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Der Orient · 1850-02-23 · 8 (23.2.1850) · p. Spalte 117-118

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
8 (23.2.1850)
Date
1850-02-23
Page
Spalte 117-118 (sequence 3)
Language
German
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117 Studien. Enträthstlung schwieriger Stellen in der Offenbarung Johannis. 118 drücken Daniels — Saadja z. B. sagt, weder Daniel noch der Engel haben die Zeit des Messias gewußt. — — Man bemerke aber, daß Ibn Esra hier nicht meint, daß Gematriaot nie benutzt worden sind. Er benutzt sie selbst zum Verdeckt-sprechen bei seiner Erklärung des Worts näm- {[$ — 33. Gematria's haben schon die Lannaim in der Mischna benutzt; ob man damals dazu die Benennung — wahrscheinlich dann „in Beziehung auf diese Benennung der Erdmeßkunst, da dazu auch Berechnungen gehörten — ober zur Buchstadenzählung einen Ausdruck wie NMM Koh. 7, 29 oder etwa nVfllN pL&TI anwendete, thut ja nichts zur Sache. Die Lannaim haben nicht einmal von Gematriaot als von etwas Neuem gesprochen; diese scheinen daher noch älter zu sein. Daß sie in Erklärung zu Daniel nichts davon geäußert haben, war wohl weil sienachthei'kkge Folgen der ppn befürchteten. Genug, in der Zeit des Johannes wurden sie benutzt; das zeigt die Apok. 13, 18: 'fo'l'n H0DE. — Ueber Gematriaot in der Misch na s. LB. d. Orient 1849* Nr. 42. „Der alte Gebrauch der NnD£;i d. i. Buchstabenzählung". Von Dr. Fürst. (Daselbst Drucks. lies nT_ io)* Auch LB. d. Oc. 1849 Nr. 48 : „Umfang der jüdischen Studien im Jahr 32 v. Ehr*" Von Demselben. Als Strafe für die Namen der L. soll Jerusalem und folglich die Pharisäer darin zertreten werden. Dies ist nach Jes. 63, 1—7: „-- und ich zertrete sie in meinem Zorn und zerstampfe sie in meinem Grimm, denn ein Lag der Rache ,,cp^ cy>" habe ich im Herzen und das Jahr meiner Erlösung ist gekommen." So auch Mal. 3, 19—24, „denn siehe der Tag kommt rc " An jener Stelle Jesaj. 63, 2—3 hat das Zertreten das Mid eines Weinkelters njj "jTD, und in der Apok. 14, 19 — 20 „n;n ]D Dl NSW". Auch kommt daselbst ein sonderbarer Ausdruck vor: |nn rtf". Bekanntlich wird der Prophet Elia einst alle schwierige Stellen in der h. Schrift erklären. Nun kann es nicht gefehlt haben, daß die Apostel von Johannes dem Lauser oder von Christo, Erklärung der schwierigen hebräischen Wörter in den Uebersch rif ten d er P sa lmen Davids, da sie ja „mit dem h. Geist „ttnpn NN?" geschrieben worden sind, verlangt haben—und als p Math. 17, 12. 21, 9 war ja die Person Davids und dessen Psalter sehr wichtig. Diese Wörter sind nun ausgelegt worden im Interesse des gekommenen Messias, „auf dessen Ankunft David mit seinem h. Geist prophezeit hat". An mehrern Stellen im N. L. und an vielen in der Apokalypse schimmern diese Auslegungen deutlich hervor. Das Keltertreten n4 in. d. Apok. weist uns hin auf eine witzige messianische Auslegung der Ueberschrift des % 8 (etwa nvtin rorwn) : rvmn by nsuob. 4). lieber blNty und ppU pN sehe man unsere „Forschungen über die Ueberschriften der Psalmen. pu§. 152. Apok. 17, 11: „rvO'Wrj wie wir zu St. bemerkt haben. So auch ib. 15, 2 parallel mit 1 Chron. 15, 21: rpjwn by nsuov Apok, 14, 4: ist Auslegung von Ps. 46, 1 („der Sieger" bei den Jüngern): by Apok. Kap. 2 und 3 haben wir z. St. mehrere Auslegungen gezeigt des Ps. 9, 1: niD by Apok. 21, 7: ,>Der Sieger erbt alles": bn hn" Ps. 5, i: nv^run bx Math. 8, 16. 17. Der Sieger über Krankheiten s 15, 26 Krankheit D^riD) Ps. 53, 1: n^HD by mtäb. Der öfters erwähnte Morgenstern -jkNV p bb'H Apok. 2, 26—28. Luk. 1,77—79. Ps. V2,1: ->rwn n>x by ti&ab. (Das Wort n^N leidet mehrere Auslegungen, Deutungen und Konjekturen: //Wsnpn btf“ wie es öfters heißt.) Apok. 1, 9: jr,t£r> n)iy: Bon den Visionen Daniels war eine wichtige in Daniel 8, 2. Dazu kommen lilienförrnigeZierrathen vjy—mDy „auf das Haupt Jehoschua"! Ps. 60, 1: 5»^ j&'iB' by 'b. Die bekannte Symbolisirung des h. Geistes durch eine Laube: Luk. 3, 22. Math. 3, 16. Mark.!, 10-(Es hieß ohne Zweifel, daß dieses in der Uebers. des Ps. 56,1 liegt: — DM^ mithin njl’», Gottes Laube; vom fernen Himmel D^N">D — also der Sieger — Christus — by, nach Art der Gottestaube. G'jnm nbtt by 'b.5 Daß es eine Laube Gottes giebt, dafür konnte man sich auf die fromme Taube im Hochliede berufen yiQD YOT, die ja als SchmeichelworL an die Braut riDJD" —7 immer gegolten hat vor Gott, der den Bräutigam vorstellt; von wo diese Idee zu den Christen überging: „Gott und die Kirche". — Die poetischen Worte Davids 2 Sam. 23, 1: „Gottes Geist redete durch mich" u. s. w. haben wohl ursprünglich zu der Idee Anlaß gegeben, da sie wörtlich genommen worden, daß David mit dem tjnpn HD gedichtet habe. Dieses gab wieder Anlaß dazu, daß er prophezeit habe auf den Messias der spätem Propheten, wie es auch bei den Lalmudistcn heißt: nriN* YD Psi 7, 1 zielt,,-^Q by fwon". M. f. Rafchi zu dieser Stelle. David, sagte aber nie, daß er Prophet ist; am allerwenigsten enthalten die Notizen oder Ueberschriften der Psalmen Prophezeihungen. Die poetischen Bilder im A. L. wurden öfters verkannt oder unrichtig angewender. So sagt Ewald in seiner Erklärung zu Ps. 110 unter andern Folgendes: „Zwar ist dieses, aus.dcr allgemeinen Wahrheit gesagt, daß der wahre König ein c>vvftpovog frsou sei: aber es wäre verkehrt die nähere Anwendung und das volle Bild hier zu verkennen." Die poetischen Bücher des alten Bundes, erklärt von Heinrich Ewald. 2 Lheil. Die Psalmen. Güttingen, 1835. pa#. 24. V. 3. „In Lrauersäcken sollen meine zwei Zeugen weis- 5) Ueber filP von f. meine Außerord. Berlage z. LB. 1848, Nr.^50. Auch Gesenius HW.: Buchstabe Alef Nr. 2. — 8

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