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Der Orient · 1850-05-11 · 19 (11.5.1850) · p. Spalte 299-300

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
19 (11.5.1850)
Date
1850-05-11
Page
Spalte 299-300 (sequence 6)
Language
German
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2SS Studien. Bemerkungen über die Oppenheimer'sche Bibliothek. Das der Katalogist keine zwei Worte hebräisch schreiben. konnte, weiß der Leser, welcher die Bücher zu sehen Gelegenheit hat. Das □''Wn pj/D bezeichnet der Katalog,ft mit den Worten "OÖ Der Leser meint, das sindzwei verschiedene Sachen, während es doch nur im Ganzen ein philosophisches Gebet ist. Beiläufig mag hier zugleich dabel bemerkt werden, daß es nicht geistreich stylisirt ist, und den schlechtesten spanischen Produktionen. Dieser Art nachstehet, die italienische Uebersetzung liest sich besser als das Original, obwohl sie auch sehr matt ist. Der hebräische Text sagt oft etwas anderes über den Inhalt oder über den Autor eines Werkes, als die lateinische Uebersetzung. Ohne Sekbstanschauung kann man doch nicht, wenn nicht der heilige Geist zu Hilfe kommt, ein entscheidendes Urtheil fällen. Nr. 82 in 8. ist im Hebräischen dem Verfasser des Nizzachon zugeschrieben, die lateinische Uebersetzung schreibt dieselbe dem R. Josef Kimchi zu. Die Selbstanschauung lehrt, daß es der Nizzachon selbst ist. Die Handschrift als solche hat übrigens nicht den geringsten Werth. Die Hälfte ist ganz verlöscht, und das Uebrige ist auch schwer zu lesen. Das Buch (Nr. 501, 8) giebt der hebräische Katalog sehr unbestimmt an. Seine Worte Lauten rDTDn Dnjw *pr6, welches auch kalligraphische VorLegeblätter bedeuten kann. Die lateinische Uebersetzung giebt es als Grammatik aus. Eigentlich aber ist es ein Li- Lulaturbuch von einem Briefsteller, der aber'nicht dabei ist. Es enthalt dieses Büchlein nur einige Blätter und hat nicht den geringsten Werth. Der lateinische Uebersetzer giebt oft Notizen über Bücher oder Expositionen über ihren Inhalt, die man in dem hebräischen vermißt. Aber diese Inhaltsangabe reicht nicht hin für wissenschaftliche Zwecke» So giebt der lateinische Uebersetzer bei dem an, es heißt auch TW *00. Es mag dieses sein. Aber in dem Werke selbst, steht dies nicht. Wir haben oben bereits einige Beispiele gegeben. Welcher Leser wird aus den Worten c^rom 1DNQ (Nr. J666/ 4 , welches der lateinische Uebersetzer de par.abol. übersetzt, sich denken, daß dieses eine Abhandlung über Almbute Gottes, so wie über das göttliche Wissen selbst ist? Dem Uebersetzer hat man den Inhalt nicht gesagt, und der Katalogist hat denselben nicht verstanden. Eoenso wenig als er wußte, daß das DiDiDHN zwei Wörter sind und „Bruder Thomas" heißt. Der lateinische Übersetzer giebt dieses ebenfalls Achnomus. Es ist diese Abhandlung selbst nur zwei Blätter stark und sehr dunkel. Wir glauben, der befer wird aus diesen Proben genugsam überzeigt sein, daß ein Katalog, der auf solche Vorarbeiten gegründet ist, nur Lächerlich sein kann. Er kann nicht einmal den gewöhnlichen bibliographischen Bedürfnissen entsprechen, geschweige für literaturhistorische Zwecke. - Er kann höchstens ein modernisirter q'W T)0&y werden, welcher dadurch nur Werth hat, weit man nichts besseres hat. Dabei ist aber nicht viel Ruhm zu holen, weder für den Unternehmer noch für den Bearbeiter. 308 Wir wollen nun den Leser zu entschädigen suchen für die Trockenheit dieser Mittheilungen z als Anhang zu diesen Zeis len drei Bücher genau beschreiben. Nämlich ein talmudisch es. Dazu haben wir die mpiOQ nobn bestimmt, ferner ein philosophisches, dies soll das erwähnte sein. (Nr. 1109/ 4) und endlich ein belletristisches, dieses soll das “0D fein. Die etwaigen Fehler, die sich in diesen Beschreibungen finden, werden hoffentlich die Kollaboratoren ausbeffern, und wir sind denselben im Voraus dafür verbunden. Vielleicht, dies ist eine roscnfarbene Hoffnung von uns, wenn die Beschreibung gut ausfällt, wenn die Literaturhistoriker diesen Beschreibungen ihren Beifall nicht versagen werden, vielleicht daß wir auch von dem Unternehmer des Katalogs als würdig befunden werden, in die Zahl der Kollaboratoren eintreten zu dürfen, um auch Zettel nachzumalen. Der Tag dieser Bestellung würde zu den glücklichsten unseres Lebens gehören, und würde uns vergessen machen alles Ungemach, so wie das neueste Gebet vom Oberrabbiner an der Küste von Koromandel, so wie auch das Antwortschreiben des Hrn. Le brecht in der Zeitung des Iudenthums, welches wir übrigens bis jetzt (6. December) nur vom Hörensagen kennen u. s. w. Daß man in Oxford, im Allgesichte der vielen Handschriften, in Bezug auf gedruckte Werke mehr mittheilen kann, was weder Wolf noch de Rossi kannte, verstehet sich von selbst. Wie foUre man sonst wissen, daß der alte gedruckte Kommentar des (welcher identisch ist mit dem handschriftlichen Eoll. Oppenh. Nr. 1176 B 4. und mit dem bei Ure Nr. 38, letzterer hat mehr Verschiedenheiten) Stellen aus dem 'bwü (Collektion Michael Nr.401) citirt wenn auch anonym? Ueber S a ad j a Longo giebt den besten Aufschluß die Handschrift (Pococke Nr. 74) auf der Oxforder Bibliothek, deren Werth Ure nicht gekannt hat und welche wir beiläufig erwähnt haben in diesen Blattern (1819. Nr. 45). Daß das gedruckte rDW rDDD ganz ist, erfährt man aus einer Handschrift auf der Bodleiana, welches Ure nicht erwähnt hat. Ueber R. Salomo Bonfed, von dem ein schöner Brief abgedruckt ist in VlH VrTÜN1, erfährt man viel Näheres über seine Zeit in der Handschrift Collektion Michael (Nr. 809). Die alte Ausgabe des THDn rrnn “1DNÜ — die wir aber nicht gesehen haben — erwähnt Isaak "den Salomo ^Akris (niD^&y p pHiP Dnpy) in dem interessanten Vorworte seiner Ausgabe von TmihNO rpJUV. Es ist diese Notiz dem Bibliographen interessant. Daß das Trauergeoicht von Josef Ibn netten Handschrift dieses Werkes und in einer andern sehr eleganten auf derBodleianischen Bibliothek Ibn Roschd als Verfasser des □ vpiyn genannt ist, so ist dies dennoch nicht der Fall, sondern A lgh aza l i ist Verfasser desselben. Abraham den Chasdai sagt es selbst im Vorworte seiner Uebersetzung des p-jtj 'OTne von Alghazali. Isaak de L altes erwähnt dieses Werk (DWyn \)TNO) ebenfalls in seinem *ny&P, aber ohne Angabe des Verfassers,

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