Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 11 (16.3.1850)
- Date
- 1850-03-16
- Page
- Spalte 161-162 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Meraturbtatt -es Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. JW 11# Leipzig, dm 16. März L8ZO« Inhalt. Literatur-Berichte. Breslau tMaimüni's Schrift über die Apostasie). — Studien. Die literarischen Vorlagen des Talmuds. Der bibl. Kanon des Ta'mud's. Bon Jul. Fürst. (Fortsetzung.) — Literarische Analekten. Isaak Israeli. Fragmente aus seinem Ie.u'ra-Kcnnm. Frangment aus seinem Komm, über das. Sechstagewerk Von Schneor Sacks. — Literarische Miscellen. Das aUegor. Necept des Maimuni. Von Holub. —- Aphorismen von Dr. Lewyfohn. — Einige Bemerkungen über die isr. Gesetzgebung. Aus M. B. Friedenthal's Iesode Ha-Dot. — Ueber das hebr. Lexikon des Josef Ha-Iewani. Von Dukes. — Ankündigungen. Literatur - Berichte. Bveslcru, 21. Jan. Sie haben im Anfänge des Jahres 1848 (LB. Nr. 4) einen Wunsch geäußert, welcher damals sicherlich in den Herzen vieler Freunde der indischen Literatur seinen Nachhall gefunden, der aber in den Stürmen der darauf folgenden Zeit unterging, und nun wohl wieder in der treuen Schaar dieser Literaturfreunde seine Auferstehung feiern wird. Dieser Wunsch war, daß die Schrift, welche der gefeierte Moses den Maimun über die damalige, auch über ihn hereingebrochene Verfolgung unter dem Titel *Otfn mJte geschrieben haben soll, uns endlich im Original zugänglich werde. Dieser Wunsch war um so mehr gerechtfertigt, als die Existenz dieser Schrift vor 406 Jahren durch zwei glaubwürdige Männer, die Gelehrten Isaak den Scheschet und Simon den Zern ach Du ran in Algier verbürgt wurde, während das in den „israelitischen Annalen v. I. 1839" in Uebersetzung mitgetheilte Fragment, trotz den spätern Zeugnissen von Dukes und Kirch heim, bezweifelt wurde. So lange man nun blos von der bei Carmoly befindlichen Abschrift dieses Sendschreibens wußte, blieb die Hoffnung auf den endlichen Abdruck sehr unsicher, und auch dann noch wäre die Kritik, nach dem einmal herrschenden, offenbar zu weit getriebenen Vorurtheile gegen diesen Gelehrten, ungläubig geblieben. Die Sache hat nun mit einem Male eine günstigere Wendung genommen. Dieses Sendschreiben hat sich nämlich auch unter den Manuskripten ^>er Münchner Hof- und Staatsbibliothek — deren Inhalt bekanntlich aus Lilienthals fehlerhaftem Verzeichnisse sehr wenig zu erkennen ist — gleichfalls vorgefunden, und Herr Simson Weil, lvelcher bereits durch seine Mitwirkung bei ber Ausgabe einiger Schriften Kafpi's sich verdient gemacht, bat sich durch diese Entdeckung ein neues Verdienst erworben. Bereits vor längerer Zeit sandte er eine Abschrift an den hiesigen Rabbiner, Hrn. Dr. Geiger, und dieser überzeugte sich bei seiner Anwesenheit in München im verflossenen Sommer von der Richtigkeit der Thatsache und der Abschrift. Nun dürfen wir auch binnen kürzester Zeit der Veröffentlichung dieser kleinen Schrift, welche sich schon im Drucke befindet, entgegensehen; als Zugabe folgt noch der Brief des Maimuni an Jefot ben Elijja Ha-Dajjan, den Munk schon benutzt und Elieser Aschkenasi herausgeben wollte, gleichfalls nach einer Abschrift aus der genannten Bibliothek und zwei Gutachten des Maimuni nach der arab. von Geiger schon mehrfach benutzten Handschrift. Diesem hebräischen Theile soll ein deutscher angefügt sein, in welchem Geiger Studien über Maimuni zusammenstellt, wozu ihm besonders handschriftliche Quellen dienen. Das Schriftchen soll 5 Bogen betragen und 12J Sgr. kosten und wird von M. Breslauer herausgegeben. — Wir dürfen hier interessante Beiträge zu unserer Kenntniß der Geschichtsquellen und neue Belehrungen über die Lebensumstände und die Wirksamkeit des Maimuni, des Mannes erwarten, der trotz allem Tadel doch stets eine Leuchte Israels bleiben wird. Ich glaube daher Freunden der Literatur einen Dienst zu erweisen, wenn ich sie schon jetzt auf dieses baldigst erscheinende Schriftchen aufmerksam mache und die Gelegenheit darbiete, sich durch Subskription (auch bci C.'L. Fritzsche in Leipzig) dasselbe bald zu verschaffen. . Anm. d. Red. Der Brief Mcnmüni's an Jefet ist bereits gedruckt in Dibre Cbachamkm, doch kann ein nochmaliger Abdruck nicht schaden. In Bezug auf den deutschen Tbeil wünschen wir, daß der Herausgeber in einem Abschnitte auch eine Bihliotheca IVIaimuniana d. h. das Verzeichniß sammtlicher Schriften von Maimuni und der über ihn geben möge, da, wie bekannt, die meisten schlechten Schriften aus Unkenntniß des Vorhandenen entstehen. 11