Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1850-06-22 · 25 (22.6.1850) · p. Spalte 395-396

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
25 (22.6.1850)
Date
1850-06-22
Page
Spalte 395-396 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8555529-9891031-9891073--6430-3535822
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

395 Studien. Lexikalische Beitrage zum Talmud. 388 3 Da Asaf Ps. 50 als einen Psal m in der Psalmen-Sammlnng mit cmfnahm, richtet er die folgenden Verse V. 7 bis 13, an das Volk. Es sollen nur Anspielungen auf Salomo darin verkommen. Es soll nämlich noch keine offene Polemik heißen —- diese kommt erst in Spr. 30 unter dem symbolischen Namen Agnr für Asaf. — M. s. weiter unten — daher weht das Psl'k nach 7. — Auch kann er es ja allge> mein au das Volk richten, da das Volk und die Leviten sich ja nach den "nob' DHDOm richtete)! oder richten mußten, wie dieser sagte, , püb "ib-nDTnBrNn fHt'jjn no 6 idn1 Koh. 8, 4. — Jrn V. 14 heißt es an Salomo, daß er nur seine Pflicht erfüllen solle: mit opfern, wenn er Gelübde gethan habe, und daß er Gott Dank opfern solle, nicht ,,unzählige Stiere". 2 Ehr. 7, 5. 1 Kön. 8, 68. Dann V. 15: „rufe Gott an, und ehre Ihm! — NB. Sollte cs nicht auch eine Ursache haben, daß Ps. 50 nicht unter seine übrigen Psalmen steht, von Ps. 73 bis 83. Und unmittelbar vor Ps. 51:' N3 ")tcr*o ."in^ "'' yivrnybKi Nult muß man es ganz in der Ordnung finden, daß Asaf, wenn er an dachte, in seinem Eifer, ja in Verzweiflung ob dem Abfall Salomo's von dein Gotte Davids — denn fremde Götter neben Gott ist so gut als Abfall von dem Allmächtigen. Gott — keine Grenzen mehr kannte in Verachtung gegen Salomo. Nun machte er sich Luft und schrieb folgende polemische Replik: np-p hjn [ nn, gegenüber in p rt>np nn und heftete diese ,,gerade Worte der Wahrheit, die wie Stacheln und eingeschlagcne Nägel" sind, an die — Moralspruche Salonw's, in denen es gleich anfangs — Spr. 1, 7 heißt Hcon nwo pnt. — Oder ,,die Männer des Königs Chiskia" fanden diese Polemik nach Asaf und hefteten sie an das Buch Salomo'S; fügten aber — als eine Art Vertheidiguug für ,,den weisen König Salomo" das darauf folgende Kapitel Spr. 31 hinzu ipNiD1? n3T/. M. s. weiter unten im Laufe dieser Abhandlung. — (Fortsetzung folgt.) Literarische Analekten. Lexikalische Verträge zum Talrnud. Von Jsr. Böhmer. Vorbemerkung des Red. In einer kurzen hebräischen Bekanntmachung <Kol Kore) kündigt ein junger Mann, Hr. Jsr. Böhmer aus Warschau, die Herausgabe eines neuen Wörterbuches zum Talmud (&£Hnn *rny) an, worin nicht nur die talmudischen Wörter etymologisch und historisch, mit Benutzung anderer Sprachen erläutert, sondern worin auch viele in die Einleitungswissenschaft dcs Talmuds gehörige Realien ausgenommen werden sollen. Hr. Böhmer hat sich durch ein kleines Schriften, eine Abhandlung über die Essmr, deren' hier in diesem Blatte bibliographisch gedacht wurde, bemerkbar gemacht und da darin eine große Belesenheit in den Tal müden und Midraschim, eiue kühne oft glückliche Kombinationsgabe kund giebt, so läßt sich erwarten, daß dieses neue Wörterbuch, insoweit dazu jene Gaben förderlich sind, für die wissenschaftliche Betreibung des talmudischen Schriftenthums von Nutzen sein wird. Es ist aber auch nöthig, daß dieser junge Mann bei seiner Arbeit erfahre, daß selbst die ausgedehnteste Belesenbeit und die scharfsinnigste Kombinationsgabe keineswegs zu einer lexikalischen Arbeit ausreiche, ja oft sogar von dem lexikalischen Gleise ab in die Irre führen, daß vielmehr eine tiefe Einsicht in die Werk, stätte des Sprachenbaues, eine Beherrschung der sich aufdrängenden Kombinationen, ein klares Bewußtsein von den leitenden Principien der Sprachforschung, eher das Richtige und Wahre zu Tage fördern. Die Proben, welche Hr. B. in der obengenannten Monographie aus diesem neuen 7lruch gegeben, wie nicht minder diejenigen, welche ich hür als Probe mittheile, geben hinlängliche Veranlassung zu dieser Mahnung, da sie trotz der Belesenheit und der mannigfachsten Kombinationen den großen Fehler haben, daß sie nicht wahr und richtig erklärt sind. Aber es wäre eben so unrecht, dem Verfasser zu seiner Arbeit, die jedenfalls anregend ausfallen wird, nicht aufzumuntern, und ich thue es gern hiermit, indem ich einige mir handschriftlich mitgetheilte Proben dem Leserkreise dieses Literaturblattes mittheile: Vix Es ist hinlanglig bekannt, daß die alten Erklärer diesen Beinamen des Samuel im Talmud ungenügend erklären. Von Raschi weiß man, und ich wres es auch nach in der Einleitung zu meinem neuen 'Aruch, daß ec eine ihm unklare oder ungewisse Deutung eines Wortes entweder an den verschiedenen Stellen variirend erklärt oder zuweilen ganz ohm Erklärung läßt, und ein Gleiches zeigt sich bei Erklärung des Beinamens Arjoch. In Menachot 38 1> erklärt es Raschi wie folgt; or6,mi;r nnN °>u pic6 ■cPH '3 DdSt -f? ND^pl "pHN ^NlDtfi6 np tOH Npotw N^TI. Zn Kidduschin 39 a, giebt Raschi gar keine Erklärung, hingegen zu Chullin 76 b zu derPhrasc bw? uo ntxnn p) wie folgt: , "iDtfb *]b -jmN Dtp b bw np rPD)D , ferner zu Sabbat 53 a b -pnN np bOT p«n b DDitpn 7^03 DDwpina »pa nw Oll' &OH. Fassen wir alle diese Erklärungen zusammen, so sehen wir, daß Raschi in Deutung dieses Wortes rathlos umhergriffz bald soll Arjoch von (Löwe) herstammeir und dieses dann das Bild für König sein, weil ihm im i> i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.