Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 9 (2.3.1850)
- Date
- 1850-03-02
- Page
- Spalte 131-132 (sequence 2)
- Language
- German
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- Isaiah 4× ep/1005097
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131 Studien. Die literarischen Vorlagen des Talmuds. 132 Aber nicht bloS die Widersprüche Jecheskel's mit dem Fünfbuche182 hatte man gefühlt und eine agadistische Ausgleichung aufgesucht, sondern auch manches Widersprechende im Buche selbst entging den Lehrern in dieser Periode nicht und sie suchten es a sadistisch zu vermitteln. So z. B. nennt Jecheskel einmal eines, der vier Gesichter das erne.s.Sti.ers,183 was er später das eines Cherub nennt, undman strebte diesen Widerspruch nach der Agade auszugleichm. — 7. Das „Buch Jesaja", 186 dessen Charakteriftikon Trost und Hoffnung tffc,18 V i<a das ganz und gar aus Trostprophetien befte^t/lss mithin also den zweiten Theil unseres Buches,189 der von einem Unbekannten herstammt und früh bereits dem asten Jesaja zugeschrieben wurde, im Auge habend. Von diesen (unbekannten) Seher der Erlösung und des Trostes, den man auch Jesaja nannte, heißt es, daß er in seinen begeisterten Trostgesichten gern die freudigen Rufe verdoppelt habe,*?9 und es ist wahrscheinlich, daß abgesehen von dem Inhalte auch sonst noch die eigenthümliche Sprache dieses Theiles ausgefallen ist. Die Prophetien dieses Theiles sind ferner nach Jecheskel entstanden, und um dieses anzudeuten, haben die Ordner der alten Nationalurkundeir dem Buche Jesaja hinter Jecheskel einen Platz angewiesen. Was jedoch den Jesaja des ersten Theiles anfangt,191 so behauptet die Tradition, 192 daß er neben Mose der größte Prophet Israels gewesen,, daß seine feuerigen Strafreden unmittelbar von Gott gekommen 193 und seine erhabenen Gesichte vom göttlichen Thronwagen alle Schaugesichte der Propheten, übertroffen.194 Als Seher über fremde heidnische Staaten, wie über Babel, "Ammon, Mo'ab, Tyrus, Egypten u. s. w. nimmt er neben Aefanja, Jirmijja und Jecheskel den ersten Platz ein*Ä95 Nachdem Micha und "Arnos in ihrem Prophetenamte nur Spott und Züchtigung zum Danke erhalten, bekam er die göttliche Weihe der Weissagung als Achtung einflößen- 182) Vgl. noch Mo"ed Katan 5a; Mcrkkot 24a. 183) Ez. 1, 10. 184) ib. 10, 9. 14. 15. 185) Chagiga 13 b. 186) n'yW' 1DD Berach. 57 b 5 Abot des Na tan c. 40; Baba Batra 14 b* 187) DDni Berach. 1. c. Abot l. c. BB.!. c. 188) BB. 1. c. KDDm 189) Jes. 40-66. 190) Jes. 40, l (ionj. DM -; 43, 11. 25; 51, 12 (plN 51, 9, 52, 1 (nij; my).; 51, 17 (vnypnn v-niynn); 52> 11 (nio mo); 57, 14; 62, 10 (Ho 57, lö.(DpBf D^ttf); 61, 10; 62, 10. (nny TO^) u. s. w. Siche wa-Jikra rab. e. 9. Der Midrasch nennt dieses nfclDD nwnj. 191) Jes. 1—35. Die anderen 4 Kapitel sind aus den Büchern der Könige dann hinzugekommen um den Jesaja abzuschließen. 192) Debarim rab. c. 2. 193) wa-Jikra rab. c. 9. 194) Chagiga 13. 195) Bereschit rab. 48. der Seher, der weder, das eine noch dasandere zu ertragen haben sollte,19 s und nächst Mose vor und Jirmijja nach ihm war er der Einzige, der den Ruf der Wehmuth mit Echa (0 wie!) eintcitete.197 Jesaja ist also der Tradition zufolge nach Micha und "Amos und vor Aefanja, Jirmijja und Jecheskel., nämlich unter C.hiskijja.198 aufgerrettn, hat beim Beginn der Regierung Menasche's einen blutigen Tod erlitten,^» und sein Buch ist das Erzeugniß dieser Aeil, von Verwünschungen überströmend,200 und von dem unter dem Namen Jesaja's cirkulirendem Trostbuche sehr verschieden. Nächst einer dunkeln und matten Ahnung von Verschiedenheit des ersten Theiles des Jesaja von dem zweiten, in Bezug auf die sprachliche Form und auf den prophetischen Inhalt, und wahrscheinlich auch in Bezug auf dieAbfaffer, hat sich noch eine Ueberlieferung über gewisse Einschiebsel erhalten. Ein kleines Bruchstück v.orjesajanischer Prophetie, von Beeri,'°" dem Vater des Seher's Hosche"a, herrührend, soll seiner Kleinheit wegen202 in Scfaja 203 eingeschaltet worden fein. 204 Auch in der- Erwähnung Urijja's und Secharja's2^ ahnte man «kn Einschiebsel, 206 was man jedoch dann agadistisch auszugleichen suchte, um der Gläubigkeit nicht nahe zu treten. Was die Anordnung unb. die Redaktion des ersten Theiles des Jchja anlangt, so sollen die Weisen des chiskijjanischen Zeitalters^' denselben geordnet und redjgirt haben. 208 Der Sage nach hatte das chiskijjamsche Zeitalter,299 als durch Ruhm, Frömmigkeit und Gesetzeskunde ausgezeichnet,210 nur in dem Zeitalter des großen Senats sein Spiegelbild gehabt haben"' und schon diese Zusammenstellung zweier durch Jahrhunderte getrennter Zeiten unb die ausdrückliche Angabe, daß das chiskijjamsche Kollegium sich mit der Redaktion alter National-Urkunden befaßt,2'2 lehrt uns 196) wa-Jikra rab. l. e. DieseAchtung soll er theils als Neffe des Königs Amazja und als Abkömmling aus dein Stamme Jehuda, wie eine alte Tradition sagt; Mcgilla 10 d, Sota 10 b), theils als großer, befähigter Seher genießen. 197) Echa rab. c, 1. 198) Berachot 10; "Erubin 26. 199) Jebamot 49 b. Die Tradition stand in einerffcjp por»\ 200) Chagiga 14; Jebam. 1. e. 20!) Dieser B eeri wird mit Beera 1 Ehr. 5, 6 idem tificirt und seine Prophetie als an die Zehnstämme-Exulan len gerichtet angenommen. 202) Es sind dies die 2 Verse Jes. 8, 19. 20. 203 Zwischen Jes. 8, 18 und 21. 204) wa-Jikra rab. e. 15 §. 2. 205) Jes. 8, 1. 206) Makkot 24 b. 107) my'D) iTpID Baba.Batra 15rr; r^pjn 'Ü/M 25, 1. 208) Baba Batra!. c. 209) ,iiprn to' nn Bereschit rab. c. 35; wa-Zikrc rab. c.30; Schir rab. c. 2; Sanh. 20. 210) Sabb. 55; Baba Kamma 16; Sanh. 12; ib. 26; ib. 94 u. a. St. 211) n^HJin HD1D WN bl& D*rn Bereschit rab. 212) Baba Batra 1. c.