Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 18 (4.5.1850)
- Date
- 1850-05-04
- Page
- Spalte 285-286 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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285 Studien. Webet das apokryphische Buch Esra, 286 8, 10) hwaGiictTct und yXyndöpccta, beides die getreue Uebersttznng, besonders da TuacFfiara, welches der Wurzel noch besser entsprechen würde, in diesem Sinne nicht gebräuchlich ist.811 — Evoöüv für (s. Au in. 203) oder G^XriQvvoa für ntypn I, 48 [2 Ehr. 36, 13). kann man gar nicht hierherrechnen, da beide, besonders letzteres, die gebräuchlichen Uebersctznngen sind. Sollte man aber auch lieber annehmen wollen, daß diese mannigfachen Nebereinstinnnungen nicht zufällig seien, so würde doch nicht zu erweisen sein, ob nun E. A. die I^XX benutzt oder ob das Umgekehrte der Fall gewesen. Die Sache würde schon dehalb für unsere Untersuchung kein Resultat geben. 8-7. \ Das apokryphische Stück (III, 1 — V, 6). Um so wichtiger wäre es zu bestimmen, ob der apokryphische Theil ursprünglich griechisch abgefaßt oder anö dein Hebräischen oder Chaldäischen übersetzt sein möge. Doch wage ich. nicht (hier schon) darüber zu entscheiden. Der Styl ist dem in den übrigen Kapiteln gleich und es ließe sich Alles leicht ins Hebr. zurückübersetzen. Einzelne Ausdrücke möchten specicll für ein hebr. Original sprechen z. B. IV, 29 lapßdvsiv jiQogcona (d\3d Ntt'J); doch wissen wir aus anderen apokryphischen Büchern, die notorisch nie hebräisch vorhanden waren — z. B. das Buch der Weisheit — daß sie nichtsdestoweniger ein durchaus hebräisches Kolorit haben. Da indessen der Uebersetzer unseres Buches, wie wir gesehen, sonst gut griechisch verstand und schreiben konnte, so ließe sich doch wohl behaupten, daß er, ohne durch eür Original beengt gewesen zu sein, hier freier von Hebraismeu geschrieben haben würde. Ans dem Inhalte des Stückes läßt sich über seinen Ursprung eben so wenig Gewisses ermittelt! als ans der Sprache. Der Kern desselben, die Schilderung der Kraft des Weines, des Königs, der Weiber und der Wahrheit, kommt sonst nirgends mehr vor und es läßt sich daher nicht angeben, ob dies hier Original oder anderswoher entlehnt sei. Berthold sagt zwar (S. 1008): ,,Der Zusatz ist ein philosophisch-moralisches Räsonnement iu ein historisches Gewand gehüllt, nach dem Geschmacke der Alexandriner." Wir sind aber dielen „Alc.ran drinismnö" schon bei den „Stücken wählt, so namentlich 'b'yü) (vergl. oben 1, a), welches gerade LXX. falsch über ft c und E. A. richtig, wahrend de Welte, m i t Anführung der Uebersetzungen , das Gegenteil angnbt. Auch VI11, 73 [9, 5] ist von E. A. rnit vtjotslcc nicht gerade falsch übersetzt Ich vermurhe, daß de Wette diese Beispiele aus Trendelen bürg entlehnt und sich vergriffen. ’ 211) güc nUD in dems. V. hat E. A. dnoazoXaC LXX in Esther" begegnet (s. Nr. 3 Anm. 152 und 156) und haben ihn da als bloße Phrase der Jsagogiker, die nicht stichhält kennen gelernt; auch hier habe ich nichts Alerandrinisches entdecken können; oder soll es die Hypostase der Wahrheit sein? Aber da wäre die öocpict, die ebenso gut gepaßt hätte, recht alexandrinisch t — Für einen jüdisch - palästinischen Autor scheint vielmehr der Umstand zu sprechen, daß es IV, 45 heißt: „den Tempel, welchen die Jdumäer verbrannt" und das. W. 50 ,,die Jdumäer^ sollen die Dörfer Herausgeber!, welche sie von den Inden in Besitz haben." Dies ist freilich im Allgemeinen nach biblischen Andeutungen2,3 doch sieht man keinen Grund ein, warum ein egyptischer Jude Nationalhaß gegen Jdumäer hätte zeigen sollen (und der spricht doch aus diesen Stellen), während die palästinischen Ln den Makkabäerkricgen wieder neuen Anlaß dazu erhielten.2" Im Uebrigen werde bemerkt, daß das Stück vom Buche Esther und von Daniel abhängig ist. Ersteres zeigt das III, 2 vorkommende „von Indien bis Äthiopien. 12? Satrapien"; letzteres die früher (Nr. 50 sub C s. Anm. 104) mitgetheilte Stelle. Die im Daniel ansgezähltcn Ehrengeschenke sind hier bombastisch vermehrt. Eine andere Stelle IV, 26 „Viele sind Sklaven geworden durch die Weiber" könnte ans Bekanntschaft mit der Mythologie Hinweisen, der Ausdruck scheint eher auf Herkules als auf Simsen zu passen.215 Das Lob der Wahrheit ist dagegen in echt israelitischem Geiste gehalten. Die historische Einkleidung ist sehr unbeholfen. Darius kann nicht schlafen, die Leibwächter verabreden mm die Frage: Was ist das Stärkste? zu beantworten, die Antwort anfznschreibew und dem Könige unter das Kopfkissen zu legen (also schläft er doch), dem Sieger solle derselbe dann die und die Gaben und Auszeichnungen verleihen. (Als ob sie darüber zu verfügen gehabt!) Josesus hat dies passend dahin abgcändert, daß Darius selbst, um sich die Zeit zu vertreiben, die Aufgabe giebt und die Belohnung verheißt, nach dieser geistigen Anstrengung schläft er ein. Dagegen ist es bei Josefns 212) Andere L. A. an dieser Stelle „Chaldäer^ doch haben Jos. (Jll. §. 8) und Vulg. ebenfalls Jdumäer. 213) Ps. 137, 7. Ezech. 35. Obad. — Hebet das Besetzen jüdischen Landes durch Jdumäer Ez. 35, 10; 36, 5. l Mail. 5, 65. — Auch Vill, 69 [9, 1] steht unter dem heidnischen Völkern statt ’ldov{ialot OEHN durch Versetzung?). 214) 1 Makk. 5, 3z 2 Makk. 10, 15z 12, 32. 215) Woher mag der Verf. den Namen von Darius Favoritin: A p a in e, Tochter des B a g z d%7jg (Josesus 'PtcßsZd'urjg Dp^m, Vulg. Baznccs) zov ^av(.taaz ov — Vulg. mir itioi; Josesus zov ©sfuxalov oder nach Petit; ®tcvfi,<xGlov (s. Havcre. z. St. III, tz. 5) — haben? —