Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 11 (16.3.1850)
- Date
- 1850-03-16
- Page
- Spalte 163-164 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/8555529-9891031-9891049--6300-3535622- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Isaiah 3× ep/1005097
- Rashi 2× ep/1002670
OCR text
163 Studien. Die literarischen Vorlagen des Talmuds. Die ■ literarischen Vorlagen des Talmuds. (Fortsetzung.) Auf diese großen und gesonderten Bücher der Propheten, wo höchstens zwei verschiedene Propheten bücher im Gebrauche auf einen Namen übertragen wurden/" beschließt die zweite Abteilung des Kanons, die Reihe der Propheten, eine in sich geschloffene Sammlung von Prophetenbüchern, die zwar äußerlich nur als Einziges und Ganzes , innerlich aber als aus verschiedenen durchaus nicht zusammenhängenden Büchern bestehende angesehen wird, nämlich 8) die „zwölf"2" sogenannten kleinen Prophetenbücher, als eine geschlossene Sammlung. Nach Anordnung der altnationalen Urkunden fand man bereits diese zwölf bald größern bald kleinern Pcophetenbücher in einer Sammlung geschrieben, mit Hosche^a beginnend und Malachi schließend/" unb als Grund dieser Sammlung zu einem Ganzen wird die Kleinheit und Unumfänglichkeit dieser Bücher angegeben, die sonst sich verloren haben würden.2" Daß diese Sammlung auf Jesaja gefolgt, soll darum geschehen sein, weil man auch in Jesaja. Bücher verschiedener Propheten gesehen und mithin das Zwölfbuch zum Lheil eine Ähnlichkeit damit hatte.218 Die Bücher dieses Zwölfbuches sind nach der überlieferten Reihenfolge: 1. Die Orakel des Hosche^a/" m ihren allegorischen Darstellungen sowohl 220 als auch Ln ihren sonstigen volksrednerischen Ergüssen.221 In der letzten Regierungszejc des Jarob^am b. Joasch/22 der 824—783 v. Chr. König von Israel war, und während der 4 judäischen Könige (^Usij)a, Jotam, Achas und Chiskijja) ,223 also c. 785 bis 751 n. Ehr., wo Chiskijja gerade geboren wurde/'" trat Hosche^a b. Beeri, ein transjvrdanischer R'ubenite/23 als 214) Z. B. die zwei verschiedenenen Bücher des Jesaja. 215) Baba Batra 14 b; Ui. 15a.; sonst auch aramäisch -»Dy nn oder -)Dnn in der Masora. 216) Baba Batra 1. o. 217) ib. ib. (ODTE nttin Raschi ib. 15 a sagt in dieser Beziehung: "1^ üWl nein 'd? nDD ooay dwdjh dohd nuüp 1QD OlNitfJtt DOy niJDp fllNDJ ©isn D.TmNlDJ DHD1 oiüp rono naw ttbw 218) Nach. Krochmal 1. c. S. 51. 219) ytm 'd BB. l. e. 220) Hos. e. 1-3. 221) ib. c. 4—14. 222) ib. 1, 1. Das Haus Jehu, mit der Ermordung Secharja's erlöschend (772 n. Chr»), war noch nicht unrergegangen (ib. 1, 4). 223) ib. 1. 1. 224) Das Prophetenthum Höschens hatte demnach c. 34 Jahre gedauert, was an sich nicht unwahrscheinlich ist 164 , | li- Seher des Zehnstämme-Reiches auf, und unter den Propheff Len seiner Zeit, nämlich neben *Amos, Jesaja und Mj> f. ch a war er der erste/" Was nun den Inhalt des Bu- |: ches anlangt, so werden die allegorischen Darstellungen2^ - schon richtig als auf das Verhältniß Israels zu Gott gedeui tet/^ der übrige Theil2" als prophetische Reden von der | letzten Zeit Jarob^am's bis zum Lode Menachem's Q760 v. Chr.) reichend angesehen.23° Darauf folgte U. das Buch „Joel's", eines jerusalemischen Propheten, welcher zu Ende der sieben Nothjahre/^ während der Herrschaft der beiden Könige Jehotarn,232 also im Jahre 885 v. Chr., seine Orakel verfaßt; und niedergeschrieben.233 Die anhaltende Dürre 234 führte f. den Schrecken einer Heuschreckenverwüstung herbei233 und l man harrte auf den Frühregen/3" endlich aber kommt der f Bonner/37 welcher die Heuschrecken verscheucht und der Frühregen, der sonst in Marcheschwan (Oktober) eintritt, kommt jetzt in Nisan (April),233 was dennoch zum Segen gereichte. » Für diese traditionelle Zeitbestimmung des Propheten Joel M b. Petuül2" sprechen die Umstände, daß die Edomiter kurz U und die Ueberschrift rechtfertigt. Als teiminu8 ack (juem 8 bestimmt die Tradition die erste Deportation aus dem U östlichen Zehnstämme- Reich durch Tiglat Pileser, also 751 M v. Chr., als gerade der judäische König Chiskijja geboren L wurde, und unter diesen Deportirten soll auch Hosche^a, wie sein Vater Beeri, der ebenfalls Prophet der Zehnstärmm war, gewesen sein (wa-Jikra rab. e. 15 Z. 2; Pesikta in Jalkut Schim'oni U. Z. 516). 225) Beresch. rab. e. 82. 84. 226) Baba Batra 14 b; Pesachim 87 a; Jalkut Schim. U. tz. 514 aus Seder 'Olam. Nach der Tradition soll die Reihenfolge Hosche'a (785), "Amos (784), Jesaja (782) und Micha gewesen sein, was jedoch mit einer kritischen Forschung nicht übereinftimmt, nach welcher 'Amos vorangeht, hingegen bestätigt auch die Kritik, daß Jesaja von Hosche'ck abhängig ist. i 227) Hos. c. 1—3. 228) Pesachim 87a b; Chullin 92a u. a. St. 229) Hos. e. 4—14 230) Sehr richtig sagt daher Iba ^Esra, daß Hosche°a seine Weissagung 40 Jahre vor der Eroberung Samaria's (720) geschlossen. 231) 2 Kön. 8, 1. 232) Jehoram, König von Juda, 893 —885 v. Chr. und Jehoram b. Achab, König des Zehnstämmereichs, 898— 885 v. Chr. 233) Ta'anit 5 a Raschi; vergl. Raschi zu Joel 1, 1. Erst die Halachot Gedolot (im 8. Jahrh. n. Cbr.) setzten Joel, Nachum und Chabakkuk in die Zeit Menasche's (696 --641), was aber ganz ohne Halt ist. Siehe Raschi 1. c. 234) Joel 1, 12. 17» 20. 235) ib. c. 1. 2. 236) ib. 2, 23. 237) ib. 2, 11. 238) ib. i, 23 sich auf stützend, wie schon das Targum es so auffaßte. S. Ta*anit 5 a. 239) Jbn "Esra ist die talm. Zeitbestimmung entgangen, hingegen Raschi führt sie bereits am