 419-420 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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419 420 Kritiken. Goldenchal. Reuschle. Ben-Rabbi. tungen oder in Wortttnb Wurzelbildungen. Auch viel blos Arabisches, das dann hebräisirt wurde, findet sich in demselben. Mit Recht weist Hr G. klar nach, daß die Kunde des spätern scholastisch-philosophischen Arabisch zum Verständm'ß der Sprache dieser Literatur unentbehrlich ist, oder daß man oft sich dasselbe Wort arabisch geschrieben denken muß, um es in seinem Zlisammenhange richtig zu würdigen, wofür Beispiele angeführt werden. In Bezug auf die Vorarbeiten ist Hr. G. sehr kurz, was wir tadeln müssen; denn gerade weil auf diesem Gebiete noch nichts Geeignetes geschehen, ist es Pflicht, dag Vereinzelte und Lersplitterte zur Belehrung zusammenzustellen. Ich erlaube mir hier beispielsweise die neuesten dahingehorigen Aufsätze zusammenstellen: Leop. Duke s: Rccension der Schayer'schen Uebersetzung des More (Ff. ö. M. 1839, 8) m d. L. Lit. Ueberfichren. A. A. d. Idths. 1840 zu Nr. 11. Fr. Delitzsch: Prüfung einiger v. Leop. Dukes zu Sim. Scheyer's Uebersetzung des More gemachten Bemerkungen. LB. d. Or. 1840. Nr. 14. S. Scheyer: Bemerkungen über den Aufsatz von F. D. (wo die Wörter , mnwn , TITO , 3iDp , “löp , D^nn , pDtt , noun und sonst eine Anzahl Neuhebraismen mit arabischen Bedeutungen). Annalen 184 L Nr. 22.23. Mor. Steinschneider, Charakteristik des wissenschaftlichen Hebräismus (Verhältniß des Lexikographischen zum Grammatischen, insbesondere zur Formenlehre. Aramäische Wurzeln. Arabische Formen. Arabisirende. Ideenverbindung. Hebr.-arabische Formen. Einfluß sonstiger Sprachen): .LB. d. Or. 1842, Nr. 12 flg. Forts. (Etymologie. Departikulativ. Flexionsformen rc.) Nr. 43 flg. Ueber das Wörterbuch selbst, wo hier aus jedem Buchstaben eine Anzcrhl als Probe gewählt find, kann ich hier weiter nicht eingehen; es ist aber durchgehends deutlich, gefällig und mit Sachkenntniß gearbeitet. Auch die prächtige höchst glänzende Ausstattung verdient unseren Dank. 12) Bericht über das Buch „Akeda von R. Isaak Arama", neu aufgelegt und mit Anmerkungen versehen von Rabbiner Chajlm Potlak; so wie über die von Dr. I. Kämpf deutsch bearbeiteten zwei ersten Makamen aus dein Buche „Tachkemoni des R. Jehuda Alcharisi." Bon Prof. Dr. Goldenthal rc. (Aus dem Jänner-Hefte des Jahrganges 1860 der Sitzungsberichte der philes. histor. Klasse der kais. Akademie der Wissen schuften besonders abgedruckt). Wien, 1850, 8. (S. 8.) Als korcesp. Mitglied der kais. Akademie hat Hr. Prof. G. die Aufgabe, von Zeit zu Zeit der Akademie Berichte und Arbeiten vorzulegen und er thut dies zur Ehre der jüdischen Literatur. Vorliegender Bericht ist mit Wärme und Schwung, mit übersichtlicher Klarheit und großer Kenntniß geschrieben, wenn gleich gelehrter Ballast sorgfältig vermieden ist und es freuet uns, daß der Hr. Verf. sich fort und fort eine gewisse Frische gewahrt. Geschmackvoll werden hier Arama und Alcharisi in ihrer Bedeutung für das Judenthuin und dessen Wissenschaft zusammengestellt, über die Verdienste der neuen Ausgabe des Akeda, über den Werth der Pollak'schen Zusätze, über die Ka'mpf'sche Uebersetzung gesprochen und manche Berichtigung geboten. Daß der Namen Alcharisi, von Charus, als apell. Reimkünstler, oder als aus nnnpN korrumpirt, entstanden sein soll , sollte füglich gar nicht mehr behauptet werden, da dieser Name bei Autoren des 13. Jahrhunderts vielfach vorkommt. Charisi's Uebersetzung des More ist nun nicht verloren, sie befindet sich in Paris auf der Bibliothek.^ Noch jeiiie Biographie Cbarisi's. /&&&$% & tw /«M 13) K o s 111 o s s i"i x S ch u s e n und Lai e n. Gemein-' fasslicher Abriß der physischen Weltbcschreibung nach Alexander von Humboldt's Gesichtspunkten; den Dr. K. G. Reuschle, Prof, der Mathematik und Geographie 1. Thl. (1—2 Buch, der Himmel.) Stuttgart, 1848, 8. Halberg'sche Berlagshandluug. 14) D i e Lehre von der B e s ch n e i d u n g der Israeliten, tu ihrer mosaischen Reinheit dargcstellt und cntwickeltvon Ben-Rabbi. Stuttgart, 1844, 8. Halberg'sche Verlagshandlung. Angezeigt von N. I. AVunderbav. Das Naturgemälde im ersten Theile von Hlrmboldt's „Kosmos", welches jüngst bereits auch in jüdischen Zeitschriften besprochen wurde, umfaßt einen Inbegriff von Kenntnissen, welche einen wesentlichen Bestandtheil der allgemeinen Bildung ausmachen und insofern von allgemeinstem Anklange sind. Es enthält nämlich die Quintessenz der eigentlichen Naturwissenschaften, aber nicht sowohl encyklopa'disch zusammengestellt, um kurze Abrisse der einzelnen Zweige zu geben, vielmehr organisch vereinigt, um eine umfassende Weltanschauung nach dem jetzigen Real-Standpunkte in dem Leser zu erwecken. Darin liegt die ungemeine Popularität des Kosmos d e m Inhalte nach. — Dieser Inbegriff von Kenntnissen unter diesem Gesichtspunkte soll in den Besitz jedes Gebildeten gelangen, soll an Hetzern Lehranstalten die Grundlage alles weitern Studiums der Naturwissenschaften werden. Allein nicht so populär und zum Unterrichte geeignet ist die Form, in wAcher der große Mann uns den Schatz dieser Kenntnisse bietet. Er setzt eigentlich die Bekanntschaft mit denselben bereits voraus in einer Art, welche selbst einem Leser, dcr nicht ganz Laie ist, große Schwierigkeiten macht und ihn, das Bedürfniß eines kurzgefaßten Schlüssels nahe legt. — In dem hier rubricirten Buche Nr. 13 sucht der Verfasser dieses populären Kosmos diesem Bedürfniß zu entsprechen. Auch die Kosmologie der Bibel hat derselbe einigermaßen zu berücksichtigen gewußt, was bekanntlich Humboldt nicht gethan hat. — Von dem Büchlein Nr. 14, waches uns erst jetzt zu Gesicht gekommen ist, haben wir nur sehr wenig oder gar Nichts zu sagen, da dasselbe einerseits keine Novität mehr ist, andererseits aber auch nichts mehr enthält, als was ge-