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Der Orient · 1850-03-23 · 12 (23.3.1850) · p. Spalte 179-180

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
12 (23.3.1850)
Date
1850-03-23
Page
Spalte 179-180 (sequence 2)
Language
German
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179 Studien. Die literarischen Borlagen des Talmuds. mudi scheu Zeit mit R o m,283 und die Agada sucht dieStrafverkündigung auf die Römer, die Zerstörer des zweiten Tempels, paränetisch anzuwenden.284 Daß das Orakel über Edom mit einer gleichen von Jirmijja (49, 7--22) übereinstimml, daß ferner Dbadja schwierige Wörter des andern (z. B. Tiflezet. Iirm. 49, 16) durch leichtere ersetzt, war allgemein anerkannt. 285 .. : V. Das „Buch des Jona b. Amittai",38^ unter Jerob'am II. lebenden Propheten aus Gat Chefer,287 und da mit Ausnahme des eingeschalteten Gebetes288 nichts darauf hinweist, daß der Prophet es selbst abgefaßt, und es überhaupt nur ein Bericht über Jona ist, so ließ man Ln der talmudischen Periode die Frage über den Verfasser ganz unentschieden. In Bezug aus den Inhalt, den man für historisch gehalten, erklärte man die Flucht Jona's als aus dem Streben, sich dem göttlichen Zwange der Weissagung zu ent^ ziehen, 289 um die heidnischen Ninewiten, wohl wissend daß sie auf eine Strafandrohung Buße thun würden, nicht den ünbußfertigen Landsleuten gegenüber zu erheben;299 eg tnxh ihn aber auch der Gedanke zur Flucht an, daß er bereits bei einer anderen Verkündigung über Jerusalem, die nicht eingetroffen, als Lügenprophet verschrieen war, und er, die geringere Herzenshärtigkeit der Heiden kennend, dies bei den Ninewiten noch mehr fürchten mußte» 291 Aber die Seher weissagen unter göttlichem Zwange, dem sich kein Berufener entziehen kann,292 ^d dieser Kampf des Einzelmenschen gegen göttliche Anordnung, wobei Gott durch seine Allmächtigkeit siegen muß, stellt das Buch dar. Eine Andeutung über die Zeit der Abfassung giebt die Tradition dadurch, daß sie das alles unter dem assyrischen Satrapen Osnappar293 [n Ninirve, welcher fremde Kolonisten nach Samaria und in die vorderasiatischen Länder versetzt und um e. 530 v. Chr. blühtte, vergehen läßt.294 Das seltene Wort Kikajo n erklärt schon der Talmud 295 §ls den Baum, der auch kl%l heißt und man ein Oel daraus gewinnt, 296 wie auch Hieronymus diese Erklärung als jüdisch-traditionell gehört. 283) Vergl. auch: die jüd. Religionsphilosophen des Mittelalters rc. I. S. 431—3. 284) Tanchuma (im Jalkut) und oft im Talmud. 285) Sanh. 89 a. 286) 1DD. 287) 2 Kön. 14, 25. 288) Jon 2, 3—10. 289) Sanh. 89 a. Er heißt daher rjwaj $2)2, ein der Prophetie Widerstrebender. 290) Mechitta. 291) Pirke de R. Elieser. 292) Schemel rab. c. 4; Sanh. 1. v. 293) Vergl. über ihn "Esra 4, 10. 294) Jalkut II* §. 550 nach einem alten Midrasch. 295) Sabbat 61. 296) p'jp ]DE7 Ricinusöl. 297) Nach einer Tradition (Targum) wäre er aus Marescha lJos. 15, 44; 2 Chr. 11, 8); es gab aber auch 18« VI. Das Propbetenbuch des „Micha" aus Moreschet2sr im Stamme Juda, welcher unter den jüdischen Königen Jotam, Achas und Chiskijja (0. 745—715), vorzüglich aber unter Chiskijja über Samaria und Jerusalem geweiffagt. Er war der späteste der unter den erwähnten judäischen Königen weissagenden Propheten (Hosche'a, *Amos, Jesaja299), und auch die Kritik bestätigt diese Angabe der Ueberlieferung. In Bezug auf die Sprache dieses Sehers, so wurden die bildlichen Ausdrücke,2^ die zahlreichen Paranomasien,900 die geschichtlichen Anspielungen 9 01 n. s. w. wohl zum Theil erkannt, indeß ist doch ein offenbares Citat aus einem anderen Propheten392 nicht beachtet, und nur diese Beobachtung verschaffte sich Geltung, daß der Schluß des Buches 903 ein Schluß von Trost und Fürbitte ist, nach dem Muster Mose's, Joel's, Höschens absichtlich gemacht.9 04 VII. Das Prophetenbuch „Nachum's", des Sehers über die Hauptstadt des assyrischen Reiches,905 Ninive, verfaßt zur Zeit des judäischen Königs Menasche9 06 (698—643 v. Ehr.). Das berühmte No-Amon (Diospolis) oder oberegyptische Theben an den Nilströmen, die Meeresveste mit ihren Hilfsvölkern Aethiopcrn, Egyptern, Libyern und Nubiern, war längst durch die Affyrer zerstört (0. 715). "7 Die Katastrophe, welche den ^Gegenstand der Prophetie Nachum's ausmacht, war um 623, als Cyaxares von Medien Nineve einnahm, und er kann daher nur in der letzten Zeit Meiiasche's aufgetreten sein (e. 645—23). Heber die Geburtsstadt des Propheten, über El ko sch, mag die Tradition, daß sie Elkese in Galiläa, und nicht Elkosch am östlichen Ufer des Tigris gewesen, Vieles für sich haben; seine Wohnstadt war aber wahrscheinlich Kefar-Nachum in Galiläa d. h. der Platz, der nachher mit seinem Namen belegt wurde. (Fortsetzung folgt.) eine Stadt Morascha (2 Makk. 12, 55) oder Moreschet im Gebiete Juda's in der Nähe von Eleutheropolis (Hieron.), die ebenfalls die Tradition für sich hat. 298) Siehe oben bei diesen Propheten. 299) 1, 7 zum Hurenlohn kehren sie zurück d. h. sie kommen in den Schutz eines Götzentempels (Targum). 300) Mich. 10 — 15 z. B. M und J 7D21 ober 122 s. v. a. i2))2 und pD2 5 moy no und TdV unV-fty* u/si w. s. Raschi zu i, 10.14. 301) z. B. zu cy>m^ Sanhedrin 102. 302) Mich. 4, 1-3 und Jes. 2, 2-4. 203) ib. 7, 14—20. 304) Sifre. 305) Dim M “)DD Nach. 1, 1. 306) Seder Olam rab. 307) Nach. 3, 8-10. vergl. Jes. 18. 20.

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