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Der Orient · 1850-05-25 · Heft 21 (25.5.1850) · p. Seite 82

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 21 (25.5.1850)
Date
1850-05-25
Page
Seite 82 (sequence 3)
Language
German
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82 auf luzern'schen Märkten gegen die Ansicht der luzerner Regierung in dem Sinne entschieden, daß der Bnndesrath in seiner Kompetenz gehandelt habe, wenn er das luzern'sche Gesuch um Ausschluß der Juden abgewiesen habe. Italien. Aus Piemont, wird berichtet, daß die Israeliten daselbst vollkommen emaneipirt sind und diese Frucht des Jahres 1848 wird durch die Bildung des Volks ohne alle Bitterkeit genossen. Ein Israelit ist Mitglied der Deputirtenkammer, sehr viele sind Gemeinderäthe und daß Israeliten nicht in hohen Stellungen sind, liegt lediglich in der Kulturlage derselben, indem sich nur wenige Befähigte finden. Die Gemeinde in Turin hat in Bezug auf die Gleichstellung eine Dankadresse an die Kammer ubergeben. — Die jüd. Soldaten der französischen Expeditionsarmee zu Nom haben dem Pabst eine Petition zu Gunsten ihrer Glaubensgenossen im Ghetto überreicht, das Resultat ist aber noch nicht bekannt. Die jüdische Gemeinde zu Nom hat eine Adresse an diejenigen französischen Journale crbgcscndet, die ihre Sache gegen die Ueberfälle im Ghetto vertheidigt. Frankreich. In der Weise, wie die früheren Hefte des „Unrvers IsraeLite“ hier, insoweit sie Zustände der Israeliten Frankreichs berührten, auszüglich besprochen worden, habe ich nun die zwei Monathcfte vomMärz und April hier vorzuführen. Das vom März enthalt: 1) Betrachtungen über die Ordonanz des 25. Mai 1849, den israelitischen Kultus betreffend, in Bezug auf die Wahlen der Notabeln und der Consistorialmitglieder, indem unter der gegenwärtigen Republik anch dieser Punkt in Form der Volkssonverainität abgeändert wurde; 2) Uebcr einen Tempel nach sefardischem Ritus zu Paris. Die Israeliten dieses Ritus daselbst haben sich den 20. Januar dieses Jahres versammelt, um sich mit dem Project zu beschäftigen, einen neuen sefardischen Tempel für diese Gemeinde zu erbauen. (§in Mitglied der vorbereitenden Commission, Herr Pelöph Astruk, hat einen Bericht darüber erstattet, der mitgetheilt ist. Der Greßrabbi dieser Gemeinde, Herr Isidor, hielt dann eine zwar kurze aber geistreiche Rede über diesen Gegenstand. 3) Der öffentliche Unterricht. Das neue Gesetz, welches eine reactionäre Majorität der Nationalversammlung angenommen und das alle Antijesuiten und nicht Ultramontanen furchtbar aufgeregt, findet anch im Schooße der französischen Judenheit mit Recht die schärfste Kritik. Dann kommen noch einzelne Nachrichten. Die Ausgaben für den jüdischen Kultus pro 1850 betragen nach dem Budgetbericht 128,300 Fr., insoweit der Staat sich dabei betheiligt. Alls ministerielle Anordnung wurde in allen israelitischen Tempeln Frankreichs der 24. Febr. als Jahrestag gefeiert. Die consistorialen Neuwahlen haben bereits begonnen. In St.-Exprit wurde Fürder to und Joseph Nun es, in Marseille wurden Altaras und Bedarrides gewählt. Lyon wählt einen Rabbiner, man glarlbt, daß R. Charleville au§ Dijon hinkommt. In Straßburg hat sich der Tempel durch die Anstellung eines ausgezeichneten Sängers (Loeve) verherrlicht. Gustav von Rethschild, zweiter Sohn des Banquier, ließ sich bei der betreffenden Mairie naturalisiren; der General CH a n g ar n i er und Herr P o i ssan t warcll die Zeugen. Die Polemik des jesuitischen Katholiciömus in Frankreich gegen das Jndenthnm dauert fort. Ans Oran wird berichtet, daß dort während der Epidemie die Israeliten und ihr Rabbiner Cahen sich ausgezeichnet haben. Großbritannien. London, 1. Mai. Die im Unterhanse angenommene Bill, welche den jüdischen Bankier Sir L. Roth s ch i ld durch Abänderung des Eintritteides den Eintritt in das Unterhaus möglich machen sollte, ist bekanntlich zweimal vom Oberhanse verworfen werden. Das Unterhaus hat sich dadurch veranlaßt, nach Mitteln zu suchen, nm ohne Mitwirkung des Oberhauses sein Recht zu wahren und hatte zu diesem Zwecke eine besondere Kommission ernannt. Diese hat jetzt ihren Bericht erstattet, der, nachdem er die Entstehungsgeschichte der verschiedenen in England üblichen politischen Eide durchgeht, zu dem Schluffe kommt, daß ohne eine Abänderung der bestehenden Gesetzgebung, also ohne Mitwirkung des Oberhauses, Israeliten in das Unterhaus treten könnten, wenn sie den betreffenden Eid in der Form leisten, in welcher er ihnen von den gewöhnlichen Gerichtshöfen abverlangt wird. Ein Bild aus dem ungarischen Kriege. Keine Dichtung sondern vollkommene Wahrheit. Wir haben schon Vieles über und von den Inden Ungarn's während dieser merkwürdigen Jahre 1848 —49 vernommen, vsfieielle und uuofsi'eiette Nachrichten haben öfter die merkwürdige Vaterlandsliebe der ungarischen Juden, ihren Muth, ihre Hingebung, ihre Leiden bestätigt, aber dennoch glaube ich es von Interesse, wenn ich hier ein Bild mittheile, das zwar allgewöhnlich, doch durch die Anschauung und den Einblick, den es gewährt, überzeugender zu den Lesern spricht, als der beredteste Berichterstatter. Hier folgt die (SrnSMm*- <

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