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Der Orient · 1850-07-06 · 27 (6.7.1850) · p. Spalte 417-418

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
27 (6.7.1850)
Date
1850-07-06
Page
Spalte 417-418 (sequence 1)
Language
German
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Meraturblatt des Orients. Berichte, Studie« und Kritiken E-s'-m.....M* für jüdische Geschichte «nd Literatur. •«*851 ''W\ ■Ar 27. Leipzig, den 6. Juli 185«. Inhalt. Kritiken. Kurze Uebersi'chten Pros. Goldenthals Grundzüge zu einem rabb.-philos. Wörterbuch. Bericht über zwei neue Werke von demselben. Rngezeigt von I. Fürst. Kosmos für Schulen. Eine Schrift von Ben-Rabbi. Angez. v. Wunderbar. — Studien, literarische Analekten Abraham b. Chijja. Eine Skizze von §. Fürst. Lexikalische Beiträge von I. Böhmer. — Kulturhistorische Miscellen von L. Dukes. — Literarische Miscellen von I. Fürst. — Ankündigungen. Kurze Ueberfichte«. 11) Grundzüge und Beiträge zu einem sprachvergleichenden rabbiltisch-philcsophischen Wörtcrbuche. Von Prof. Dr. I. Golden that re. (Ans dem 1. Bande der Denkschriften der philosophisch-historischen Klasse der kaiserl. Akademie der Wissenschaften besonders abgedruckt). Wien, 1849, f. (S.37.) In einer ausführlicheren Einleitung; spricht Hr. G. über die Sprache im Allgemeinen, deren Natur und Entfaltung, über L e i b n i tz und David Friedländer mit ihren irrtümlichen oder wahren Ansichten, über das Allgemeine in den Sprachen, über die Theorie der Sprachvergleichung in der Neuzeit n., und kommt endlich auf die neu hebräische oder rabbimsch-ph ilosophische Sprache der Juden zu sprechen, in Bezug auf ihr arabisches Vorbild, d. h. auf diejenige Neubildung des Hebräischen, welche in den wiffenschasilichen, vorzüglich philosophischen Werken aus der spanisch-maurischen Periode, als organische Gestaltung fest und begründet allgemein angenommen wurde. Ueber den Namen „neuhebräisch", den Res. seit 1830 zuerst der nachbiblischen Fortbildung des Hebräischen gegeben, und womit die tausendfältigen und vielgestalteten Formen uad Neubildungen des Hebräismus in der nachbiblischen Literatur bezeichnet ist, meint Hr. G., daß dieser Ausdruck nicht ganz richtig sei, ohne jedoch irgend einen Grund für seine oppositionelle Ansicht anzugeben. Wir müssen bei der richtig erkannten Benennung beharren, indem wir auch das zurückweisen, als solle derTalmud allem Ausgangspunkt desselben sein, und der Verf. fühlt selbst, daß das nachbiblische Schriftenthum mit dem mittelalterlichen Lateinischen auch sprachlich nicht zu vergleichen ist. Die Sprache des Ben-Sira, des Buches der Ehaschmonäer (Makkabäer), die zahlreichen zum Theil sehr poetischen Haggada's, die schon früh in eigenen Werken gesammelt waren, die Volkslieder, die religiöse Poesie derAnsche Keneset ha-Gedola, die Hymnaricn der Effäer, die Urevangelien der Ebionilen und Nazaräer, endlich die Mischna, die Tosifta, Mechilta, Sifre, Sifra, die alten Midraschim rc. bilden den Ausgangspunkt, und die Sprache dieser Werke kann kaum anders als neuhebräisch bezeichnet werden. Die wissenschaftliche Sprachforsung des Neuhebräischen, abgesehen davon daß sie entweder grammatisch oder lexikalisch oder endlich styliftisch ausgeführt sein kann, zerfällt nach der Natur des Neuhebra'ismus noch in die besonderen Facher der Wissenschaften, welche die neuhebräifche Literatur behandeln. Die Bildungen in der populären Literatur (religiöse Poesie, Gnomik, Sage und Legende, weltliche Poesie, Geschichte) sind anders als in dem nomokanonischen Schriftenthurne (Mischna, Larajta) und wieder anders in der philosophischen, astronomisch-mathematischen, medicinischen Literarur, und jede Lileraturdisciplin bedarf eigentlich einer besonvern Behandlung. Hr. G. har den philosophischen Theit des Neuhebräischen, „wie er mit den philosophischen Bestrebungen der mauritanischen Juden seinen Anfang genommen," im Auge und bietet eine Probe, die philosophische Neugestaltung des Neuhebräischen lexikalisch darzustellen. Die jüdisch-philosophische Literatur in ihrer vielfachen Abzweigung und Schattirung ist freilich vorzüglich einer lexikalischen Behandlung werth: der Umfang der Religionsphüosophien (Emünüt, Kusari, More, Milchamot, Jkkarim, Akeda u. a. m.) und die durch sie hervorgeruftne stark vertretene Literatur, ist i» dem jüdischen Schriftenthum sehr bedeutend: man würde aber auch sehr einseitig sein, wollte man mit G. diese Literatur als punctum saliens ansehen. Wichtig ist dieser Theil vorzüglich nur darum, weil gerade hier am Meisten der arabische Einfluß sich geltend gemacht, sei es in Redewendungen und Gestal- 27

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