Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 21 (25.5.1850)
- Date
- 1850-05-25
- Page
- Spalte 329-330 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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329 Studien. Der Natur-Philosoph von M. Zipfer. 330 die, nachdem sie lange Zeit ein Spiel der Winde gewesen, alles Laub nach einander abwarsen und jede Lebenskraft verloren. Doch wurden in der Folge die durch die Gewalt des Sturmes losgeriffenen Samenkörner zu neuem Keime, und der Blätterabsall diente nur dazu, um die jungen Sprößlinge gegen jede rauhe Witterung zu schützen. Welches lehrreiche Kilo, so ein frommes Geschlecht, aus Mangel einer ihm in die Fußtapfen treusolgenden Nachkommenschaft auszutzerbcn droht!" „Wie die Eiche und Terebinte, rief ich mir bri diesem Anblicke zu, selbst durch den Abfall des eigenen Laubes den Stamm sich erhalten, so verbleibet auch der Stamm eines frommen Geschlechtes selbst in seinen abgefallenen Zweigen und Gliedern; und wie fcet1* Palmbaum sich stets verjüngt, und frisch grünet; so blühet auch des Frommen Geschlecht für und für. Einst ging ich auf die Jagd und hatte als einzigen Begleiter meinen treu erprobten Freund mit, dem die Menschen verächtlich den Namen „Hund" beigelegt. Ich traf daselbst aus zwei der gefährlichsten Thiere; das eine war der durch Wildheit und Grausamkeit verrufene Wolf, und er kam so eben aus meiner Heerde, das beste Schaf davon zu tragen; das andere war der durch List und Schlauheit nicht minder berüchtigte Fuchs, der mir in meinem schönsten Weingarten eine gräßliche Verheerung angerichtet. Ich verfolgte sie beide und schon konnten sie dem tödtlichen Streiche meines Mordgewehrs nicht entgehen. Da wendeten sie sich plötzlich zu mir zurück und redeten mich in ihrer Sprache , die ich auch recht gut verstand, folgender Maßen an: Was folgst du uns bis auf das Leben nach? Was haben wir gegen dich verschuldet? Wie, rief ich ihnen entgegen, mich nicht genug über ihre Unverschämtheit verwundernd, hat nicht der Eine unter euch das beste meiner Schafe, der Andere meinen schönsten Weingarten zerstört? Fordert das nicht Rache und Genugthuung von mir? — Wenn ich, o Mensch, sprach der Erste, wenn ich dir «in Lamm nur zur Stillung meines heißen Hungers davon getragen, es^ zweifach und sogar mit meinem Blute IS) rriHÖO '"HSrö* JlblOl : mD1N r&in «o ->dn : Mach. 78. nraso ttnp jni dd onby isoirw hd nioiNn m n:fpn nenn n1? m 'nprro nuhd idn nwin 'w dh:i finN 'Oy 'Dy ubb TnDNr Diese Stelle scheint so viel zu sagen, daß selbst Apostasie nur als Mittel zur Vollziehung des göttlichen Willens dient; denn die Apostaten, im engern Sinne „die Vertriebenen Gottes unter andern Völkern" genannt, bilden den Saamenkorn, den Gott unter sie ausgestreut, um einst große Ernten einzusammeln. R. Jochanan erklärt es aus dieser Stelle: Dadurch soll mein Erbarmen auch über jene kommen, die in Ungnaden waren, und mein Volk auch jene werden, die es sonst nicht waren. In diesem Sinne wird auch diese Stelle 1 Pet. 2, 10 auf das entstehende Christenthum gedeutet. 19) paPa nto , ms’ idto pns mm« mon ruttn. 20) mjnP w dW1 Ms iai Pa Pp idin 3«r. büßen soll, fo hast du siebenfach das Leben verwirkt, weil du selbst in der Fülle des Reichthums und bei den zahlreichen Heerden die Hand nach dem einzigen^ Schä'flein des Armen zu strecken pflegst. Und mich, sprach sein Gefährte wieder, mich willst du des Betruges halber verdammen: o weh, die ihr selber^ Häuser auf Trug nur bauet und Söller auf Unrecht gründet, die ihr euern Nächsten umsonst arbeiten lasset und ihm den im Schweiß verdienten Lohn vorenthaltet. Ich stand einige Augenblicke ganz betroffen über diese nur allzusehr gerechten Vorwürfe, und in meiner Betäubung siel mir das Mordgewehr aus den Händen. Da stürzten sich meine beiden Gegner auf mich und in einem Nu wäre ich auch eine Beute ihrer Klauen geworden. Doch mein treuer Begleiter, der ein wachsamer Beobachter des Vorgefallenen war, warf sich nun noch zur rechten Zeit dazwischen, begann einen heftigen Kampf mit den uns Beiden nun gemeinschaftlich gewordenenen Feinden, und ließ sogar, bevor ich mich ermannte und ihm zu Hilfe kommen konnte, das eigene Leben, als untrüglichen Beweis seiner Treue auf dem Kampfplatze zurück. Tief betrauerte ich meinen Freund und war über seinen Verlust untröstlich; doch aus dem dampfenden Rauche seines Blutes rufet mir noch jetzt eine Stimme zu: Wenn der Ochse feinen Käufer, der Esel die Krippe seines Herrn erkennt, der Hund aber sein eigenes Leben für das seines Wohlthäters als Opfer darbringt:23 so lasset uns ehrfurchtsvoll hinfallen und niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer, dem wir ja Alles, Geist und Körper, unser ganzes diesals jenseitiges Dasein zu verdanken haben. — Nach Vollendung dieser Erzählung, bei welcher der König sich ein wenig erschöpft fühlte, sprach er endlich zu den mit höchster Aufmerksamkeit ihm noch zuhörenden Weisen wie folgt: so meine Freunde habe ich die Schule meiner Belehrungen an der Hand meines Vaters m dem großen Tempel der Natur vollendet, und dieses sind meine geheimen Kunst- und Staatsbücher, aus denen ich noch immer Weisheitsregeln zu schöpfen nicht ermüde. Sie aber crwiederten darauf^: Es ist wahr, was wir in unserem Lande gehört haben von deinen Lehren und deiner Weisheit; doch haben wir es nicht glauben wollen, bis wir gekommen und es mit eigenen Augen gesehen. Sieh es ist uns kaum die Hälfte davon gesagt worden, denn du besitzest mehr Weisheit, als die Kunde davon ist. Heil deinen Leuten und deirien Dienern, die allezeit vor dir stehen und deine Weisheit hören. Gelobt sei der Herr, dein Gott, der Wohlgefallen an dir gefunden und dich auf den Stuhl Israels berufen hat; der 2i> >3 Pa pN anPi 'j > 'a Pwiam np-p 'i •fywo nriN .1203 DK. 22) vni'Ppi toottfD N'Pn ino .1)13 in : idin Pjw 'n ') '3 Pnid^ , piy «Pa. 23) ,131331 , npi33l HinntMl 1N13 , DOD1N DOpa wunjj02p. 24) ')'n doPd.