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Der Orient · 1850-06-29 · 26 (29.6.1850) · p. Spalte 407-408

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
26 (29.6.1850)
Date
1850-06-29
Page
Spalte 407-408 (sequence 4)
Language
German
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407 Studien. Die Königslehte der Bibel. 408 das Wasser in ein Gewand? Wer hat alle die Enden der Erve ausgestellt (d. h. kennst du den Schöpfer der Natur, den einzigen Gott Israels?).^ Wie ist sein Name (Ps. 73, 28), und wie der Name seines Sohnes, so du es weißt? (d. h. kennst du diesen Sohn, das ist deinen Vater, zu demGott sagte: ,,Du bist mein Sohn; heute Hab' ich dich gezeugt/' Ps. 2, 7? (Den Befehl deines Vaters David kam ich nach mit der Aufnahme, der Lob- und Danklicder in die Psalwensammlung. Kennst du diesm my 111 und den DVpKD W'to .1TO? dieses ist D'&np npl) V. 5. Jegliches Wort — dieses — Gottes ist geläutert; ein Schild ist er denen, die bei ihm Schulz suchen. — Asaf citirt dem Salomo die eigener: Worte seines Vaters Ps. 18, 31, um sie ihm an's Herz zu legen. Denn dieser Meisterdichter brauchte sonst nicht die Worte Anderer zu benutzen. — Man bemerke, daß er anfangs dieses Verses, das Wort ^2 zu den Worten Davids hinzufügte, was hier sehr passend ist, d. h. in der Anrede an Salomo. V. 6. Thue du nichts hinzu zu seinen Worten — daß er dich nicht zur Rede stellte, und du zu einem Lügner werdest. — (d. h. du sagst ,,fürchte Gott", ^Mvfts hat schon gesagt 5 M. 1 bis 11 — NB. Offenbar Anspielung auch rutf die vielen Lehrsätze Salomos, in denen er die Gottesfurcht so empfiehlt. Z. B. Spr. 9, 10: ,,Der Anfang der Weisheit ist Gottesfurcht" u. s. w. — Wie man in obigen Versen den Sinn legen sollte, daß sie Lehren oder Sittensprüche eines Lehrers au Schüler enthalten, sehen wir nicht ein. Ebensowenig als wie dieser, mitten in dem Vortrag, mit dem folgenden Vers, als ein Gebet an Gott, kommen solle, und '»pn ONb, mein mir gesetzlich bestimmtes Brod, verlangen solle. — (Beschluß folgt) Die Königslehre her Bibel. Vorbemerkung. In diesen Tagen, wo der religiöse Fanatismus von Neuem sein Medusenhaupt drohend erhebt und wo man von einer gewissen Seite her dogmatische Grund- und Lehrsätze für und gegen abweichende politische Anschauungen auszubeuten sucht, 6) Möglich, daß Asaf mit dem Worte nn anspielt auf die Schöpfung, wo es IM. 1, 2 heißt cMty Nil; rnit dem Worte Q]ü auf ib. V. 9 GW 31p> Z mit den Worten px DOtt auf 1 M. 1, 10: O'.l^ ttipi pfi*. Wie er auch Ps. 50, 1 sagt: "i a'ity | btt ptt"ttlp'). — wäre es an der Zeit, wenn ein jüdischer Gelehrter eine umfassende Abhandlung über die Königslehre schriebe wie sie in den biblischen und talmudischen Schriften objektiv sich darstellt. Der Gewinn wäre wenigstens der, nachgewiesen zu haben, wie gerade die jüdische Religion das Prinzip vertritt, dessen Gegner jetzt der Verfolgung und Anfeindung preisgegeben sind. — Dem Schreiber folgender Zeilen fehlt nicht der Willen, wohl aber die Muse es zu thün, mit will er mit diesem kleinen Aussatz nur anregend auf die Wichtigkeit des Gegenstandes Hinweisen. —■ * * * Ein vollständiges Königsgesetz ftnbet sich im A. T. nicht; denn das kurze Gesetz Deut. 17, 14— 20 enthält nur einige Beschränkungs-, Ge- und Verbote für den König, während das von Samuel zuerst proklamirte Königsgesetz (-pm 1 Sam. 8, 10—17) umgekehrt nur die Prärogative des Königs, nicht aber die Pflichten desselben enthält. Vielleicht mochte das von Samuel niedergeschriebene und im Archiv ausbewahrte Negierungsgesetz (id^di ODTO il)id. 10, 26) vollständiger gewesen sein;* allein wir wissen von ihm nichts mehr als die aus dieser Stelle ersichtliche historische Notiz von der Existenz desselben. Indessen finden sich im A. T. so viele Anhaltspunkte, daß man ohne große Mühe dennoch eine übersichtliche Zusammenstellung derselben ein abgerundetes Ganze erhalten könnte. Wir werden zuerst über den Beruf des Königs sprechen, alsdann über seine Rechte und endlich über seine Pflichten. a. Der Beruf des Königs. Nachdem da§ israel. Volk die thcok'ratische Staatsverfassung länger zu behalten sich weigerte, so wählte Gott durch seinen Propheten einen König. Hierdurch läßt es sich Nachweisen, wie der gebräuchliche Ausdruck ,,von Gottes Gnaden" schon durch die Bibel sanktiouirt ist. Von den vielen Stellen wollen wir nur die sprechendsten hersetzen, 'sbü TDDJ 'JM (Ps. 2, 6), n:nN3 Dirty “pn: dn (2 Ehr. 2, 10), b mn “jty (1 Sam. 16, 1) , "pD b O'pm (1 Kön. 14, 14), n inty ini' ito “]ba (Deut. 17, 5). Vgl. noch Jcr. 23, 5; 2 Sam. 6, 21; 1 Ehr. 29, 25; Ps. 21, 2 u. iru et. St. In diesem erhabenen, heiligen Beruf eines durch Gott Gesalbten rwü 1 Sam. 26, 9 und öfters) genießt der König die höchste Verehrung und Achtung. Gleich Gott soll man den König ehrfürchten -jtyl litt tti' (Prov. 24, 21), der königliche Thron heißt ttDD (1 Chron. 29, 23), die Königslästeruug ist wie die Gotteslästerung ein großes Verbrechm -pD) Dnbtt füll (1 Kön. 21, 10) und *) R. L. b. Ger so n erweitert den Ausdruck mit den Worten: ^b Nttl.l ty -pöb WW M.l tq m nw.

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