Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 15 (13.4.1850)
- Date
- 1850-04-13
- Page
- Spalte 229-230 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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829 Studien. Die liter. Vorlagen des Talmuds. 23« stc, genannt wird, «- in dessen zweitem Regierungsjahre der > Feldherr Nedukadnezars, im 19. Jahre der Regierung des endliche Weiterbau des Tempels nach langer Unterbrechung | letzter», zum letzten Mal Jerusalem plünderte, in Brand steckte gestattet Wurde und die zwei Propheten Chaggai und Secharja ausgetreten sind, ist kein anderer als Darin 6 Nothus bei .den griechischen Geschichtsckreibern, der, eben darum weil seine jüdische Mutter nicht von dem Ad^lgeschlechteder'Achameniden entsprossen war, den Namen No t h us, der Nichlebenbürtige, nach persischer Sitte genannt wurde. Das apokryphische oder dritte Buch Esra sagt von diesem Dari us/" daß er bereits am Lage feines Regierungsantrittes in Babylonien (seiner Mutter) angelobt hatte, Jerusalem wieder zu bauen, was von dem Sohne Esters wohl begreiflich ist. Sein Vater Xerxes (Achaschrverosch) wurde im Jahre 485 v. Ehr. Beherrscher des großen Perserreichcs, und nachdem er 467 ermordet wurde, übernahm Artachschasta (Artaxerxes Langhand) die Regierung des persischen Gesammtreiches, während der Sohn Darius Nothus im nächsten Jahre (466) als Vasallenkönig über das chaldäisch-babylonijche Reich eingesetzt wurde?" Dieses Einsttzungsjahr des Darius Nothus zum Vasallenkönig des chaldäisch - babylonischen Reiches, welches abhängig vom persischen Reiche war, ist schon darum wichtig, als der Prophet Daniel gerade in diesem Jahre die wahrhafte und richtige Vollendung der 70 Exiljahre nach tiefer Untersuchung! herausbringt.351 Die Verbietung des Baues, welche vom Regierungsantritte des Xerxes (485) bis in das zweite Jahr des Artaxerxes (465) gereicht, ha/" der Tradition zufolge, 18 volle Jahre gedauert, und mithin war Kore sch, König von Babylonien/" als Vasallenkönig des chaldäisch - babylonischen Reiches, gleichzeitig mit der Regierung des Xerxes über das persische Weltreich, und für das Jahr des Koresch, welches dem Regierungsantritte des Xerxes voranging, und in dem er die Erlaubnis; zur Heimkehr der Juden gegeben, war er gleichzeitig mit Darius, dem Meder (st. 486). Diese 18 oder vielmehr 19 Jahre waren es , welche Daniel nach tiefer Einsicht noch den 70 Exiljahren zuzurechnen meinte, obgleich man schon 19 Jahre vorher glaubte, daß die Endschaft des Exils gekommen sei; es waren aber nach der Tradition erst 52 Jahre vollständig verflossen. Rechnen wir diesemnach bei der Erlaubnißertheilung zur Rückkehr 52 Jahre zurück, so wäre der Beginn des Exils gerade 539 v. Chr. , als gerade Nebusaraden, der 348) 'Esr. 4. 24; 5, 1. 349) 3. 'Esra 4, 43. 350) Es heißt daher Dan. 9, 1 von Darius b. Achaschw-rosch: 351) Dan. 9, 1. 352) Das Synchronistische des Artaxerxes Langhand und Darius Nothus ist aus verschiedenen Angaben ersichtlich» Im 6. Jahre des Darius Nothus, den 3. Adar, wurde der eifrig betriebene Weiterbau des Tempels vollendet ('Esr. 6, 15).,. und in demselben Jahre 5 Monate später kam 'Esra mit einer Exulanten - Kolonie, was als im 7. Jahre des Artaxerxes bezeichnet wird (id» 7, U 7). 353) Seder 'Olam rabba o. 29. und Einwohner deportirte; und sämmtliche Zeitangaben nach den gewöhnlichen Annahmen differiren also um 42 Jahre, was wir weiter unten naher beleuchten werden/" Kehren wir zu unserem Propheten Chaggai zurück, der im zweiten der Einsetzung des Darius Nothus zum persischen Vasallenkönig über Babylonien, Syrien, Palästina u. a. m. d. h. 465 v. Chr., bis wohin der Aufbau gefeiert/" und zwar den ersten EluL dieses Jahres, als Prophet ausgetreten. Gerichtet war die Weissagung an Serubabel, den Statthalter (Pacha) von Judäa, welcher dem Schaschbazzar, angestellt von Koresch im Jahre 486/" gefolgt war, und an den Hochpriester Jeschu'a"' also an das bürgerliche und geistige Haupt. Nach der Ermahnung, daß es unschicklich, in glänzenden Häusern zu wohnen, während das Gotteshaus noch wüste liegt, daß alle Ungunst der Zeitalle Verarmung, Dürre, Mißwachs u. s. w. nur Folge der Bauvernachlässigung sei, berichtet Chaggai, daß diese Mahnung geholfen, die Botschaft Gottes/" welche der göttliche Sendlings" gebracht, wurde begeistert ausgenommen und schon den 24. Elut machte man sich an die Wiederaufnahme des Baues, Den 21. Tischri verkündete der Seher den Glanz und die Herrlichkeit des neuen Tempels, um die über die Unvollkommenheit des neuen Tempels Trauernden zu trösten, dann folgt am 24. Kislew eine Prüfung der Priester in den gesetzlichen Bestimmungen, woran Mahnungen geknüpft werden, und endlich schließt der Seher mit einer Weissagung an Serubabel, daß die persische Oberhoheit schwinden, das judäische Reich ganz selbständig aufcreten und Gott oen Serubabel (in seinen Nachkommen) so werrh und sorgfältig wahren wird, wie einen Siegelring. In Bezug auf die Zeit dieses Propheten, so berichtet die Tradition, daß damals schon aramäische Übersetzungen der Propheten überliefert wurden, daß der heilige prophetische Geist zu schwinden begonnen 361 und, daß dieser Seher bereits viele Institutionen ms Leben gerufen. (Fortsetzung folgt.) 354) 'Esra 5, 13 3:n ttno. 355) Es verlohnte sehr der Mühe, die Zeittafel der jüdischen Geschichte, insoweit sie die assyrische, chaldäisch-babylonische und persische Periode betrifft, blos nach den Angaben der Schrift und der jüdischen Tradition zu geben, da nur auf diesem Wege eine große Anzahl Schwierigkeiten zu überwinden sind, und ich werde bei Gelegenheit eine solche Tafel mit den dazu nöthigen Nachweisen geben. 356) Ehag. 1, 1; 'Esr. 4, 24 z ib. 5, 1. 357) 'Esr. 1, 8. 11ib. 5, 14—-15. Die Würde hieß bald nnD bald 358) Vgl. 3, 2. 8.5 41, 3. 359) Chag. Ir 13 (v niDN^D), 360) ib. ib. i", yn. 361) Megilla 3 a. , 362) Joma 9 d. 15