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Der Orient · 1850-06-29 · 26 (29.6.1850) · p. Spalte 409-410

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
26 (29.6.1850)
Date
1850-06-29
Page
Spalte 409-410 (sequence 5)
Language
German
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410 Studien. Die Königslehre der Bibel. 409 zieht die verdiente Todesstrafe nach sich hb'p' nüb dn itpdn) nj rrayN pon \hn (2. Garn. 16, 9) und es deshalb, wie von Gott (Exod. 22, 27) auch vom Könige bbpo pN pv (Koh. 10, 20). TVie vor Gott, so geziemt dem Unterthan auch vor dem König Bescheidenheit und Demuth po wb -nnnn bx (Prov. 25, 6) und wie in Gottes Nähe, so bietet auch die Gegenwart des Königs Leben und Glück OD "iuo D^n pö (Ib. 16, 15). — Das Attentat auf das Leien des Königs ist das verpönteste Verbrechen und zieht die Todesstrafe nach sich (Esth. 2, 23); der Mörder eines Königs, selbst wenn er den Mord auf Befehl des Königs selbst verübt hat, verfällt dem Tode, by rwo hn Pno oin -iqn1? p n:y vd o rjfiswn (2 Sam. 1, 16), ja sogar die fahrlässige Bewachung des königl. Lebens wird mit den: Tode bestraft, m rrw.P □ yn mx nu Pot toin hx moa? ua 'n nwy iwx ntn "Din 3)0 xb pnN pon n rwo by ddotn by omo# xb 2wx dpn mn (1 Sam. 26, 15). Der Unterthan muß die Gefahren des Lebens und des Todes mit seinem König thcilen. '3 ot.P dn dn pon otn m rvrr ipn Dipon puy irr? 0W (2 Sam. 15, 21). Man muß für das Wohl des Königs beten ryDin pD w by re. (Ps. 61, 7 und 8). Des Königs Befehl ist heilig ■w pOTp DN (Koh. 8, 2). Alle diese Pflichten gegen den König, so wie die Unverletzlichkeit seiner Person, lassen sich ans der Heiligkeit des kön. Berufes erklären. Der König ist der Träger der Haupttngenden des Lebens. Nur an der Hand der Tugend muß der König regieren pQ pQ' pisb ]n (Jes. 32, 1), feine Macht ruht in der Liebe zum Rechte 2ntf oom Ho ny» (Pf. 99, 4), mit diesem erhält er das Vaterland pN TDJ)' ÜDK/D3 pD (Prov. 29, 3) und gehen Recht und Gerechtigkeit bei ihm Hand in Hand, dann vermag er zu regieren und beglückt sein Land, indem er es regiert npisn ntpyi ‘pdot pN3 (3er. 23, 5). Vor allen! aber muß Wahrheit die Glorie des Königs sein )ND3 D'P DDN2 OOW pD JD1 lyb (Prov. 29, 14) und mit der Wahrheit muß das herrliche Gefühl der Liebe, der Gnade sich paaren )xüi noro iyoi po nsr hcni iDn (ib. 20, 28); nie aber darf Lüge und Heuchelei den Thron besteigen: Gott verwirft sie rpn din pco (Job. 34, 30) und nicht minder ist das Unglück des Landes, wenn Sklavensinn am Königsthrone weilet -pbo' *o irjy nnn (Prov. 30, 22). Regiert der König in Weisheit — denn nur durch sie ist eine Regierung möglich '3 D'pQ (ib. 8, 15) — dann ist er der Schrecken der Bösewichter ddh pö ü'ywi m\n (Ib. 20, 26). Nicht Zorn soll des Königs Sinn umstricken, denn von seinem Worte entströmet Leben oder Tod mß djPd pD non (ib. 16, 14) und Gnade allein ist erquickender Thautropfen dem lechzenden Gefilde pQ r^y? -p&33. DHJ Uisn 2wy by (ib. 19, 12). Heil dem Lande, dessen König ein Sohn edler Fürsten ist pN "ptPN onin p (Koh. 10, 17)! Doch wehe ihm, wenn ein mannlofer Charakter es regieret lyi pP)!# pN p \N (ib. 16)! Des Königs schönste Tugend aber ist fromme Demuth vnNQ dP nn icPP (Deut. 17, 20) und findet der König seine Freude in Gott —, dann wird der Schwur der Treue der höchste Ruhm des Unterthans d yDtson bo Pnn' d%Pno noien poi (Pf. 63, 12). Die absolute Monarchie ist biblischen Ursprungs nwyn no p new 'Di pD -oi 2mo (Koh. 8, 4) ira) hvnh mv Po roPi (1 Kön. ll, 37), ddni □HDp b vnn (1 Sam. 8, 17); doch muß der König selbst dem göttlichen Gesetze gehorchen p 2)0 TiP1? bntüm pD1' rOHDH (Deut. 17, 20) und Salomo selbst bittet Gott nur Erleuchtung und Wahrheit (Pf. 72, 1. 2). — Für die republikanische Regierungsform spricht die Bibel niemals und wird dee Vielherrfcherei für das Land der Grund der Zerrüttung D'm pN ywoo p y-p ]'2ü 02X3) (Prov. 28, 2) und die (wie wir glauben) einzige Stelle ip pn 022xb px ~~ibo (ib. 30, 27) spricht gerade für die Nothwendigkeit eines Oberhauptes, weil Menschen nicht wie jene Insekten instiuktmäßig eins unter sieh sein können. Der ruhige Bürger soll vielmehr Gesellschaft und Vereine solcher meiden, die schwankend ein Prinzip mit dem andern wechseln mynn by D’ow dy (ib. 24, 21). Nur nicht despotisch darf der Regent fein noyo pOH NOT bx (1 ©am. 19, 4) und derselbe Prinz, der dieses Wort gesprochen, Jonatan, war der Grund, daß das Volk gegen einen despotischen Befehl des Königs Einsprache erhob (ib. 14, 45). b. Rechte des Königs. Das unumschränkte -Recht des Königs preklamirte Samuel bei der Wahl des ersten Königs (1 Sam. 8. 9 ff). Er verlvel!det die Männer zu allen Diensten^ vorzüglich zum Kriegsdienst; er vertheilt lvillkürlich liegende und bewegliche Güter seiner Unterthanen, er darf Huldignngsgeschenke aunehinen nriJD )b 1N'3H (ib. 10. 27) auch solche Geschenke, womit Jemand bei seinem Eintritt in den Dienst des Königs sein Wohlwollen gewiluien will (ib. 16, 20). Der König besaß einen eigenen Goldschatz, außerdem Vorräthe auf Feldern, in Städten, Dörfern, auch Krongüter und Domänen (i Chr. 27, 25 ff.) und zahlreiche Schasheerden (2 Ehr. 26, 10). Er konfiöeirte die Güter der Staatsverbrecher (1 Kön. 21, 16). Er verwendete Llusländer znm Frohridienste (ib. 9, 21). Llus Oberhoheitsländern erhielt er Naturalabgaben (Jes. 16, 1). Er konnte eine Vermögenssteuer auferlegen (2 Kön. 23, 35). Er erhielt die vorzüglichsten und kostbarsten Gegenstände von der Beute des Feindes (2 Scnn. 12, 30). Er übte das

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