Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 14 (6.4.1850)
- Date
- 1850-04-06
- Page
- Spalte 219-220 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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219 Studie«. Ueber die Offenbarung Johannis. 239 durch die Namen der Lästerung; der bekannte Spruch noch jetzt im Munde der Herbräer ist Spr. 12, 18: mri nnpDDD DDU u/\ So sotten auch die Pharisäer mit dem wirklichen Schwerte Hingerichtete werden. — Ferner: „Dies ist die Hoffnung „mpn' und der Glaube „rilrDx" der Heiligen", d. h. darauf hoffen die wahrhaft Heiligen, die es mit Christus halten. — Bekanntlich haben die Pharisäer die von ihnen abgefattenen mit Gefängniß u. s. w. gezüchtigt, wie Paulus dieses, als er noch Pharisäer war, that z. B. Apstgesch. 22, 4 und 5. und habe diesen Weg verfolgt bis an den Tod. Ich band sie und überlieferte ste in das Gefängniß." Von diesen müssen zur Strafe für die Lästerung, so meint Jnhannes, viele selbst im Gefängniß gehen und mit dem Schwerte getödtet werden, wie es beißt Jes. 27, 1: i"i DpD' Ninn Dm D'3 pJnrrnN nni . rprum nwpn la-nm. Wer stehet nicht ein, daß die ersten Christen das vierte Thier im Daniel Kap 7 auf Christus bezogen haben; und daß unser Kap. 13 der Apok. eine Nachahmung der Daniel'schen Traumbilder sein solle (vergl. auch Apok. 10, 4 bis 8, und Dan. 12, 4 bis 8) Und dennoch hat kein christlicher Kommentator die Thiere m unserm Kapitel auf ChnstuS angewendct! Obige Verse 4, 5. 6, daß das Thier seinen Mund austhat zu lästern U. s. w. waren aber ohne Zweifel mit daran Schuld, daß ste lucht auf näJ?ccn kamerl und die Apok. blieb für immer ein Geheimniß. Die christlichen Gelehrten faßten dieses nicht so auf, daß es nämlich zwei Parteien seien, die hier sprechen: Sie dachten und schrieben gerne über das, was Christus zu den Pharisäern sagte; nicht aber über das, was diese zu Christus sagten; und die jüdischen Gelehrten fürchteten sich immer — als Geduldete — die Apok. zu kommentiren; es hieß: wir dürfen uns iu Religioussachen mit Christen nicht einlässen u. s. w. ' V. 11. „Und ich sah' ein anderes Thier anfsteigen aus der Erde fnDDNn JQ. Vergl. DiN“p 97 begcmatria: 8^? raeb *97), dieses hatte zwei Hörner/sD wie ein Lamm." Dieses Bild ist eine Anspielung auf Christus ri^O, da es sonst ja mehrere Thiere mit zwei Hörnern giebt. Ferner: „und sprach wie ein Drache" d. h. wie ein Pharisäer. Die folgenden Verse zeigen nämlich, daß die Meinung hier ist, welches Johannes zu bemerken werth nndet, daß Christus den Namen der Lästerung, den der Drache ihm höhnisch beigelegt, selbst aussprach, nämlich in den Mahlzeichen; die 666 oder in dem IN pö V (s. V. 14) und sagte: „ich will den Namen meines Gottes (°n 18) und meinen neuen Namen und den Namen des neuen Jerusalem", (D^n* m) yvtr zwei Mal 666) auf die Säulen schreiben, d. h, bildlich auf den Priester; wie wir schon erklärt haben. NB. Das alte Jerusalem heißt bei Johannis geradehin — Diesen Zug Christi, daß er sich überhoben fühlte und wählte gerade die 666 zu seinem Stempel „Drwi" hebt Johannes als etwas Besonderes hervor. Daß das Ungeheuer oder der Drache spricht, zeigt, daß damit Menschen gemeint sind, nämlich die Pharisäer. — V. 12. „Dieses Thier (D'H^N'-p 138 be-gematm DDSJ 138) übte dieselbe Macht aus als das erste vorher gesehene, und es machte, daß die Erde und ihre Bewohner das erste Thier, dessen tödtliche Wunde geheilt werden ist, anbeleten." d. h. obgleich ein Gottessohn, ein 'jS, anerkannte er die Namen w' zu dem Mahlzeichen, der doch „Namen der Lästerung" ist, und alle Menschcn beteten ihn an, selbst unter diesem Namen. — V. 13. „Und dieses Thier that große Wundttthatcn, bis — d. h. es fehlte nicht viel daran — daß cs Feuer vom Himmel auf die Erde kommen ließ, vor den Augen aller." Bei diesem Namen der Ehre p will Joh. die Wunder so hoch schildern als nur möglich. — Dieses „Feuer" sott wohl auch ein Bild sein auf die Gteichnißreden Christi: Jer. 23, L9 naVrD WNO. An derselben Stelle Jer. 23, 5, heißt es auch: p'DL DDL Dnb viDpn>. — V. 14. „Es überredete* die Bewohner der Erde, wegen —- d. h. in Hinsicht — der Zeichen, die ihm zu machen gegeben worden sind von dem — ersten — Thiere, durch das Mahlzeichen V, vergl. 4 M. 15, o9 Drrcn ihn cn\sn?, „indem es zu den Weltbewohnern sagte, daß man ein Abbild desjenigen Thiercs machen solle, welches die Wunde des Schwertes hatte und wieder gesund wurde ,,nnT)V'. Vergl. Apok. 17, 11. — NB. Die Wunde des Schwertes — verschieden von oben V. 3: „tödtliche Wunde" — ist Anspielung auf erwähnten Spruch. Spr. 12, 13: Luther: „Wer unvorsichtig herausfahret, sticht wie ein Schwert." -- V. 15* „Und es wurde dem Thier — mit den zwei Hörnern — gegeben, dem Abbild des Thicres einen Geist zu geben, daß das Abbild deö Thiercs reden konnte und (p) konnte machen, daß cs diejenige todtete, welche sich vor dem Abbitde deö Thiercs nicht bücken." Johannes pcrsonisicirt das Zeichen, die drei Waws im Dreieck: wer diesen „göttlichen Stempel" sieht wird von ihm gleichsam an ge sprechen, da er zeigt, zu welcher Partei der gehört, der ihn trägt. Das Abbild des iw kann somit „reden"; wohingegen die Ungläubigen gleichsam getödtet, besiegt werden. Man vergl. die Worte Christi: „Der den Sohn hat, hat *) Im hebräischen Original des Johannes hieß es wohl nlnsb und da nn© auch verführen bedeutet, so wurde es zu myhn1? griech. nlavcc*