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Der Orient · 1850-03-30 · Heft 13 (30.3.1850) · p. Seite 50

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 13 (30.3.1850)
Date
1850-03-30
Page
Seite 50 (sequence 3)
Language
German
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Anstalt bis zum t« Jmmr 1852 i'tk emo muten, und so ist dieM neben , ihren innern Bürgschaften, auch eine zeitweilige von Außen geworden. Das ist mit Dank altzuerkennen. Auch der von dem Vorstände derilnttii&s gemem.de ernannte Schulrath, die Herren Vorsteher Dr. C. G uns bürg, St.-V.-Vorsteher Dr. Gräber und L. Milch haben mit Theilnahme der Anstalt ihre Aufmerksamkeit zugewendet. Bedauerlich bleibt es jedoch, daß noch so manche Eltern, trotzdem daß sie den Werth der Anstalt erkennen und ihre Kinder ihr anvertrau.tll, deren, engen Zusammenhang mit der Knltusgemeinde unter den gegenwärtigen Verhältnissen noch immer verkennen und sich nicht dazu verstehen können, dieser, ihre thätige Mitwirkung zuzuwenden. Es ist eine unleugbare Wahrheit, daß heilsame Institute, wenn sie nicht für eine kürzere Zeitdauer bestimmt sind, auch durch die Mittel, die ihnen zur Ver?, fügung stehen, eine feste Grundlage und eine Bürgschaft für ihre Dauer haben müssen, damit sie nicht unter dem nachtheiligen Einflüsse von Zufälligkeiten lind Persönlichkeiten. einen Stoß erleiden, der sie mindestens zu einem langen Siechthum verurtheitt. Die Sturme, welche über unsere Anstalt einhergezogen, waren freilich erschütternd genug, und sie hat dennoch ihnen widerstanden'; wer bürgt jedoch dafür,, daß sie neuen Stürmen gewachsen sein wird, daß, was die jugendliche Kraft, welche die Anstalt noch frisch belebt, vermag, auch später gelingen wird? Die Anstalt ist bisher unter derselben Leitung verblieben, Dirigent und erster Lehrer haben sie von Anfang an mit hingebendcr Liebe begleitet und sich durch keine Schwierigkeiten beirren lassen, der Gedanke, welcher sic ins Leben gerufen, ist unverrückt derselbe geblieben. Darf jedoch eine Anstalt von einzelnen Personen abhängig bleiben, muß sie nicht in sich selbst die Sicherheit darbieten, so daß ihr auch, wenn cs tütthig ist, neue Kräfte -zugeführt werden, welche, noch nicht mit ihr verwachsen, sich erst in sie einzuleben haben? Worauf beruht nun die Zuversicht einer solchenfestbegründeten Zukunft? Die Hoffnung auf den Staat erscheint nunmehr wieder in weite Ferne gerückt; die Gcsammtgemeinde bietet für jetzt Nichts, die KultuSgemeinde nur für eine kurze Dauer, und diese beiden Gemeinden selbst, wie schwankt ihr Schifflein unsicher umher in dem großen Strome der Zeitbewegungcn, unkundig des Hafens, in den es einziehen soll! Und dennoch, wer die Bedeutung einer solchen Anstalt anerkennt, nicht blos für seine eigenen Kinder —- denen er vielleicht, wenn auch keineswegs zu genügendem Ersätze, Privatunterricht ertheilen lassen kann —, sondern für die gesammte Jugend der Gemeinde, tun die hier ein religiöses Band geschlungen wird, wer da einsieht, daß das Dasein schon eines solchen Instituts der sprechendste Ausdruck einer .wahrhaft religiösen Gemeinschaft, daß es in seiner Wirksamkeit die wahrhaft-religiöse Pflanzstätte ist, der muß auch den lebhaften Wunsch in sich tragen, dieser Anstalt eine unabhängige feste Dauer zu sichern. Ein solches Institut muß fundirt werden, schon um der Armen willen, die unentgeltlich in ihm unterrichtet werden, mehr aber, noch um der Festigkeit willen, die durch solche den Einzelnen überdauernde Bestimmungen erzielt wird. Ich gebe mich der Hoffnung freudig hin, daß der religiöse Sinn edler Gemeindcglieder sowohl schon während ihres Lebens als auch bei ihren letztwilligen Verfügungen durch'Geschenke und V e rm ä ch t n i ss e a « die Anstalt ihr eine bleibende Dauer verbürget, werde. Ost ist es nur nöthig , einen angemessenen Gedanken anzuregen, um einen glücklichen Erfolg zu erzielen. (Schluß, folgt.). ‘ Lisser, 24. Febr. Außer dem Kasino, giebt cs hier keinen einzigen christlichen (d. h. durch- Christen begründeten) Verein, der nicht auch Juden zu seuien Mitgliedern zählt. Auch in den neuerdings gegründeten Musik-Verein, der etwa 125 Mitglieder, zählt, sind gegen 20 Juden ausgenommen worden. Die hiesigen Christen haben sich aber auch ihrer jüdischen Mitbürger in keinerlei Beziehung zu schämen; denn diese bleiben niemals hinter jenen zurück. In den Abend-Unterhaltungen, welche der Musik-Verein bis jetzt veranstaltet hat, find jüdische Jünglinge ebenso gut wie christliche als D e kl am a t or e n aufgetreten, und haben sich Jndetttöchter mit eben so großen, wo nicht noch gr ö ß erm Erfolge als ihre christlichen Mitbürgerinnen in Gesang und Musik vernehmen, lassen.. Der Jude macht dem Christen keine Schande; der Christ aber macht sich selber die größte Schande , welcher hartherzig genug ist, seinen jüdischen Bruder schnöde von sich zu stoßen und zu ihm zu sagen: „Geh',', du bist mir noch nicht gleich!" — Mart, hört dies zwar nicht geradezu aussprech cn; aber unbedingt denkt sich 's jeder Christ, der nur Miene macht, irgendwie den Inden zurückzu setzen. — Hier harmmnren die Christen mit den' Jllden, sie sitzen mit ihnen im Stadt-Verordneten-Kolle? ginm, in der. stadt. Schuldeputation, in mehrern Kommissionen; sie schießen mit.'ihnen nach derselben Scheibe beim Schützenfeste, sie singen mit ihnen in der. Liedertafel , sie tanzet, mit. ihren Töchtern aus Bällen und Soireen — und doch; und doch würde man sich sehr täuschen, wenn man glauben wollte, daß der alte Z o p f s ch o n g a n z g e sch w u n d e n. Nein, das ist er leider! noch n i ch t. Die M ä r z - S i ch e l war nicht scharf genug gewesen, daß sie dieses Unkraut ganz hätte vertilgen können. — Doch ich mag Sie nicht länger bei diesem nnangettehmen Punkte, aufhalten, und muß Sie sogar um Vergebung bitten, daß ich überhaupt auf dieses ärgerliche Thema einmal bin zu sprechen gekommen; es ist dies, Sie könnet, mirglauben, ganz unwillkürlich und ganz gegen meinen. Vorsatz, geschehen.. Ich werde künftig vorsichtiger, sein.—— Ans andern Gemeinden habe ich Ihnen, für diesmal gar Nichts mitzutheilen. —L-—W-— Berlin, 8. März.. Die Repräsentanten der hiesigen jüdischen Gemeinde haben diese Woche den Entwurf eines Statuts vollendet,. und er. findet sich bereits als Manusl'npt' gedruckt, üt den. Händen der Betheiligten. Als ctncr der Hauptzwecke der neuen Konstituirung stehet an der Spitze des Entwurfs, das Schlachten der Thiers und das Baden der Ehefrauen nach altjüdischen Ritus

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