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Der Orient · 1850-06-08 · 23 (8.6.1850) · p. Spalte 361-362

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
23 (8.6.1850)
Date
1850-06-08
Page
Spalte 361-362 (sequence 5)
Language
German
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Studien. Die ersten Sammler der Psalmen Davids. 361 Es scheint, daß in den vorhergehenden Wersen Klagen liegen: daß es bei Salomo im Tempel nicht so religiös zngehet, wie „in den Tagen der Borzeit" bei David — vergl. 1 Kön. 11, 4: übw mb nvi üb) in mb vnb oysich selbst tröstend enthalten nun die Worte Asafs von V. 11 bis zu Ende deö Psalms 77 die Hilse des allerhöchsten Gottes in altern Zeiten , wie er seinen Psalm 83 auch schließt: pN.vbby jby. Als treuer Diener und Schüler Davids — 1 Ehren. 25, 2 —wünschte Asaf sich wie David früh und spät im Tempel des Allmächtigen Gottes, dem Schöpfer, der zu David sagte: „Du bist mein Sohn, Ps. 2, 7 nnN '12 — vergl. Spr. 30, 4 und 5 — vergl. auch Ps. 50, 1 bis 14.* — So bei David, da heißt es: 1 Chron. 9, 27, daß die Leviten, nämlich die Pförtner, „in der Umgebung des Gotteshauses übernachteten", D^rrrvu nuODl ltol TncWD Drpb~0 „denn sie hatten die Wache". Bei Salomo hingegen in obenerwähntem 127 nachdem er — gleichsam als Einleitung — sagt, daß Gott selbst den Tempel bewacht, heißt es: „to nnMD Dip too '| mb sw" — mit Psik nach üJ? — „Es ist unnütz von euch, daß ihr so früh ciusstehet, spat noch sitzet; von euch, die ihr Brot des Mühsals esset — d. h. von Zehnten lebet und dennoch Tag und Nacht der Kunst obliegen müsset 1 Chron. 9, 33: „«13^23 nn'by nWi dqv>" — seinen Liebling vergönnt Gott Schlaf: „rw jrp p". ** Da die Leviten. > als dem geistlichen Stand angchörend, gewöhnlich dem Volke das Gesetz erklärten — Neh. 8, 8—11 — so fordert er sie mit den folgenden Versen zum Ingen dun tcrricht auf, statt so lange im Tempel zu verweilen: „Sehet" sagt er „ein Geschenk des Allmächtigen sind Söhne" u. s. w. „ipm dow av n3T wenn sie mit Feinden im Thore reden können, d. h. wenn sie Dpi besitzen, wie er sagt Spr. 1—7: iyb hdtd? nyv> Kohelet 12, 9 oyrrnN npirxtf? ny. — Salomo nahm auch Abänderungen vor in den Vorschriften Davids 2 Chron. 35, 4: 3H3D3-) * * * Tn sroi U3 »ID^ty. Dergleichen Abweichungen zielten gewiß nicht zu einem verlängerten Gottesdienste in Hinsicht von Hallelgesängen; von denen sein Vater aber ein großer Freund war. — In dem zweiten seiner Psalmen, Ps. 72, fordert Salomo die Großen im Staate — die königlichen *) Heber die übrigen Verse dieses Psalms, weiter unten. So auch über Spr. 30 von V. 1 bis zu Ende und über den ganzen Psalm 50 von Asaf. *") Vielleicht soll das Wort p, halbwitzig ironisch, sagen: So wie Gotr euch das Nachtwachen bescheert, so giebt er mir die Gabe des ruhigen Schlafs. — Vergl. 2 Samuel 12, 24 unb 25: „rTTT TO DS Klpl" — „51 Nipi Hob W". 862 Rathgcbcr, Seher und hohe Beamte — auf, das Volk glücklich durch Gerechtigkeit zu machen: „iE npTO my3Jn üpb oibw onn". „M. s. unsere „Forschungen über die Ueberschriften der Psalmen" S. 52« — Ein Freund der Belehrung, fordert Salomo doch nie auf znm Lob- und Danksingen; wohl aber „Fürchte Gott und den König"; dies kommt öfters bei ihm vor. — Und unbedingt Kohelet 8, 4: ,fpü 121 2WS2 rwyn -no h iow püb'% Da nun, hauptsächlich in Hinsicht der Lob- und Danklieder, folglich in Hinsicht der Dauer deö musikalischen Gottesdienstes im Tempel, eine große Unübereinstimmung herrschte, zwischen Salomo — der zuletzt ja auch gottesdienstlichen Handlungen fremder Nationen beiwohnte, 1 Kön. 11, 5 mn&!/y nriN ib —und dem frommen Diener Davids, dem Präses der Männer der Sammlung: „niDDN 'bpy, so mußte dies alles eine große Unzufriedenheit des alten hochgestellten Asafs mit Salomo zu Folge haben. Es kann nicht gefehlt haben, das Asaf mitunter eine Geringschätzung gegen den „klugen und reichen" König hat fallen lassen, wenn es auch nicht öffentlich war, oder bevor er eine Polemik öffentlich zeigte — und so erklären sich dadurch die Worte Salomes — Kohelet 10, 20 — dem ein solcher Tadel des Asaf zu Ohren kam: „Auch in deinen Gedanken geriugachte deinen König nicht; unb in deinen Schlasgemächern nicht den Reichen, denn der Wogel in der Luft entführt den Laut; der Beschwingte verkündet das Wort." — Vf-V) & Dergleichen Anspielungen und Reibungen gegen Asaf, der den Willen seines verstorbenen König Davids ^^V'] gern Nachkommen wollte, so lang es ihm nur ,r{\\; . -^j war, giebt cs in Kohelet und in den Sprüchen unserer Auffassung nach mehre, und ans der andern Seite auch ' : A in den Psalmen Asafs gegen Salomo. Selbst als .. Ueberschrift über jenen zweien Psalmen 72 und 127 * 'V w j schrieb Asaf bloS nDhwby weder Ben David, noch Bett-': * ,•w v ' ili Mclech oder dergl. So z. B. durch eine Hypothese,^. ' - >. j daß Salomo wegen zu langer Dauer des Gottesdienstes s| dem Asaf einst einen Voten schickte, erklären ftch^die " Worte in Kohelet 5, 5 : „Gestatte nicht deinem Mü-nd, , '(. f - in Sünde zu bringen deinen Leib; und sprich nicht vor dem Boten daß es ein Versehen war." — * j Vielleicht hat sich Asaf, aus Ehrfurcht vor dem König, v! einmal vertheidigt durch ein vorgegebenes „Versehen"— , „Warum sott Gott zürnen über deine Stimme, und ' das Werk deiner Hände zerstören." — Der Zorn eines Königs hieß damals Gottes Zorn. — Ferner B. 6: „Denn bei vielen Träumen ist Eitles, so bei vielen Worten; aber Gott fürchte!" Vielleicht ist dies eine Drohung, daß er ihn absetzen kann oder die Psalmensammlung kassiren. — Vergl. Kohelet 10, 4: NN üs

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