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Der Orient · 1850-05-04 · 18 (4.5.1850) · p. Spalte 273-274

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
18 (4.5.1850)
Date
1850-05-04
Page
Spalte 273-274 (sequence 1)
Language
German
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Meraturblatt -es Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. -eipzi g, den 4. Mai 1830. 3nt)alt. Studien. Die literarischen Vorlagen des Talmuds. Der bibl. Kanon des Ta'mud's. Von Jul. Fürst. (Forts.) — Der Natur Philosoph. nach Perek Schira, von Nabb. M Zipfer. — Ueber das apokryphische Buch Esra. Von Dr. Treuenfels in Weilburg. (Forts.) — Kulturhistorische Miscellen von L. Dukes. Ein neues Gedicht von Jbn Gebirol über Jekutiel. Ein Liederbuch von Isaak Ha-Lewi. — Unkündiciungen. Die literarischen Vorlagen deö Talmuds. (Fortsetzung.) Xi. Das „Pro p her enbuch des Secharja b. Berechja b 'Jddo h a-Kohen", 363 eines neben Chaggai bekannten Förderers des Tnnpelbaues,364 und dieses Buch galt seiner zahlreichen, traumhaften und fast unlösbaren Visionen wegen als eines der dunkelsten in der altnationalen Literatur. 3«5 Sein Großvater 'Iddo gehörte zu den pciesterlichen Remigranten mit Serubabel und dem Hochpriester Jeschu'a z er war einer der ständigen Priesterhäupter, wie später Secharja unter dem Hochpriester Jojakim,3" und ebenso sollen beide auch Propheten gewesen fein.3(57 Was den Inhalt anlangt, so ist er nach der Zeitenfolge geordnet,368 nämlich im achten Monat des Jahres 464 wurde von dem Seher ein kurzer mahnender Zuruf zur Bekehrung trtaffen,369 der auf Ermunterung zum Tempetbau hinauslief, 363) rror Sech. 1, 1. Aus Neh. 12, 16 ist das Ha-Kohen kombinirt. 364) 'Esr. 5, 1z 6. 14. Da steht jedoch blos den 'Jddo, mit Weglassung des Mittelgliedes, wie oft bei genealogischen Aufführungen, 365) Siehe Raschi zu Sech. 1, 1. Ferner vergl. Jbn 'Esra, Kimchi und Abravanel z. St. 366) Neh. 12, 4. 16. 367) wa-Jikra rab. 6 §. 6. Megilla loa. 368) Sech. 1, 1. 7; 7, 1. 369) Sech. 1, 2-6. aber wie es scheint, nur bruchstücklich erhalten und vom Sammler als etwas Allgemeines dem eigentlichen Inhalte, den Visionen, als Einleitung vorangestellt wurde. Am 24. des 11. Monats desselben Jahres (Febr. 463) verkündete der Seher eine Reihe räthselhafter Visionen, und zwar als Gesichte der Nacht, als Traumgebilde, Vergangenes und Zukünftiges beschauend, an welche sich bereits die Tradition mit ihren Auslegungen machte, auf die hinzuweisen wohl am Platze ist. So die Vision: „Ein Mann reitet auf einem rothen Rosse und macht Halt zwischen den Myrthen in der Tiefe und hinter ihm kommen Reiter auf rochen, fuchsigen und blassen Rossen." Der reitende Mann, welcher als der Vorderste ein Roß der ersten Reihe reitet und Auskunft ertheilt, soll, der Tradition nach, Gott sein, der die Erde durchstreift, das rvthe Roß wesst auf Krieg und Blutvergießen und die Myrthen in der Tiefe, wo er Halt macht, das sind die drei Frommen Ehananja, Mischael und Asarja, welche ihn vom Blutvergießen adhalten, und die Tiefe (Mezulla) ist der symbolische Name von Babel.370 Und in gleicher agadischec Weise wird die Vision von den vier Hörnern,371 vier Werkleuten.37^ von dem Manne mit der Meßschnur373 gedeuttt.374 Die Vision von dem Hochpriester Jeschu*a, wie er als Beklagter vor Gotr erscheint,375 hatte man theils mit der Sage, daß auch der Hochpriester in den feurigen Ofm geworfen wurde, theils ans die Versündigung seiner Kinder durch Verheirathung mit Heidinnen bezogen z37^ die von Dem Kronleuchter 370) Sanhedrin 93 a. 371) Sech. 2, 1—2. 4. 372) ib. 2, 3. 373) ib. 2, 5. 374) S. Jalkut z. St. 375) Sech. v. 3. 376) Sanh. 1. e. 18

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