Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 10 (9.3.1850)
- Date
- 1850-03-09
- Page
- Spalte 153-154 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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153 154 Studien. Ein spanisches Sprichwort. , hn nepp dn3 )njjp , o«nV bya ]ir njp1’ "i'pn^ yps rnpn jem onw , 3S}>n 2^ dpy Dwb *?r.n w /..33j?i ph iP;m N-jnn nV? yptz) nnN by nncten ,r)pini! -i:m bxb TmytoDj? nm? nin! -inp’3 psnn ybnb hipi —! npjrnn nma nny ^6 hx’pn , nrui nrn pp 0222b tyrn? i? , nntj6 ^2yn -ny rvn’ «p —! TO:pn nrjNPJ ornam pyp o Markus Boß. Literatur- und kulturhistorische Miscellen von Leopold Dukes. IV. Ein spanisches Sprichwort. Indios 6N Pa 8 eua 8 , Moros en todas Chiistianos en pleytos gastan sus dineros „The j e~ ves spend at easter, the mors at mariages, and the Christians in suit of tan,“ Dieses spanische Sprichwort, welches in die meisten europäischen Sprichwörtersannnlungen übergcgangen ist, ist unseres Erachtens eins der interessantesten. Es steht wie ein Wegweiser zwischen vielen Straßen, und deutet in grcßlmöglicher Kürze auf die Gewohnheiten dreier verschiedener Glaubensgesellschaften hin. Es läßt uns einen riesen Blick thun in das Innerste dreier verschiedener Lebensansichten. Wir erfahren hier, nach welcher Seite hin die Juden, Mauren und Christen ihre Ausgaben vermehrten. Den Juden kostete das Osterfest (nDD) viel Geld, weil dieselben das Hausgeräth wechseln, das ganze Haus sehr sorgfältig putzten u. st f. Die ungesäuerten Brode verursachen ebenfalls viele Ausgaben. In kleinen jüdischen Landgemeinden, und zum' Theil in größern noch hie und da, ist dies das wahre heroische Zeitalter, wo der Mensch Entbehrungen aller 2Crt mit stoischem Gleichmuch erträgt. Wenn man die Tage zwischen dem Neujahrfest und dem Versöhnungstag die furchtbaren Tage. (e'&oij ö’D') nannte, fo hat die P e fach-Wo che nicht andere Ansprüche auf diese Benennung. Wir wissen nicht, ob die verehrten Leser und Leserinnen mit uns einverstanden wären, wenn wir diese Tage, zwar etwas dichterisch aber deshalb nicht minder wahr, die häusliche Lyrik nennen möchten. Die lyrischen Sprünge erstrecken sich sogar auf alle Mobilien des Hauses, welche ihrer Ruhe und ihres gewöhnlichen Standpunktes entrückt werden. Daß Hogarth — der Shakspeare der Zeichner — seinen Stift nicht diesen Gegenstände gewidmet hat, ist sehr zu bedauern. Doch wir wollen hier einem künftigen Hogarth nicht vorgreifen. Menschenfreundliche Staatsökonomen, welche aus dieser besondern Ausgabe der Juden manche Folgerungen ziehen möchten, die vielleicht die jüdische Oekonomie in ein schlechtes Licht stellen würden, werden ersucht, sich eines italienischen Sprichwortes zu erinnern (Florio S. 129), welches dies in der größten Allgemeinheit ausspricht und lautet: „La pasqua valta “ (i. e. costa cara) (,,Ostern sind kostspielig"). Die Mauren feierten Hymens Fest mit Glanz und Pracht. Man könnte die orientalische Hochzeitfeier, nach europäischen Begriffen, eine Grab esse rer nennen. Im Oriente, wo die Sitte den Frauen nicht erlaubt, an den gesellschaftlichen Zusammenkünften der Männer Theil zu nehmen, und die Männer dadurch so vieler Annehmlichkeit des Lebens beraubt, ist der Hochzeittag der einzige Tag, wo die Frau öffentlich erscheint und wo sie sich, für Augenblicke, ihrer Persönlichkeit bewußt wird. Mit Musik begleitet, fährt oder reitet sie durch die Gassen als Heldin des Tages, reiche Stoffe bedecken den jungen Leib, Juwelen und Geschmeide bedecken Hände und Ohren. Einen Augenblick später tritt sie in das Fräuengemach, und die Pforte desselben schließt sich hinter ihr, wie einst die Klosterthür in Europa. Hier ist ihre Welt. Hier erziehet sie ihre Töchter, welchen einst daffelbe Loos beschieden ist. Die Christen haben ihr Geld an Prozeffe verschwendet. Die Prozeffe waren theuer. Die Advokaten — denen die Satyriker aller europäischen Nationen die gebührende Aufmerksamkeit zugewandt haben — wollten ihren Scharfsinn nicht umsonst verwenden, und die Lange der Prozesse stand nicht immer mit der Kürze des menschlichen Lebens in dem rechten VerHältniß. Von der weltlichen Seite betrachtet haben die Mauren ihr Geld am besten verwandt, sie haben sich einen guten Tag gemacht. Von der religiösen Seite betrachtet, haben die Juden ihr Geld am besten verwandt, sie haben dadurch ein religiöses Gebot zu erfüllen gesucht. Die Ausgaben der Christen haben allerdings auch ihren Nutzen — für die Advokaten. — Diese hervorstechende Liebhaberei der spanischen Christen ist aber in doppelter Beziehung merkwürdig. Denn erstens beweist dieses Sprichwort, das Paulus Vorschrift (1 Epistel an die Korinther 6, 1—7) nicht sehr befolgt wurde, und zweitens ist daraus zu lernen, daß man mit Geld Prozesse gewinnen konnte. Viele Sprichwörter haben das Gefährliche der Prozeffe zum Inhalte. Pleyto — sagt ein spanisches Sprichwort — e Orinal llevan el hombre al ospital“ (Advokat