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Der Orient · 1850-05-04 · 18 (4.5.1850) · p. Spalte 275-276

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
18 (4.5.1850)
Date
1850-05-04
Page
Spalte 275-276 (sequence 2)
Language
German
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275 278 Studien. Die literarischen Vorlagen des Talmuds. mit sieben Gießröhren, 377 von den sieben Augen Gottes,378 den-zwei Oetbäumen, 379 von dem fliegenden Buche, 380 dem (5fa,381 von den vier Wagen J8i u. s. w. wurden theils auf geschichtliche Bezüge der Zeit, (Heils auf spatere messianische Zustände gedeutet. Die übrigen Stücke außer den Visionen 383 bezog man auf eine messianische Verheißung, als gerade Abgesandte babylonischer Juden mit reichen Geschenken nach Jerusalem gekommen,384 dann folgen Ermahnungen und Verheißungen bei andern Gelegenheiten, zwei Jahre später erlaffen, bis endlich das achte Kapitel das Ganze, d. h. denjenigen sogenannten ersten Tbeil, um deßwillen Secharja zwischen Chuggai und Malachi gesetzt wurde, abschließt. Das Charakteristikon dieses Theilcs ist das traumhaft Visionäre und Symbolische, das kaum zu enträthsclnd, 385 und die talmndische Agada hat sich in Deutungen vielfach versucht.388 sjßag den Seher Secharja b. Berechja, als Ve.rfaffer dieses Theiles, anlangt, so behauptet die Tradition, daß er mit Secharja b Je berechja, dem Zeitgenossen des Urijja ha-Kohen im Buche des Jesaja337 zu identisiciren fei, 333 sowenig dies chronologisch und exegetisch zu rechtfertigen ist undungeachtet er gerade ausdrücklich als n achexilischer Prophet bezeichnet wird. 389 Die nun folgenden sechs Kapitel des Secharja, 390 die sich schon durch die Ueberschrift als etwas Besonderes charakrerisiren, erkannte die talmudische Periode nicht als vom ersten Lheile verschieden, obgleich die ELgenthumlichkeit in Sprache und Wendung, der Mangel des Visionären und Symbolischen, klar genug darauf Hinweisen; vielmehr wurde das Charakteristiken dieses Theiles ebenfalls als nachexilische Prophetie für die.messianische Zeit geschildert. 392 Den Glauben festhaltend, daß auch dieser in Form und Inhalt so verschiedene Lhcil von unserem Secharja ausgegangen, deutete man den Inhalt theils auf die jüdischen Zustände während der ersten Herrscher nach Alexander, theils auf eine noch spätere messianische Zeit, da die prophetische Voraussicht niemals bezweifelt wurde, und dieser talmudischen Weise folgten dann die bessern nationalen 377) Sech. 4, 2 flg. . '378) ib. 4, 10. 379) ib. 4, 11. 380) ib. c. 5. 381) ib. 5, 6. 3c2) ib. c. 6. 383) ib. 6, 8 — 8, 23, 384) ib. 6, 9-15. 385) Vergl. Raschi zu Sech, l, 1. nvDO rroi HNDJ jnnDb irvon nbrb nion nwio ra w o und nm mio Kn djhhd nrns« hy n'bw un ]w. 386) S. Toldot Ahron zu den Stellen. 387) Jes. 8, 2. 388) Makkot 24b; Echa rab. e. 3. 389) Makk. 1. 6. Sanh. 99 u. Joma 39. 390) c. 9-14. 391) Sech. 9, 1; 12, 1. 392) Sanhedrin I. c. Erklärer.223 Inhaltlich folgt zuerst ein Massa über Chadrach, Damast, Chamat^ Tyrus, Sidon und über das damals tetrarchischeFilistäa, die sämmtlich in ihrer heidnisch-feindlich^ Selbstständigkeit vernichtet und Juda untergeordnet werden sollen;394 der Tempel soll fortan gegen Heereszüge und plündernde Streifrotten geschützt, von keinem Brandschatzenden (Nogesch) 335 mehr heim gesucht werden.398 In Zion und Jerusalem zieht ein frommer, siegender König ein, der zu>n Zeichen der Demuth und des Friedens auf dem geduldigen Reitthiere des Friedens rettet/307 die Werkzeuge des Krieges werden verbannt, der Frieden wird befohlen und die Herrschaft reicht vom Meere (Nil) bis zum Meere (Eusrat). "8 Die in Gefangenschaft von den Griechen 399 (Seleukiden) weggeschleppten *on, die von der Hoffnung hingehaltenen Gefangenen werden frei, und zum Ersätze wird doppeltes verkündet: erstens daß Juda der Bogen und Efrajim der Köcher Gottes sein werde, um die Gefangenen zu erlösen, und zwei» tens daß die Söhne Zions, als Heldcnschwerter, die griechischen Zwingherrn besiegen, 401 die neue Zeit wird sich glänzend erheben 402 und das Land gesegnet fein.*03 Die frühere Unterjochung kam nur daher, weil sie den Orakelgöttern (Terafim^, den Wahrsagern und trügerischen Traumgefichten gefolgt und sie gingen hirtenlos in die Irre.404 Nun aber hatten sie in den griechischen Königen zwar Hirten und Regenten, aber solche, über die Gottes Zorn entbrannte, so daß er die Heerde selbst stark machen mußte wider dieselben. Juda gleicht einem niltthigen Kriegsroß, nachdem die fremden Hirten entfernt wurden; es erstehen Feldherrn und große Kriegeshelden, welche die Feinde besiegen *05 und die Rettung wird sich auch auf die Zehnstämme erstrecken^06 und selbst in ihrer Verstreuung wird sie die einmüthige Gottesbegeiflcrung heimführen.407 Aus Egypten und Aschur werden sie heimkehren, der Nil und der Eufrat wird sie n'cht hindern, und sowohl die Macht von Egypten als die von Aschur wird schwinden. ^98 Nach der Tradition bezieht sich diese Massa auf den Kampf und Sieg der Makkabäer. Aschur ist das Syrien der Seleukiden, 393) Raschi, Jbn "Esra, Kkmchi u. A. 394) Sech. 9, 1-7. 395) Dan. 11, 20 wird dieser Ausdruck von dem Tempelräuber Heliodor gebraucht. 396) Sech. 9, 8. 397) ib. 9, 9. 398) ib. 9, 10. 399) C'TDN >b. 9, 11; vgl. Am. 1, 6; n6jn Esr. 6, 16. 400) ib. 9, 13. 401) ib. 9, 11 — 13. 402) il>. 9, 14—17, 403) ib. 10, 1. 404) ib. 10, 2. 405) ib. 10, 3-5. 406) ib. 10, 6—8. 407) ib. 10, 9. 408) ib. 10, 10-12.

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