Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 20 (18.5.1850)
- Date
- 1850-05-18
- Page
- Spalte 313-314 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 1× ep/1005097
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313 Studien. Die ersten Sammler der Psalmen Davids. 314 Verfasser von zwölf Psalmen steht — so war er, alter Wahrscheinlichkeit nach, auch der Verfasser der Überschriften derselben. Es sind seine Notizen für dieMenazchim der verschiedenen Musikabtheilungen. Daher spricht er auch von David immer in dritter Person, z. B. Ps. 18, 1 und 3, 1 und daher die Titel in den Überschriftenals mb VS und die Ruhm-Benennung : Schiggajen als: "ik/n jWYW wie nach ihm Habakuk seinen kühnen Psalm — Hab. 3 — die Psalmen Davids nnrJW als ni3^n '»'Y# nmut. Außer dem erwähnten läßt sich demnach mehreres erklären, was sonst ,schwierig war, z. 23«: A. Dem König zu Ehren schrieb Asaf mit einem stärkern Ausdruck Droo, wie Jer. 2, 22 -piy Drei, weil dieser das Wort in seinem Eifer gegen die Sünde, mit stärkerem Nachdruck aussprechen wollte. Vergl. 5 M. 32, 2 poetisch Mem für Bet gebraucht ist. Jesaja (38, 9) hatte diese Sympathie nicht für Chiskija. Der Eifer Asafö für die privaten Verhältnisse Davids hat ihm zu diesem stärker» Ausdruck Aulaß gegeben, denn Ps. 16, 56. 57, 58, 59 sind private Danklieder Dav-ids. Dem König zu Ehren fing er auch die Psalmen an mit einem solchen Privatliede, nämlich Ps. 3. — Denn wir nehmen an, daß Ps. 1: „&wn von Asaf ist, als einss den König rühmende Einleitung zu der Sammlung und daß er mit w'# den David meint, wie auch Moses ü/'ü genannt wird. Auch nehmen wir an, daß Asaf auch der Vers, ist zu Ps. 2: „ncb M HWY#-— wie es auch im Talmud heißt,, daß nämlich die ersten zwei Psalmen zu einander gehören. — Beide Psalmen sind als eine Art Dedikation an David — und ans Ehrfurcht anonym oder ohne Anzeige des Dichters. Asaf fand es nicht schicklich seinen Namen in die Samnrluttg obenan zu stellen. Ps. 3 ist also eigentlich der erste. — Irr Begeisterung für David hat Asaf sich beim Schlüsse des Ps. 1 in die Verhältnisse des erftcrn hinein gedacht, und gleichsam als rede David selbst, ist er mit Ps. 2 fortgefahren — wahrscheinlich mit einem Zwischenzeichen oder Absatzstrich, als eine zweite Abtheiluug, der veranlaßt haben mochte, daß Ps. 1 und 2 für zwei Psalmen angesehen worden sind. — In dieser Begeisterung ruft Asaf, als spreche David selbst: ,,Gott sprach zu mir: du bist mein Sohn u. s. w. — Daher ging er gleich darauf, sich ermannend, in die dritte Person V. 12 über: Küsset den Sohn, d. h. huldiget ihn, daß er nicht zürne. Der Ausdruck ipWJ ist dichterisch passend ans ovn 'itt. Durch die Salbung V. 2 ,,'irTOö" zum König, ist David wie cm neugeborenes Kind: ,,heute Hab' ich dich gezeugt", wie schön steht nun nicht derAnsdrnck ,,küsset" statt huldiget, in poetischer Harmonie mit dem Vorigen! — Auch der Ausdruck für p zeigt eine Zärtlichkeit an, wie Spr. 31, 2 rp zärtlich von einer Mutter. Deswegen ist als Schmeichetwort für ein Kind hier das chaldäische wie jenes "Q gebraucht. — Wir glauben m )pt£0 einfacher erklärt zu haben als die weitgeholte Erklärung des Chaldäers „Nlöbw top". — Man redet liebend ein nengebornes Kind gewöhnlich an mit einem alltäglichen Ausdruck. Will man Ps. 2 als den ersten annehmcn, so ist er vielleicht von David und verbessert von Asaf. Daher ist kein Verfasser angegeben. — B. Es läßt sich denken, daß Asaf, als hochgestellter Sammler der Psalmen, wußte, wer von den Korachiten der Verfasser des 88. Psalm war, der aus Bescheidenheit blos mp '&b darauf n io irrte. Asaf nahm sich aber die Freiheit den Namen des Verfassers hinznzufügen: mwi p'rb. Siehe 1 Chr. 15, 18 bis 21 mp p "" — C. Als Verehrer Davids war es Asaf, der die strengen Notizen an die „Menazchim", am meisten über die Psalmen, die ihm von dem König zngeschickt worden sind, notirtc, als: nnwn bx | b^m | dhdd | ~iübb. | YDtrV? | myb. M. s. unsere ,,Forschungen über die Ueberschristen der Psalmen", den Sinn dieser Notizen betreffend, wozu.wir in gegenwärtiger Abhandlung eine Stütze finden. — D. Wahrscheinlich ist Ps. 53 ein von Asaf verbesserter, statt den ihm von David gelieferten Ps. 14. Wahrscheinlich hat man dieses Manuskript Davids unter den hmterlaffmen Papieren Asass gesunden und er wurde den Psalmen emvcrleibt. Desgleichen ist vielleicht der Fall mit Ps. 70, der am Schluffe des Ps. 40 von Asaf, mit Verbesserungen ausgenommen war. —- (Fortsetzung folgt.) Literarische Aaalekten. Auszug aus einer größeren Abhandlung: „Zur Charakterisirung der Hittel^schen Schule und deren Lehren" von M. Zipfer, Rabbiner. Unter allen von Seiten dieser Schule für Moral und Sittlichkeit aufgestellten Lehren bietet uns keine so viele Schwierigkeiten dar, als der Gittin 90 a gefällte Spruch ir Betreff der Ehescheidung, nach welchem Jedermann berech tigt ist, sich von seiner Frau selbst wegen der schlechten Au» bereitung einer Speise nmpn ^5)8, wenn sie nur eine Speise ihm anbrennen ließ) scheiden zu können. Gegen die Leichtfertigkeit eines so wichtigen Aktes, als es die Ehescheidungist, scheinen auch vorzüglich die sarkastischen Angriffe des Evangelisten (Mt. 19, 3—10) gerichtet gewesen zu sein.