Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 25 (22.6.1850)
- Date
- 1850-06-22
- Page
- Spalte 393-394 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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394 Studien. Die ersten Sammler der Psalmen Davids. 393 Kcrsamrnlungs-Mitglieder,1 welche von einem König — Wörtlich: Hirt — eingesetzt worden. Was aber darü- I bet ist, mein Sohn, da laß dich verwarnen; des vielen I Büchermachenö nähme kein Ende und viel deöVor- \ iragens ermüdet den Leib. Der Schluß der Worte, tvoruntcr alles verstanden wird, ist: Gott fürchte und seine Gebote wahre, denn dieses ist der ganze Mensch. Ja, Gott bringt jegliche That vor ein Gericht über alles Verborgene — sie fei gut „ oder böse."^ Wenn man dies alles znsammenhält, sagen wir, so sieht man leicht, wem die Verwarnungen Salomo's gelten. Diese Belehrungen mußten Asaf, den Verfasser von Ps. 75 und 81 sehr gekränkt haben, da es bei ihm eine Gewffsenssache war, von den ""in H12D"? abzuweichen, und Verweise von.:- Salomo zu hören, f von dem es — selbst von seinem Apologeten 1 Kön.! 11, 1 — heißt, daß er die Gesetze Mosis übertreten: s -,oor ü'^r] jo .... rvpnzot-:u>m dhn nöte “pcm 1 dn iv.i vm nobw ropi .. dhd ifion i ,112-ilCfN DN D*W'N □ 1 H W; Die Gesetze des Moses, von dem Asaf Ps. 50 zum Schluffe sagt, daß Gott sein Volk von ihm hat führen lassen , in V er c in ig u n g nt in d em Hohenpr iester: }n n 1 MO TU -|öy jNSD'Tim — Von Salomo dieses zu hören, von dem jener Apologet 1 Kön. 11, 6 sagt, daß die Handlung gegen die Worte Mose eine Handlung, gegen Gott selbst^ sei: ynn note tfjn V'i — so ist es eben so leicht eiuzusehen, wem die Worte Asafs Ps. 73, 24 ^DHDn *b 'O pN3 gelten. Er hält sich ttun fest, an den Gott David und an keinem neben ihm auf Erden, also ist die Ehrfurcht vor dem König Salomo nicht mehr da. -- Da mm Salomo ,,das B öse in Gottes Augen thut" , so sehen wir auch wem das Wort gilt Ps. 50, 16: ,,Und zum Frevler spricht Gott: Was hast du von meinen Satzungen zu/erzahlcn? Du führst meinen Bund im Munde? Du hassest ja Zucht, und wirfst meine Worte hinter dich. Wenn du sähest einen Dieb,? da gesiel es dir bei ihm, und mit Ehe- 1) Mach Kimchi in seiner Vorrede zu Iösua bedeutet B?ale Asusot, Sammler. 2) In den letzten Worten liegt auch eine Art-Beschuldigung gegen die hohen Beamten, daß sie nicht alles offenherzig vor dem Hirten äußern, was sie im Herzen verborgen haben. — 3) Nach Gesenius bedeutet 232 auch Betrüger. Wahrscheinlich hat Asaf den 22 C^H im Sinne. Dies.r „Dieb" verachtete ein Geschenk, daß ihm Salomo machte von zwanzig Städten 1 Kön. 9, 13, nachdem Salomo — welches Asaf gewiß für eine Verschwendung hielt — ihm alljährlich C'En 12 u. f. w. für seine Materialien und etwas Gold" und Goldblei sollte zu dem Tempel und zu den Palästen und Lustschlössern p&*n flöte*. — brechern hältst du es. Deinen Mund entfesselst du mit Unheil, und deine Zunge zettelt Falsches. Sitzest da, redest gegen deinen Bruder, bereitest Verderben dem Sohne deiner Mutter.* Solches hast du gethan und ich schwieg, La meintest du, ich sei dir gleich/ Ich verweise es dir und stelle es dir vor Augen. Sehet doch das ein, ihr Gottvergessenen; sonst zerreiße ich und Nientand rettet. Wer Dank opfert, der ehret mich, und wer seinen Wandel richtet. Ihn laß' ich schauen das Heit Gottes." Daher die begeisterten Worte anfangs dieses Psalms —- Ps. 50, 1 — womit er dem Salomo sagen will, wer der rechte Gott ist. Der Allmächtige, der Gott der Götter — der Sterne n\ — also der Schöpfer, der die Erde, das Weltall hervorgerufen hat, der strahlte von Zion herauf — nicht von ,,Zidon und Ammon" 1 Kön. 11, 5. — ,,Es kommt u n ser Gott und schweigt nicht — wie ich bis jetzt geschwiegen habe. — Vor i h m her zehrt Feuer, und rings um ihn ist ein wegraffender Sturm. Er ruft die Himmel da oben, ruft die Erde, sein Volk zu richten." ,,Versammelt mir meine frommen Verehrer, die m einen Bund schließen über dem Opfer!" — „Unfc es künden die Himmel seine Gerechtigkeit; dcrtn Gott, Er ist Richter —- Sela!4 5 6 4) Nach mehrern Interpreten sagt •pfc-p dasselbe als 7>riN Ps- 69, 9. Asaf ist Schüler und Hausfreund des David; daher poetisch "pn^, welches ja auch Freund bedeutet. Man kann auch denken an die Handlung Salomo's gegen seinen altern Bruder s- Gesen: diese Wörter. — „Die Wurzel ist pp", welcher Erklärung wir beipflichten. 5) Wie ein Dichter schreiben konnte, daß Gott zu dem Frevler sagt: „da meintest du ich sei dir gleich" sehen wir nicht ein, ebensowenig als: „dieses hast du gechan und ich schwieg." Unserer Auffassung nach sind aber diese Worte am richtigen Orte. Das ganze ist eine Replik von Asaf gegen Salomo. 6) M. s. unsere „Forschungen über die Ueberschriften der Psalmen" von S. 61 bis 85 über.Sela als einen Ausruf des Glaubens oder Vertrauens, nämlich die Bahn ins Herz; von bahnen, treten; so wie es der Chaldäer richtig synonim mit giebt. — Später hat man Sela fälschlich als Musikzeichen angenommen An Musiknoten oder geschriebene Zeichen für das Daoidische Zwischen spül, ist nicht zu denken. Es kommt keine Spur von Noten bei den alten Hebräern vor, sondern daß die Musici den Text in der Hand hatten: „we-Halle! David be-jadani." — Wäre, auch ein einziges Mufikzeichen genug für musikalische Abänderungen in l50 Psalmen? Habakuk allein hatte in seinen energischen Psalm — Habak. Kap. 3 — mehrere und verschiedene Musikzeichen haben müssen und hauptsächlich hätte er nach pN yp^n nnr», B. 9 ein Musikzeichen als für einen energischen poetischen Wunsch oder dergl. haben müssen. M. s. obenerwähnte „Forschungen" S. 81, Zeile 2 von oben. —