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Der Orient · 1850-02-23 · 8 (23.2.1850) · p. Spalte 119-120

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
8 (23.2.1850)
Date
1850-02-23
Page
Spalte 119-120 (sequence 4)
Language
German
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119 Studien. Die Offenbarung Johannis. 12V sagen 1260 Lage" d. h. sie sollen Unglücksfälle über Jerusalem zu verkünden haben, worüber zu trauern sein .wird, oder vergl. „n\to by rp3ö brr)", und heißt: die Zeugen werden die Aernichtung der Stadt mitsammt den Pharisäern mit ihren Namen der Lästerung beweinen. Diese Phrase des Johannes enthält eigentlich einen Fluch über Jerusalem. Vergl. Apok. 18, 15 zusammengehalten mit V. 20 daselbst, und da die Zeugen Propheten waren, so ist der witzig-ironische Ausdruck: weissagen in Trauersäcken, erklärlich. Denn in folgenden Versen 5 und 6 zeigt es sich, daß diese prophetischen Zeugen Moses und Elias seien; zufolge Math. 17, 5 haben sie nämlich die Stimme aus den Wolken gehört: „Dieser ist mein Sohn u. s. w." Nun, so ist ihr Zeugniß, daß Christus Gottes Sohn ist. Es ist wohl auch Anspielung auf Jes. 43, 10-ff. und 44, 8. — Als Zeugniß für die Ascension sehe man V. 12. — 23. 4. „Diese zwei Zeugen sind die zwei Oelba'ume" Zach. 4, 11: DTOT W. Hier will Johannes die Symbolik des Zach, erklären. Ferner: „und die zwei Flammen." d. i. ibid. V. 14 nrjtpn „Söhne des fetten Oels". Ferner: „welche vor Gott der Welt stehen." ibid. V. 14 pxn b im by DnDiyn b. h. die Seelen des Moses und Elias — Spr. 20, 27 — stehen jetzt vor dem Richterstuhle Gottes. Vergl. 23. 10 und 18 in unserm Kapitel. Das Ganze in diesem Vers d. Apok. ist wie erwähnt eine Auslegung, ein witziger der Vision des Zach., daß dieser nämlich Moses und Elias gemeint habe. Zach, habe also auf die Zeugen des Christus prophezeiet. — V. 5. „Wer ihnen Böses thun will, wird von dem Feuer, welches aus ihrem Munde gehet, verzehrt werden," d. i. A. Nach dem göttlichen Worte, das aus dem Munde Mosi gegangen ist, kam F.uer vom Himmel und tödtete 250 Männer aus der Gemeinde Korachs Num. 16, 35, B. Nach dem Gebete aus dem Munde des Elia kam Feuer vom Himmel, verbrannte das Opfer und die Baalßpropheten wurden „geschlachtet" 1 Kön. 18, 36 ff. — Ferner: „Wer ihnen Böses thun will, wird „ebenso" getödiet werden," d. h. verbrannt und geschlachtet. — 23. 6. „Diese hatten die Macht, in der Zeit ihrer Weissagung den Regen des Himmels zurückzuhalten." A. Bei Moses: Dt. 11, 17 und öfters. So auch bei dem Wassermangel in der Wüste- Er hatte die Macht in Händen, meinte Johannes, denn wenn er nicht um Waffer hatte beten wol- 6) Zu bemerken ist hier, daß die hebräische Übersetzung des N. T. fälschlich nrtfD hat, statt \3D. Luther hat „Fackeln", welches richtiger ist, da solche auch die Söhne des Oels sind. M. s. die Erklärung des rj&n ^3 „Hiob (5, 1) von Dr. M. Löwenthal." Franks, a. M.!846, wo es am Schluffe heißt: „Die Einwendung Stickels, daß auch das Emporfliegen der Funken nicht durch natürlichen Trieb, sondern durch den äußern Luftzug geschlehet, ist für den heutigen und um wie v-iel mehr erst für den damaligen Standpunkt der Physik zu subtil; die Bedeutung . . Raubvogel, Engel, Teufel . . ist ohne alle Etymologie." — So wurde immer viel Subtiles in die Apok. gelegt, unter andern Joh. wollte die Unschuld des Paradieses herbeiführen. — len — weder den Fels schlagen noch zu ihm reden wollen ~ so wäre kein Waffer gekommen. — B, Bei Elias: IKön. 17, 1: „So wahr Gott lebt, es wird in diesem Jahre weder Tbau fallen noch regnen, cs sei denn auf mein Wortl" — Ferner: „und sie hatten die Macht, die Gewässer in Blut zu zu verwandeln." A. Moses hat dieses gegen König Pharao gezeigt Er. 7, 2l ff. B. Elias gegen König Achab 1 Kön. 18, 38: das Wasser in dem Graben vertrocknete; dahingegen floß das Blut der Baalpropheten ihid. 18, 40. Ferner: „die Macht, das Land mit Plagen zu schlagen, so oft sie wollten." A. Moses, die bekannten zehn egyptischen Plagen. 8. Elias: Plagen des Mangels an Thau und Regen. Siehe auch 2 Kön. 1, 4 und 23. 12 ff. — V. 7. „Da nun ihr Zeugniß zu Ende ist", d. h. da nun die 1335 Daniels, erreicht sind und ihr Zeugniß nicht mehr nöthig ist, „so streitet mit ihnen das Thier, welches vom Abgrund — der Erde — aufstieg Apok. 13, 11 d. i. p — und besiegt sie und tobtet sie." Zufolge Daniel 12, 9. 10 sollen zur Zeit des Endes Viele gereinigt und geläutert werden und weiter unten V. 10 sagt Io- Hannes, daß M. und E. die Menschen gepeinigt haben. Von diesen Sünden sollen sie nun, durch den „zweiten Tod", geläutert werden. Johannes stellt sich die Seelen nun als lebendig gewordene Menschen vor: „rpn ny DYlDn CTOD". Nun sollen sie getödcet und ihre Leichen gemishandelr werden — M. s. folgenden Vers — um recht geläutert zu werden von ihren Sünden.^ Man sollte erwarten, daß Johannes, bei kaltem Blute doch bedacht haben sollte, daß es eine Sünde von ihm selbst ist, diesen armen Propheten dergleichen Sünden aufzubürden; indessen entwickelt sich diese Handlung damit, daß. sie in den Himmel steigen, wahrscheinlich um zugleich Zeugen zu sein, oder als Beweis für die Ascension zu dienen. — Das ewige „Streiten" ist Anspielung auf Jes. 6L, 10.— V. 8. „Und ihre Leichen sollen in der Straße der großen Stadt —- Jerusalem — umherliegen, welche im Geiste heißt Sodom und Egypten, in welcher auch unser Herr gekreutzigt worden ist." In seiner Entrüstung über den Tod Christi vergißt Johannes, daß diese Phrase an unrichtiger Stelle angebracht ist, indem M. und E. ja ebensowenig Schuld waren an den Tod Christi als an den Tod des Sokrates. ~- Daß Johannes, da er die Apok. schrieb, begeistert war, shgt er selbst Apok. 1, 10: nrp WM. Wir glauben aber, er meinte, daß er eifrig für die gute Sache gestimmt war und zugleich geistreich, um seine Lehren und Gematriaot niederzuschreiben. — In der Apok. 5, 6 heißt es z. E.: « < sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande." Es scheint, daß man den Satz Ps. 104, 4: )ON4bo HW in folgendem Sinne ausgelegt hat: Gott macht Geister zu 7) Dem Sieger über den Tod: np by TO3Db kommt es zu, andere zu läutern pb. — Auf diesem Läutern grün« det sich vielleicht auch eine messianische Auslegung des psalmistischen Worts b'Dl^Q nach Daniel 11, 35.

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