Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 20 (18.5.1850)
- Date
- 1850-05-18
- Page
- Spalte 309-310 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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310 1309 | Studien. Der Natur-Philosoph von M. Zipfer. gus auf das Feld der Blüthen schwärmen, sich da in die Blumenkelche Lief tauchen, und mit der süßen Bürde des Honigs beladen freudig der Heimat zueilen; wie da ferner jeder Müssiggeher aus ihrem gemeinschaftlichen Verbände versroßen wird und Alles in stiller Ordnung unter der Aufsicht einer sie weise leitenden Gebieterin an der Errichtung der Men arbeitet; .wenn ich das alles sehe und das Drängen und Laufen, Summen und Schwärmen dieser kleinen Republik bemerke; so ertönt mir mit hundertfacher Stimme jener weise Spruch meines Vaters in Ohr und Herz^: Wenn du dich von deinem eigenen Händewerke ernährst, o Heit und Wohl dir dann. Md muß ich nicht, um nicht auch von diesen kleinen Geschöpfen beschäme zu werden, ihrem Beispiele nachzufolgen mich bestreben? Ihr vernehmt doch den täglichen Ruf des Hahnes, der von der Natur dazu ausgestellt zu sein scheint, uns den weichen Armen des Schlafes zu entreißen, und sogar der" Faul- 9) 7!? 3)£3i -pjw*, bjsn '0 7’dd JA.' : moiN mm Won der weisen Staatseinrichlung und thätigen Lebensweise der Bienen ist jede Naturgeschichte voll; auch die hebräische Benennung miXl weifet darauf hin, weil das Grundwort 121 nicht blos „reden" sondern auch führen und leiten bedeutet (Ps. 18, 48, 47, 4). Daher auch der weibliche Name mm (.griechisch Melissa) für eine weise Haushälterin, und den auch die Prophetin, oder wie sie sich selber nennt qn führte. In diesem Sinne hat schon die Sept. Spr. 6,8 folgenden Beisatz in den Text ausgenommen: Gehe hin zur Biene und lerne, wie thätig sie ist, welches vortreffliche Werk sie verrichtet, von ihrer Arbeit genießen Könige und Menschen zur Gesundheit, sie erscheint jedem vortrefflich und erhaben; obwohl an Kräften schwach, empfiehlt sie sich nichts destoweniger durch Weisheit. Aehnliches sagt auch Seneca Lp. 84. Apes, ut ajunt, debemus imitari , quae vagantur et ilores ad inel facienduni idoneos carpunt deinde ipiidquid attulere disponunt ac per favos digerunt. Auch die chaldäische Version gibt das (Job. 38, 32) orun mit jroin. Der weibliche Name mm bedeutet also Führerin. 10) mpn 'MI rotsn bä©)? 'M nj? : idin bj.nn ■pWD, Der Hahn ist zu jeder Zeit, vorzüglich im hohen Alrerthume ein Gegenstand der Verehrung und der Bewunderung gewesen, theils wegen seiner Wachsamkeit am frühen Morgen, lheils weil er die Zeit so genau zu bestimmen weiß, und jeden Tag wie durch Inspiration zur pünktlichen Stunde mit seinem Morgengruße ruft. Nach seinem Namen wurden daher verschiedene Städte (Tanagra) und verschiedene Länder sogar (Gallien) benannt. Auch die Stadt lli gibt die chaldäische Uebersetzung mit *pD. Nicht minder mußte der Hahn dem Götterdienste der Alten als Gegenstand des Kultus oder als Symbol dienen und es wurden mehre Gottheiten in seiner Form abgebildet; so sollen auch nach der Erklärung des Talmnd (Sanhedrin 53 b) die Namen Sukkot, Benot und Nergel (2 Kön. 17, 30) Hahn und Henne bedeuten. Auch in der chr. Welt war es ein alter Gebrauch auf die Kirchthürme das Bild eines Hahnes zu setzen, weil die Kirchenlehrer ein Bild der Wachsamkeit vorstellen (Adelung Art. Hahn); das zeitliche Rufen des Hahns diente ferner bei den Alten als Zeichen des Erwachens, heit zu zeihen, so wir nicht gleich seinem Rufe Folge leisten. .Doch zu welcher sorgsamen Mutterpflege und Elterntreue ermahnt uns nicht seine Lebensgenoffin, die gluckende Henne, die mit schützenden Flügeln ihre Kleinen vor jeder noch so geringen Gefahr" zu decken sucht. Oder erblicken wir nicht dasselbe Bild bei der sorgsamen Schwalbe, die ein weiches warmes Nest für die zarten Jungen bauet," damit sie vor jeder rauhen Luft gesichert seien? Und ist nicht auch der als grausam verschriene Rabe über das Schicksal der Seinigen 13 als Zeitpunkt, wo der Fleißige seine Arbeit zu beginnen hat, etwa wie wir jetzt auf den Stundenschlag der Uhr warten; so wurde der Zeitpunkt, an dem der Priester jeden Tag den Altar von der Asche reinigen mußte, durch das Rufen des Hahnes bestimmt (Joma 20 a). Ja der ganze Gottesdienst im Tempel begann mit dem Rufen des Hahnes, und König Agrippa schickte sogar Geschenke einem Hahne, weil er dessen Geschrei in weiter Ferne (rviNmD vhw) wahrgenommen (ibid b). Nicht minder wird in der Bibel aus diesen Vorzug des Hahnes hingewiesen, so übersetzt der Talmud (R. H. 26 n) die Stelle: sM ''D IN (Job. 38, 36). Wer verleihet dem Hahne Verstand, um nämlich die Morgenstunden unterscheiden zu können; ferner werden die Stellen o njji Niän bxi (Job. 3, 7) und ->Dän bipb oip'i (K°h. 12, 4) nach einigen alten Uebersetzern aus den Morgenruf des Hahnes gedeutet. Sokrates ließ in seiner Sterbestunde einen Hahn als Bild des Erwachens zum neuen Leben opfern. Was die Gänse im Kapitolium, scheint also der Hahn im Tempel gewesen zu sein. 11) Siehe Mat. 23, 37. Luk. 13, 34. Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein,, unter ihr? Flügel. In diesem Sinne gibt auch die chal. Version die Stelle (Job. 38, 32) rf02 b)) cron mit ]rmn nnnoN by Neun, wodurch eigentlich das Siebengestirn oder die Plejaden unter dem Bilde einer Gluckhenne mit ihren Kleinen zu verstehen ist. 12) rh ]p -)n~n rvo hnhd im w : xhn im rrnmv rw i^n. 13) hx hx o n'2 2~))yb : idw miy "61*? i^iii Ketubot 49 b. Wenn Jemand seine Kinder nicht ernähren wollte, so ließ R. Ehasda öffentlich ausrufen, selbst der Rabe will Kinder haben, dieser Mann aber wünschet keine. Die obenerwähnte Eigenschaft des Naben, wodurch wir Aufschluß über die eben citirte talmudische Stelle erhalten, findet sich in einer französischen Naturgeschichte und lautet wie folgt: he corbeau male marque un grand amour pur le femelle, il prand soin de Ja nourir et de l’engraisser dans le tems de i’incubation. Nach dem hebräischen Kommentar zu Job 38, 41 wird der Rabe als grausam gegen die Seinigen geschildert, die er gänzlich ihrem Schicksale überläßt und die sich nur durch eine besondere göttliche Vorsehung Nahrung verschaffen können. pio rp'pni csom orraNEt bäiN 'bna tyrr äii)? 'Jnn orps imb i’djdji jriNiäD pmajn OWiN' onb. Lehnliches sott sich iw Plinius nach einem Citate des Servius in seinen Noten zum ersten Buche der Georgic, finden. Er äußert sich wie folgt: Plinius in Naturali Histuria dicit corvos obliviosos esse et plerumque minime ad nidos suos reverti, sed quadam ratione naturae congerunt ad suos nidos qua'e vt-rmes possint creare, ex quibus relicti eurum puili aluntur interduni. 20