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Der Orient · 1850-03-02 · 9 (2.3.1850) · p. Spalte 139-140

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
9 (2.3.1850)
Date
1850-03-02
Page
Spalte 139-140 (sequence 6)
Language
German
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139 Studien. Bibliographische Berichtigungen. Rücksichtetti zu zeihen, nach welcher ich die'.Nachtheile jenes Werkes bemäntelt hätte. Ich frage wiederum, was könnte es dem Judenthume genützt haben, wenn ich an Stelle meinem ruhigeu, aber sehr kräftigen Rügen, wodurch ich das Böse, Verwerfliche , vom Guten und Nützlichen zu sondern bemüht gewesen bin, mich der Ausdrücke, wie „spitzbübisch, niederträchtig, unmoralisch geführtes Studenten leben" rc. bedient hätte, oder wenn ich, wie es Herr E—n getycrn, wegen der in gedachtem Werke vorkommenden Anfalle gegen das Judenthum, auch den ganzen literarischen Äheil desselben als nutzlos bezeichnet hätte. Ich glaube H-err E—n hat durch sein verletzendes Dorn - Urcheil, so gut er es übrigens gemeine haben mag, der guten Sache mehr geschadet als genützt. Es iss wahrlich schon an der Zeit, daß der Ton in jüdischen Journalen ganz und gar aushöre; die jüdische Journalistik ist schon lange aus dem Stadium ihrer Kindheit in ein selbstständiges Leben getreten, und bedarf des verwerflichen, unanständigen Kampfes nicht mehr, sie hat nunmehr ein maßgebendes Forum, die öffentliche Meinung nämlich, vor welche man unter jedem Umstande das Recht und Unrecht ohne alle Leidenschaft bringen'kann und muß. Außerdem lehrt der Talmud schon, daß man eher von den 2^)72 (Geschändeten) als von den (Schändenden) sein möge; so wie er ferner lehrt, daß man D'Nün!Drv> (Vernichtung der Sünden) aber nid;t?üfP (Vernichtung der Sünder) beten müsse. Am wenigsten aber dürfen wir, selbst gegen Judenfeinde uns hinreißen lassen, Unrecht mit Unrecht vergelten zu wollen, wie es Hr. E—n gegen Fr. gethanhar. Anstarr daß Ersserer den Letztem in Bezug auf dessen vielleicht in Folge einer genossenen verfehlten Erziehung, oder in Folge anderweitiger Umstände, vorgefaßte falsche Ansicht über Juden und Judenthum, durch wahre, kräftige, aber leidenschaftslos geführte Gründe, eines Bessern zu belehren suchen sollte, bediente derselbe sich gegen denselben nicht blos stechender Waffen und auch des Unrichtigen, indem er behaupten konnte, Friedreichs Werk sei ganz, und gar unnütz, ohne jedoch auch nur. mit einem einzigen Wörtlem die Motive anzugeben, warum es dieses fei. Wie inkonsequent seine Behauptung aber ist, beweiset schon der Umstand, daß Herr E—n selbst, doch mindestens die medicinisch en Arbeiten des Fr. anerkennt, mithin sein Werk doch allenfalls in dieser Beziehung irgend einen Nutzen haben müsse. Beim Lobe kann man das in den Tag Hineinreden schon übersehen, aber bei einem Tadel, und bet solch einem Tadel, wo behauptet wird, daß ein Werk ganz unnütz sei und wo man nebenbei noch der Ehre eines Dritte, 1, ganz Unschuldigen zu nahe tritt, däucht mir doch, sei eine solche unmorivirte leidenschaftliche Behauptung ein Verstoß gegen alle Billigkeit. Gern verzeihe ich meinerseits Herrn E—n alle feine gegen mich geäußerten Anzüglichkeiten; nur daß ich mich gegen dieselben m allem Ernste verwahre und sie hierdurch kräftig zurückweise, das wird weder er, noch jeder Dilligdeiikende mir verargen können. — Uv. Was das Werk des Hrn. Fr insbesondere betrifft, nehme ich keinesweges mein bereits gegebenes Urtheil zurück, indem ich wiederholentlich behaupte, daß der Verfasser — abgerech, net die darin enthaltenen, von mir bereits gerügten Verwerflichkeiten gegen das Judenthum sowohl, als die nicht unbe. deutenden literarischen Verstöße, namentlich in Bezug auf hebr.-jüdische Literatur, und die ich damals nur flüchtig durchgesehen , einige aber noch nachzuliefern gedenke — durch dieses umfangreiche, wahrlich mit vieler Mühe und Umsicht geschriebene Werk, eine sehr würdige Monographie geliefert hat, welche in dieser Beziehung gewiß vielen Dank verdient. — Ich schließe mit dem Wunsche, daß der Herr seinen Geist dergestalt herabsende, daß alle Menschen nur dahin strebten, Licht und Wissen uneigennützig und ohne Vorurtheil zu verdreh ten, die Dorn-Kritiken sammt den Dorn-Lesen aber ganz und gar verschwinden mögen. — Endlich erkläre ich nur noch, daß, da mir nunmehr der süßsaure Genuß, einen polemischen Aufsatz geschrieben zu haben, zu Lheil geworden ist, ich nun deshalb auch kein Verlangen mehr spüre, einen solchen zu wiederholen. Literarische Miscellen. I. Bibliographische Berichtigungen. Im LB. d. Or. 1848 Nr. J28 theilt uns Hcrr Dr. Goldenthal in Wien eine kurze Beschreibung von zwei Handschriften mit, deren erfröre eine fortlaufende Erklärung der schwierigsten Stellen des Jbn Esra'- schen Kommentars zürn Pentateuch von R. Mose bcn Jehnda ben Moses degli Adolescenti und letztere das EfDJH -!s)D von Schem Tob ben Josef bcn Palqueym enthalten. Hr. G. meint, daß beide Ms. äußerst selten sein müssen, da ihrer von Bibliographen wenig oder gar nicht erwähnt wird. Wir erlauben uns im Interesse der Bibliographie Hrn. G. aufmerksam zu machen, daß das erstere im Biseioni's Katalog der hebr. Handschriften zu Florenz erwähnt wird, dessen Aufschrift ganz mit dem in Wien vorhandenen Ms. übereinstimmt. Es heilst dort: nwo fl mur fl ntsfä ~)d'dd nuj; fltt fiWPD by Dnyj nnDOTD (Plut. I. cod. 6); es ist in 4. und umfaßt 52 Blatter. . Wir erfahren aus demselben noch, daß der Vers, im 13. Jahrh. gelebt hat; ob diese Angabe die richtige weiß ich nicht. Ged. Jbn Jach fl, der Einzige meines Wissens unter den jüdischen Bibliographen, der seiner gedenkt, setzt ihn ms 14. Jahrh. Er läßt ihn wie seinen jungem Bruder Elijja aus einer der vier berühmten Familien, die von Titus nach Rom exilirt wurden, abstammen. Sie sotten von Rom t

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