Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 11 (16.3.1850)
- Date
- 1850-03-16
- Page
- Spalte 165-166 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/8555529-9891031-9891049--6301-3535623- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
165 Studien. Isaak Israeli. IKK vorher (893 n. Ehr.) von Juda abgefallen 240 und in ihrem Lande Blut von dorr ansäßigen Judäern vergossen,241 diese Blutschuld aber: noch nicht durch den Judäerkönig Amazja gerächt^ wurde (825> und Joel noch Rache weissagte; daß die Invasion der Filista'er, Araber und Phönicier unter Jehoram (889 v. Ehr.)213 in Jerusalem, bei welcher Gelegenheit der Tempel geplündert, viele Judäer als Gefangene weithin namentlich nach einem südarabischen Lande verkauft wurden und die Feinde auch Gebietstheile an sich rissen,2" bereits stattglsunden hatte und dev Seher die Vergeltung und die Rückkehr der Weggeführten fah. 245 III. Das Buch des „Arnos", des Hirten von TekoA, aus dem Stamme Ascher entsprossen,243 und als Ascherite richtete er seine Orakel vorzüglich gegen das Zehnstü'mmereich. Er trat auf vor Jesaja247 und zwar, wie schon die Ausschrift angiebt, unter Jarol/am H. und 'Uftjja (809—783 v. Ehr.) und nach einer näheren Bezeichnung243 zwei Jahre vor dem Asijjanischen Erdbeben,2" was nach der Tradition im 27. Jahre seiner Regierung erfolgte und er mithin um 785 weissagte. Was den Inhalt dieses Prophetenbuches anlangt, so bezeichnete man sein Charakteristikon „Strafandrohungen über dasZehnsta'mmereich", 250 deren Schwerpunkt in den mittleren Kapiteln des Buches liegt.251 Die vorangehenden Drohgesichte über das da ma ske Nische Syrien2^2 wegen der grausamen Befehdung Gil^ad's,2" über Filistäa,2" wegen Überlieferung judäischer Gefangene an Edom zum Verkaufe nach Südarabien, 253 über Tyrus oder Phönitie na5wegen gleichen Vergehens, über ö:t>om237 wegen seiner unversöhnlichen Feindschaft,233 über Amnion259 wegen seiner Vereinigung mit Syrien in dem Vertilgungskrieg gegen Gilad, über sffioob 260 wegen unbekannter Unihatm und endlich über Juda23! wegen seiner Gcttlosig- 240) Joel 4, 19. 21. 241) 2 Kön. 8, 20. 242) ib. 14, 7. 243) 2 Ehr. 21, 16; Am. 1, 9. 244) Joel 4, 2. 3—6. 245) ib. 4, 7 flg. 246) wa-Jikra rab. c. 10, §. 2. 247) ib. ib. 248) 1, 1. 249) Vergl. darüber Abot des Natan c. 9. 250) bk\n£n niTOin nm Sifre zu Dt. v. 1. 251) Am. 2, 6—6, 14 (Ende). Daß man 2, 6 als Anfang angesehen ist schon daraus ersichtlich, weil man 2, 6— 3, 8 als Haftara-Lektion bezeichnete. 252) ib. 1, 3—5. 253) 2 Kön. 10, 32 flg. 254) Am. 1, 6—8. 255) Jo 4, 3-8. 256) Am. 1, 9—10. 257) ib. 1, 11—12. 258) So. 4, 19. 259) Am. 1, 13-15. 260) ib. 2, 1—3. 261) ib. 2, 4—5. keit, bilden nur die Einleitung zu den strafenden Reden über Israel.262 Eine zweite Abtheilung des Buches 233 bilden Visionen, abweichend in der Einkleidung von den frühern Reden, nämlich zuerst ein Gesicht von Heuschrecken,264 dann das vom fressenden Feuer,235 vom Senkblei,233 vom Korbe mit Fruchten 237 und die von der Zerstörung und von den zukünftigen Hoffnungen und Verheißungen,233 und wahrscheinlich der charakteristischen Züge dieser Gesichte wegen meinte die Tradition, ihn unter den „acht Gesalbten" der Zukunft23^ zu zählen.273 (Fortsetzung folgt.) Literarische Aualekten I. Isaak Israeli oder Abu Suhl Dünas b. Ternirn. Hr. S. Werbluner besitzt eine HS., kopirt nach der Münchner Nr. 47, die nach der Aufschrift vi eZ Kommentare über das Buch Jezira enthalten soll, nämlich von SaAdja, Jakob b. Nissim (alsSupcrkomm. über SaAdja's Komm.), Sabbatai ha- R o f e auch D o n o t o und I s. I s r a 6 (i (b. Sal.). Ich freuete mich vorzüglich über den echten Kommentar SaAdja's und über den Superkomm, des Jakob b. Nissim, da diese in der That vielfach merkwürdig sind, namentlich der des Sa adja, aus dem so Manches in Emunot we-De^ot aufgeklärt werden kann; was jedoch den Komm. Israeli's anlangt, so ist in diesem Koder nur ein Bruchstück. Ich sah ihn aber vollständig bei Hm. Bisse sich es, der über 80 kostbare Handschriften besitzt, die er zum Verkauf anbietet. Auch Luzzatto und Carmoly besitzen diese vier Kommentare und gegenwärtig, wie ich weiß, auch Hr. Osias Hirsch S ch o rr in Brody, der sie sich eigenhändig in Odessa kopirt, wo er in Handelsgeschäften war, wie er überhaupt seit 262) Sifre 1. c, wird daher gefragt: Hat denn Amos mn über Israel allein geweiffagt, da er ja auch über andere es gethan? Und darauf wird nun gesagt, daß das nur zu seinen Drohungen über Israel gehöre. Siehe ben Komm. Sera' Abraham das. 263) Am. 7, 1—9, 15 (Ende). 264) ib. 7, 1 3. 265) ib. 7, 4—6. 266) ib. 7, 7—9. 267) ib. 8, 1—3. Von 8, 4 bis Ende wird die Ermahnung daran geknüpft. 268) ib. c. 9. 269) Mich. 5, 4. 270) Sukka 52 b; Schir rab. zu 8, 9. 11*