Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 21 (25.5.1850)
- Date
- 1850-05-25
- Page
- Spalte 327-328 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Studien. Der Natur-Philosoph von M. Zipfer. 328 327 ferner Wahrnehmung seiner Kleinen den Beutel seiner Brüste aufschlützt und sie ihnen darreicht? Wer kennt aber nicht die unauflösliche Gatteutreue und unverbrüchliche Liebe der sanften Taube, die nie den einmal erwählten Gefährten treulos verläßt, sich nie bundbrüchig gegen ihn zeigt, nie, und sollte ihr auch das Teuerste geraubt und dadurch ihre Wohnhafte verbittert werden, den häuslichen Heerd aufgibt?" lich, sondern befindet sich stets in ihrer Nähe und so oft sie Nahrungsmangel haben, oder ihnen Gefahr von Feinden drohet, packet die Mutter sie alle in den Beutel und flieht eilends davon. 15) nmon nnoi yten ’una vw : moa;w. my "j^p '2 na yjnDiwi tn-id dn wnSh DIN) Der Name nJIV soll daher kommen, weil die-Taube ursprünglich aus Griechenland jyi p-wb nach Asien verpflanzt sein soll. Die Taube war von jeher ein Gegenwand der Verehrung. Die affyrischen Könige führten sie als Feldzeichen iw ihren Wappen (Gans L. II. an. 1958). Daher die prophetischen Ausdrücke rwn jnn (Ier. 24, 38) und njy»n mn (Ier. 46, 16. 50, 16) für Grimm oder Schwerdt der Assyrier. Daß die alten Völker, vorzüglich die Samaritaner ihr göttliche Verehrung erwiesen, ist aus mehvern Stellen des Talmuds ersichtlich. Chullin 6 a heißt es: -in two inüo nir niDi pna’ 13 pnj m ion .nnm onaij; IW DI’-iJ. Nach K. Asaria de 'Rossl (Meor Enajime. 21) haben die Kutäer, die durch assyrische Könige nach Sichern und Samaricn versetzt worden sind, diesen Taubenkultus als Zeichen der Unterwürfigkeit und der Anhänglichkeit an die assyrische Dynastie eingeführt $ so sollen ihm zu Folge einige Völkerschaften aus dieser Ursache sich des Genusses des Taubenfleisches enthalten haben. Die Ursache dieser Verehrung ist zweifach, erstens die Milde und Sanftheit dieses Tdierchens, so daß es die Alten gar ohne Galle hielten (Clemens Faedeg. L. I. C- 5. Jsidorus Orig. L. 12. Sedulius L. 2 Carein). Ebenso niSiy ’JD W' l 'fl ^JJD 3D J'0 l"? bow poi*A n:n '121 onm p.D mo orb |w “p.pDn. Hingegen bemerken schon sehr richtig zurStelle: ]Ü22 TTiO 0."6 W' »TIP '121 Dmn TON mp) Auch Horus versichert, daß die Taube eine Galle im Rücken hat. Ebenso nennt Galenus jene lächerliche Leute, die die Taube ohne Galle glaubten, weil sie dieselbe bei der Leber nicht hat. Plinius L II. c. 37 äußert sich wie folgt: Quibusdam intestino tantum fei jungitur ut columbis. Die zweite Ursache dieser Verehrung ist die außerordentliche Treue und Keuschheit, welche die Taube gegen ihren Ehegcnossen bervahrt. Aristot. 1^. 9 c. 7 äußert sich wie folgt: Die Lauben begatten sich nie mit mehreren, noch geben sie je ihre vertrauliche Gemeinschaft auf. Plimus L. 10. c. 34 spricht sich ebenso aus: Pudicitia illis prima, et neutri nota adulteria. Conjugii fidem non viulant conwiunemque servant domum Nisa coelebs aut vidua niduni non relinquit. Nach Horus L. II. c. 30 begattet sich die Laube nie mehr nach Abgang ihres Ehegenossm. Die Frauen, sagt er daselbst, die nach dem Tode ihrer Männer Witwen verbleiben wollen, pflegen eine schwarze Taube als Symbol der Treue zu nehmen, weil auch diese während des Witwenstandes mit keinem andern Gefährten sich mehr verbindet. Nach Aelianus Olistoria L. lll. c. 44 gibt es sogar eine Todesstrafe bei den Lauben auf Unkeuschheit. Wenn eine Taube, sagt er daselbst, wollüstige Blicke auf einen fremden Tauber „Verkriech dich ebenso, o Tochter meines Volkes, ruft dir dieses liebliche Geschöpf zu, in die verborgenen Spalten deiner Felsenwohnung, in die geheimen Winkel des untern Gemaches, so Heuchlers Stimme dich hinaus zu locken strebt, und mit kosender Zunge dich ancedet: O zeige mir deine Gestalt, wie ist sie so herrlich, laß mich deine Stimme vernehmen, wie ist sie so lieblich." Aber die kleine Fliege, deren höchstes Lebensalter auf die Länge eines Tages sich erstreckt, ruft mir wieder meine eigene Vergänglichkeit und Hinfälligkeit lebhaft ins Gedachtniß zurück. Wie spreche ich zu mir selber, so ich die Wichtigkeit dieses.kleinen Geschöpfes betrachte, sind etwa meine Jahre, und sollten diese auch auf die Zahl von Tausenden sich belaufen, in den Augen des Unendlichen mehr als das kurze Leben einer Tagesfliege?" Ja, wie Gras ruft mir dieses Geschöpf zu, welken unsere Tage dahin, und verdorren wie eine Blume des Feldes, so ihnen nicht Gotteswort Bestand und Dauer verleihet. Doch bald erhebe ich mich aus dieser niederschlagenden Betrachtung der menschlichen Hinfälligkeit. Ich sehe wie rer Säemann weinend den Samen in den Schooß der Erde niederlegtz wie er schluchzend darüber klaget, daß er sein Letztes der Fäulniß Preis geben und sich davon auf immer trennen muß. Den ganzen Winter hindurch schlummert nun dieses Samenkorn in tiefer Erstarrung , seine Hülle fällt ab und wird zu Staub. Doch der Lebenskeirn, der ihm inne wohnt, kann nicht morsch werden. Aus feiner Mitte keimt beim Herannahen des Frühlings neues Leben hervor und schießt mit verjüngter Kraft frisch wieder auf. Nun trägt der Schnitter freudig seine gesammelten Garben nach Hause. Und aus dieser Erscheinung ruft mir eine Stimme zu": Auch du, o Mensch, wirst einst, wenn der Herr seinen allbelenden Thau auf die im Boden Schlummernden ausschüttet, aus der Tiefe der Gruft zum neuen Leben dich ewporraffen und gleich den Serasim in die Höhe emporsteigen und dankend die Allgüre des Ewigen preisen. Sehet in jenem Haine dort die jungen Sprößlinge eines Palm- und eines Eichenbaumes, wie kräftig sie aus den dahinwelkenden Trümmern alter Stämme emporwachsen und mit lebenskräftigem Grün sich kleiden. Vor kurzem erst standen an dieser Stätte morsche Ueberreste alter Bäume, wirft, so umringen sie alle andern und das Weibchen, zerreißen die weiblichen, das Männchen, die männlichen Tauber. Auch der Midrasch ist voll von der Treue der Taube. Rabba zum Hohenliede heißt es c. II! wie folgt: nym )f HW HD ny ron p rrow nyera rw no , O'yv2 ^ttiL" "P nrw q/n rw no , b^w p inio iniN nvoo nw Ptw 13 ronus' nmq ni’N rnnnno rrt’iu b bi) obi vhw iba t*b pan aiw sj>"n. 16) rwn ypD rron bi isn ikp.i P: mow iyVmp’ 'i 13H bu isn eo\ 17) 'i -i’riNip D’poyoo : didin opn nbnr. ®- Ketubot lll b. Sanhedri« 9v b. jiDJW D’p’12 D’TflJ) norm i'p pppim