Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 24 (15.6.1850)
- Date
- 1850-06-15
- Page
- Spalte 375-376 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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375 376 Studien. Die Familie Kimchi. heidnischen lasterhaften Völker. — Die geoffenbarte Religion gebietet sogar Milde gegen Thiere, der Ruhetag ward auch ihnen zu Theil (Ex. 20, 10). Auch wird geboten die lasttragenden Thiere von jeder Überlastung zu befreien (Ex. 23, 4. 5. Deut. 22, 4). Der Engel des Herrn wurde entrüstet, als der zum Bösen geneigte Bileam seine Eselin unverdienterweise mißhandelte und fragte ihn, „warum schlugest du deine Eselin nun schon dreimal?" (Num. 22, 33^. Wenn sich ein Vogelnest vor dir trifft rc. so sollst du nicht die Mutter sammt den Jungen nehmen (Deut. 22, 6). Also sollst du thun mit deinem Ochsen, mit deinem Kleinvieh, sieben Tage bleibe es bei feiner Mutter rc. (Exod. 21, 29). Auf gleiche Weise ist Schonung gegen nutzbare Pflanzen und Gegenstände geboten, wie z. B. „Wenn du eine Stadt lange Zeit belagerst, so sollst du Baume, die zur Speise bestimmt sind, nicht verderben. Die Moral gegen Menschen stützt sich auf den Satz, „denn im Ebenbilde Gottes erschuf er den Menschen," „die Schonung der für die Menschen nutzbaren Gegenstände bezieht sich auf die Schöpfungsgeschichte und auf die Gesetze Noah's (Gen. 20, 2). Dies ist die Moral und Politik der Uroffenbarung, die die Theokratie hinftellte als Muster und Vorbild der Menschheit, worauf Salomo noch in seinem unübertroffenen Gebete flehte. „Auch auf den Fremden, der nicht von deinem Volke Israel ist und aus fremdem Lande kommt um deines Namens willen rc. so höre du ihn im Himmel, die Stätte deines Sitzes und erfülle das, warum er fleht, damit alle Volker der Erde deinen Namen erkennen und dich ehrfürchten, wie dein Volk Israel (Reg. 41. 43). Durch Förderung jener beiden Prinzipien, die universelle Tendenz haben , führen wir das Reich Gottes herbei, wie es heißen soll: „jede gute That fördert die Annäherung des Reiches Gottes auf Erden, sowie jede lasterhafte Handlung das Eintreffen desselben auf Erden verzögert." Es ist daher befremdend, wenn gesagt wird, daß das christliche Prinzip unserer Emancipation entgegensteht. Wir waren ja die Schatzmeister lener Kleinodien, Streme von Blut unserer Glaubensgenossen, mn jene Grundsätze zu vertheidigen, sind geflossen. Unsere Gelehrten des Mittelalters haben durch ihre Disputationen verhindert, daß der Katholicismus nicht heidnische Grundsätze ausgenommen hat, wir sind keine heidnischen Helden aber Helden der Offenbarung. Auf unser Religionsprinzip basirt die muhammedanische und auf das Moral-Prinzip die christliche Religion. Daher werden jene Religionen nur durch die Uroffenbarung ergänzt. Milde gegen Thiere und Schonung gegen leblose für die Menschen nützlichen Gegenstände der Schöpfung blieben in jenen unerwähnt, obgleich diese aus den heiligen Büchern der Offenbarung, deren Basis sie sind, zu ersehen waren. Daher sagt der Psalmist: „Rein ist die Furcht des Ewigen, besteht ewig, seine Rechte, ewige Wahrheit, allesammt gerecht" (Pf. 1, 19). „OhneWandel alle seine Gebote, immer unterstützt und ewig nach Recht und Wahrheit eingerichtet" (Ps. 19, 7. 8). Die Prinzipien der Uroffenbarung berechtigen deren Bewahrer zu der Emancipation und Recht zu verlangen. Unsere Gegner, so hochgelehrt sie auch sind, belebt nicht das wahre Prinzip der Liebe. Dieses ist also die Moral und Politik der Bibel. Der Verstand ist erst in den letzten Jahrhunderten auf die moralischen Pflichten folgender Gegenstände gekommen. Milde gegen Thiere, Schonung gegen nutzbare Gegenstände der Schöpfung, öffentliche Gerichtsbarkeit, Verbot der Sklaverei, die Zweckmäßigkeit des Ruhetages am siebenten Tage der Woche, Menschlichkeit im Kriege rc., welche das Gesetz Gottes schon vor Jahrtausenden promulgirt hat. Wir muffen daher mit dem Psalmisten ausrufen: „So werde jeder Erdbewohner Gottes eingedenk, bekehre sich zu ihm, Geschlechter der Nationen beten dich an,' denn des Ewigen ist jedes Reich, er herrscht unter den Völkern rc. Ein kommendes Geschlecht erzählt der Jugend, wie gerecht er ist, was Großes er gethan" (Ps. 22, 28. 29. 32). (Fortsetzung folgt.) Die Familie Kimchi. I. Josef ben Jizchak Kimchi. Einige Kommeuteirien desselben zu biblischen Werken. B. Kommentar desselben zu (Fortsetzung.) ximnrvas/ n»iy {"a i"'- nuoi nayno b’ODi ieheo NSDJ» no bai ■ )ib>EO nxm xbi jn judd niB3 -aymrmjn aj?i i^n .12-1 , xin 'njj bysnno i3ji p xb '-uyno,, am nprprp idni» DJnnam rem'i 1113 1 101 J1 1133.11 btjjsb 12pn bj)B,1 bjnsn 113JJ3 131 Xl.11 1D1JJ1N3P DXIp b"l X1IJ? p D.113X 'll * 113P I 0 scf K i in ch i braucht selbst in seinen 11131,1 123 den Ausdruck 11131 ioij>. Bergl. unsere Notiz über dessen Kommentar zu Job Note 14. Der hier getadelte Uebersctzer des Chajug' ist Mose ben Chiquikilla vergl. unsere literaturhistorischcn Miriheilungen über denselben. 31N33 NUOJ xb (o"3 1"'/ XD10 31? lPIBO "N xbi NU" xbi D’orib xb 1V31 1"1 enb ilL'be 113.1 xbi nu"i D’onb xjoj b/S '1313 13,1 1x331 □mw 'ex Dnoj? meayn am payb d'iep ian 1x331 onisa *) Ein Beweis, daß die Nation nach der von mir angegebenen Weise das Gesetz der Liebe aufgesaßt hat, ist der Satz von Hillel (Ab 2, 4) „Sondere dich nicht von der Gemeinde ab." Als nachher die Nation ins Exil gerathen war, bildeten sich fortwährend zahlreiche Vereine (nron)/ theils zu milden Zwecken, tbeils zur geistigen Ausbildung, außerdem daß sie Gemeinden überall stifteten und auch die positive Seite des Gesetzes der Liebe erfüllten, welches besonders sich hervorstechend zeigt in Familien-Kreisen.