Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 11 (16.3.1850)
- Date
- 1850-03-16
- Page
- Spalte 171-172 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ni Studien. Einige Bemerkungen rc. Von M. B. Friedenthal. N2 -inHv, rfrnti nyt ym töi ymm rao n nnpon “bmi 'v'^> aitwi nyOD •pso t^an nm msm — LundcnLurg. D. Holub. * * ■ Aphorismen. 4) Wie vielfältig die Grundbedeutung einer Radix ist und wie verschieden ihre Nuancen je nach dem Zusammenhang der betreffenden Stelle hervorgehobeu werden müssen, zeigt die Radix nri• Na sch i giebt vas Nomen mn auf folgende Weisen wieder: (Ps. 5, 10) durch (ib. 55, 12) durch , vergl. nuch Job 6, 2; (Ps. 67, 2) durch nyv, (ib. 32, 9) durch yunt (Mich. 7/ 3) durch |)sn »Wi (Job 30, 13) durch Htt^p; (Ezech. 7, 26) durch jnwo. ebenso I b n Esra zu Ps. 57, 2 durch tt-,pO; der Talmud (Ernbin 21a) parallelifirt sie mit im Sinne von m\3jniD. — Die Radix ist also verwandt mit den rallieibuZ HIN , rrn, welche Nüalwirungen dieselbe Radix ebenfalls im Arabische» enthält; doch wird diese Wurzel sowohl im bösen als im guten Sinne gebraucht (cf. Gol. 6. 2595), während im Hebr. nue die böse Begierde damit bezeichnet wird. —- Dr. L. Lewysohn. Einige Bemerkungen über die ehemalige Gesetzgebung in Israel und Erklärung einer schwierigen Mischua in Bcrachot. Wir haben bereits anderswo weitläufig auseinandergesetzt, daß der Unglaube nur aus H o ch m u t h entspringt. Der Ungläubige nämlich wähnt in seinem Hochmuthe, alle Dinge von Grund aus zu verstehen, daher niemals den Gedanken in sich aufkommen läßt, daß die menschliche Vernunft für die religiöse Erkenntniß mangelhaft und beschränkt ist und daß die Einbildungskraft im Hinterhalte stets auf der Lauer steht, und mit Recht sprach der weise König: der Hochmüthige ist ein Greuel Gottes. Ist aber diese Betrachtung schon im Allgemeinen wahr, so ist sie noch besonders bei uns, die wir die Existenz einer Tra drti on anerkennen und die feste Überzeugung hegen, daß die Erforschung der objektiven Wahrheit für den Menschen eine sehr schwierige Aufgabe ist, deren Lösung nur einzelnen, hochbegabten Menschen, welche durch angestrengte Thätigkeit ihres Verstandes dahin gelangen, überlasten bleibt. Treffend ist daher das Gleichniß der Rabbiner», die Worte der heiligen Schrift mit Gold und Glas zu vergleichen, nämlich schwer zu erlangen wie das Geld, aber auch so leicht zu vernichten, wie Glas. Daher warm die giltigen Entscheidungen über Bestimmungen des göttlichen Gesetzes den - Mitgliedern des Sanhedrin überlassen, welche ihren Sitz in der steinernen Halle harten. Dieser Ort hatte einen Einfluß - ' auf die Empfänglichkeit des göttlichen Geistes, wie bereits? Ibn Esra sich darüber äußert. „Die Seele, sagt er, übt!- ihren Einfluß auf den ganzen Körper überhaupt aus; es gibt aber in diesem mehrere Glieder, welche durch ihre eigenthümliche Organisation mit dem Gehirn verbunden sind; und daher mehr als andere Glieder empfinden, z. B. die; Augen und die Ohren; dagegen andere, wie z. B. die 5- Knochen und die Leber, die gar keine Empfindung haben. Was aber in dieser Hinsicht das Herz anlangt, so ist $ \ für die Einwirkung der Seeele am empfänglichsten, deshalb l sind mehrere Glieder des Körpers zu seiner Bedienung angewiesen. Aehnlicherweise verhält es sich mit dem göttlichen Einflüsse auf die Welt. Auch hier übt Gott seinen Einfluß auf das Universum überhaupt; cs gibt aber im Kosmos mehrere Orte, welche für diesen Einfluß geeigneter als andere sind, weil theils jene empfänglicher, theils der göttliche Einfluß dort stärker ist, wie dies namentlich beim Tempel der Fall roar." Daher, sagt der Verfasser des Kol Jakob, kommt in der heiligen Schrift der Ausdruck: der Gott des Landes (Palästina) vor, weil dieses Land in Boden und Klima eine stärkere Empfänglichkeit für den göttlichen Einfluß übt. Aehnlich sagt auch Ibn Esra zu dem Ausdruck: fremde Götter (par. wa-Iischlach): „Es gehört auch zum Gottesdienste, daß man die stärkere Empfänglichkeit eines Ortes für \ den göttlichen Einfluß zu erhalten strebt; daher sagte der! Erzvater Jakob: schaffet die fremden Götter weg. Aehnlich lautet die Bemerkung eines Gelehrten: da die Oerter der bewohnten Erve, sagt er, für die Menschen, so wie das \ Pflanzenreich zur Erhaltung des Thierreichs bestimmt, so! laßt sich mit gutem Grund annehmen, daß beider Naturen den Orten entsprechen werden und höchst wahrscheinlich ist jeder Ort um so geeigneter, die göttliche Vorsehung auf sich herabzuzühen, dessen Atmosphäre eine gemäßigte ist. Wenn nun demnach ein Land damit bevorzugt ist, daß es geeignet ist, den göttliche» Einfluß herabzuleiten, und einerseits Gott zugeschrieben und andererseies heiligen Männern zugeeignet wird, so muß auch der heilige Tempel der Ort gewesen sein, welcher dem vorzüglichen der Stämme am meisten entsprochen^ so daß die Vorzüglichkeit dieses Ortes die Aneignung eines reinern Herzerns und eines ftömmern Gemüthes zu erzeugen geschickt war, und durch das' Nachdenken über die höhern Dinge, welche durch den Tempel dargestellt werden sollten, wurden die göttlichen Absichten in Erfüllung gebracht. Aus demselben Grunde war auch der Sitz des Sanhedrin von einem hohern Geiste beseelt und die Zahl der Mitglieder desselben war 7! gleich der Zahl des Sanhedrin unter Mose, | um anzudeuten, daß der Geist Most auf ihnen ruhe, wie er | auf jenen Alten ruhete. Daher auch der Sitz des Sanhedrin jj in der steinernen Tempelhalle, damit die Gottheit, welche im I Tempel gegenwärtig war, auch bei ihnen verweile; daher |