Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 26 (29.6.1850)
- Date
- 1850-06-29
- Page
- Spalte 411-412 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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411 412 Studien. Achs aus Schabcha und die Scheeltot. RichLeramt (2 Sam. 15, 2), so wie das Degnadignngsrechl (2 Sam. 14, 21) und stand zuweilen auf dem Schlachtfelde an der Spitze des Heeres (1 Sam.24, 4). 6. Pflichten des Königs. Diese zerfallen in positive und negative. Zu erster« gehört die Pflicht, das Recht zwischen streitenden Parteien in letzter Instanz zu sprechen .-£>0 (1 Sam. 8, 6) , so wie die Kriege für das Land zu fuhren (id. 20)« Er mußte zu bicfcrn Behufe in nöthigen Fällen einen Aufruf zu den Fahnen an sein Volk ergehen lassen (id. 11, 7), Was die innere Verwaltung betrifft, so liegt die Pflichterfüllung des Königs darin, daß er Regent und doch ein treuer, liebevoller Hirte seines Volkes sein soll (2 Sam. 6,2). Er soll die von Gott gegebenen Gesetze niederschreiben und nach ihnen leben (Deut. 17, 18). Zu den letzter« Pflichten gehören erst das Verbot solche Prachtentwickelung zu machen, die ihn in Berührung und Abhängigkeit von dem Landesfeinde bringen müßte (ib. 16); auch soll Weiberregiment und die Mutter vieler Uebel, die Habsucht, seinem Throne fern bleiben (Id. 17). Er soll die Religionsübung seiner Umterthanen nicht hemmen, oder gar als deren Handhaber sich geriren (2 Ehr. 26, 18). Vor allem aber führt Vöüerei zum Untergang und Besiegung (vergl. 1 Kön. 20, 16.. Es kann um dem wissenschaftlichen Zweck zu entsprechen noch ein historischer Anhang folgen, worin die Feierlichkeiten bei den Königswahlen, das entfaltete Kostüm des Königs, die schon in früher Zeit arggewesene Wirthschaft der Kamarilla (1 Kön. 12, 6 ff.) rc. besprochen wird, doch schließen wir heute, um vielleicht später noch einmal darauf zurückzukommen. Dr. L. Lewysohn. Literarische Miseellen. Rab Acha (NriN)1 aus Schabcha , der (750). Er lebte in Pumbadita, zwischen 748—768 (4508—4528) wandecte er nach Palästina aus, aus Kummer und verletztem 1) Asulai in Waad la-Chechamim S. 1. 2 (ed. Franks, a. M. 1844) hat schon evident nachgewiesen, daß der Name unseres Gaon nicht Achai (itfruv), sondern Acha war, wie auch in der That der kompetente Scherira in seinem Gutachten, das auch in Iuchasin sich findet (ed. Amst. S. 88), schreibt. Eben so schreibt der Verfasser von Zedah la- Derech in seinem Vorworte nur Acha. In Frankreich und Italien (im Aruch) wurde unser Acha mit Achai, der Saboräer, verwechselt oder wenigstens ebenso geschrieben (Tosafot zu Ketabot Ans., Sebachim 102), dessen Nachträge im Talmud selbst sich noch finden, und durch diese Ehrgefühl, daß sein Diener Na trän ai in Pumbadita zur« Gaon. gewählt wurde und nicht er. Der Gaon N a tr o na i war nicht blos Acha's Schüler, sondern auch sein Diener. — Sein Lehrer war Mar Samuel Reich Kalla.2 * * Er schrieb das Werk Scheelrat Lehrsätze) d. h. Gntach. len, worin die Sätze des jüdisch - talmudischen Rechts nach Ordnung der Parascha's des Pentateuch zusammengestellc sind. Was dieses Werk an langt, so citiren es Salomo b en Jizchak(Raschi)—zuweilen ganze Stücke ^—, Nissim ben Salob in seinem hilf nriDOn 1DD,5 Natan ben Jechiel in seinem "Aruch, ° Samuel ben Meir' (Raschbam), die Männer der Tosafot,^ Isaak ben Jehuda Ibn GhajatO und überhaupt kennen es sämmtliche Autoritäten des Morgen- und Abendlandes. Aber so viel wir aus den Anführungen ersehen, ist die Gestalt der Scheeltot, wie wir sie gegenwärtig besitzen, nicht unverändert geblieben. Der erste aber, welcher der Scheeltat durch Erwähnung des Vers, unter NflN m “)0W1(> gedenkt, ist der Zeitgenosse Rab Jehudai Gaon in seinen Halachot Gedolot, was auch nur in den großen Scheeltot gestanden haben kann." Narari, der Verfasser des Aruch (e. 1100) hatte 12 und nuüp ror&NP, und wir wir jetzt wahrscheinlich blos die kleinen oder auszüglichen Scheeltot besitzen, so haben eine Anzahl Gelehrte des 12. und 13. Jahrhunderts nur die großen vor sich gehabt, wie aus ihren bei uns sich nicht findenden Citaten klar wird. Was unsere mjDp anlangt, die vielleicht schon in der letzten Gaonenzeit Verwechselung, die Asulai (l.sc.) schon mit Recht zurückgewiesen, wurden die Scheeltot, das Werk unseres Acha, bedeutend hinaufgerückt. 2) Salomo ben Adrat in seinen Novella's zu Berachot 43. 3) Im Aruch wird das Werk auch genannt (Art. rtf); der Singular heißt xrbxv (Art. m;). 4) Z. B. Sabbat 135 a 3 Jebamot 68 6$ Ketebat 17 b* Mezi'a 51a. 5) Ein einziges Mal aus wa-Era. s. W. A. n. Geiger V, S. 441. . 6) S. z. B. Aruch, Art. Nn\n , m , TU , KTD. 7) Z. B. in Tosafot zu Ketubot, Ans. 8) Z B. zu Kidduschin 45 6. 9) S. Derenburg in Geigers Ztschr. V. S. 398. IÖ) hil. Berachot c. 6 Ende. 11) Rapaport in dm Zusätzen. 12) Im Art. Niro;) citict er etwas aus rnn^Xt# U'Dßyn DPD VTO was sich in unseren Scheeltot nicht findet, und wie es daher scheint, hätten wir also nur die nnDp Die Citate aus den Scheeltot z. B. von Hagahoc Maimuni (zu Hilchot Tesilla 15. §. 3', aus Scheeltot Par. Korach, das Sefer ha - Machri"a (§. 71, aus Scheettot Ki-Tabo), von Tosefot (zu Kidduschin 45 6, aus Mischpatim) u f. w., die sich in unseren Scheeltot nicht finden, haben gewiß in den Scheeltot Gedolot gestanden, welche diese Männer vor sich gehabt. Vergl. darüber ausführlich Rapaport in Natan, Anm. 4»