Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 8 (23.2.1850)
- Date
- 1850-02-23
- Page
- Spalte 115-116 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/8555529-9891031-9891039--6273-3535580- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
115 Studien. Enträchsi'lunZ schwierige- Stellen in der Offenbarung Johannis. Hg itut ■«2JQ DD'nxian inbttJ. So der gelehrtere Paulus: „8n keinem andern Namen liegt Heil u. s. w. In dieser Phrase liegt deutlich die Wichtigkeit, die man in dem Namen y^i fand, und zwar nach Math. 1, 21 yw wn n. — Man hat unter jene „Namen der Lästerung" (Apok. 13, 1) immer einen Menschen verstanden, der da lästert; nie aber daran gedacht, an einen Mann zu denken, der gelästert wird. Daher kam man nicht auf den Namen dieses gelästerten Mannes. Man bedachte auch nicht, daß der Name eines Mannes, der da lästert, nicht Name der Lästerung genannt werden kann, sondern der Name, der einem als Lästerung beigelegt wird. -- Daher kam es, daß man das Buch nicht verstand und nannte es ein Geheimniß, eine poetisch-prophetische Schrift, es ist aber weder Geheimniß, noch poetisch noch prophetisch, sondern — wie erwähnt — ein polemisches Buch gegen die Pharisäer, und deswegen wurde es im christlichen Kanon ausgenommen. Aber derjenige, der nicht vertraut ist mit dem A. T. in der Ursprache, und auch mit den Auslegungen und mit den Ideen der Lalmudisten nicht bekannt ist, mit Haggada und Midrasch, ist nicht im Stande, die Apok. gehörig zu erklären. Dazu kommen noch Wortklaubereien und Sophistereien, Rücksicht auf den Aberglauben der damaligen „Schristgelehrten" — wie z. B. „der Obere der Dämonen" Mark. 3,32) ist eine Folge der Engel-Traumbilder Daniels — der Glückstern oder die Sternseherei Mt. 2, 2 und 9, ist aus diesem Aberglauben zu erklären —Rücksicht auf kleinliche Rachelust vieler Aalten und endlich hauptsächlich Kenntniß der Gematria.—Die Harptideen und Grillen der „Kabbala" sind aber dazu nicht nöthig. Wo Johannes von Weisheit oder Geheimniß spricht, da meint er das, was außer dem einfachen Sinn noch „in den Worten liegt", welches nicht jeder berechnen kann oder verstehet, nämlich die„Geheimniffe"der Gematria's. Das Thier mit den Namen der Lästerung glaubte er für die Leser seines gleichen deutlich genug gelöst zu haben durch die letzten Worte in Kap. 13, mit 666; denn jeder wußte damals, daß die Pharisäer Christus nannten. — Das elfte Kapitel dev Apokalypse. B. 1. Johannes wird aufgefordert, den Tempel u. s. w. zu messen; auch diejenigen, die darin anbettn d. h. die Pharisäer. Das Messen ist hier Vorbereitung zum Untergang, gegründet auf die Worte Christi, Math. 24, 2: „Ich sage euch, es bleibt hier nicht Stein auf Stein, der nicht verheert wird." Den Untergang des'Tempels, der Stadt Jerusalem, und somit die Aernichtung der Pharisäer mit ihren Namen der Lästerung, beschreibt Johannes später in Kap. 17; aber in seiner Entrüstung ob dieser Lästerung antieipirt er das, was er später sagen will: „miNDV O1PP2; seine Entrüstung gegen die Pharisäer laßt ihm nicht Zeit, alles in Ordnung folgen zu lasten. Auch war er kein guter Stylist. V. 2. Der Vorhof des Tempels soll nicht gemessen , 3) Z. B. die zehn Einigkeiten Gottes oder seine zehn Eigenschaften nn^DD, der .um Gottes und .nnriNnn u. bergt. — werden; dieser ist den Heiden gegeben worden, Vf), weit diese nicht Schuld sind an die Namen der Lästerung. Auch sind diese ja nur im Hebräischen, in der Sprache der Pharisäer, ausgedrückt, nämlich w ohne y und i-)g3 ohne n als Artikel. Nun bemerke man noch einen Hauptgrund, weswegen die abgekürzten Namen den ersten Christen so zuwider waren — wir haben dieses zu kurz angedeutet in dem Aassatze LB. 1848 Nr. 8 in 6ne. — Bekanntlich hat man von jeher die Worte im Buche Daniel, und zwar die letzten (Daniel 12, 12): „Heil dem, der da harret und erreicht Tausend dreihundert und sünfunddreißig Tage" benutzen wollen, um daraus die Zeit der Ankunft des zu erwartenden Messias und zugleich mit Hilfe der Gematria in andern Wörtern Daniels, als ,npD auszumitteln. Nun haben folgende 28 Buchstaben □nun -]te [ in p rwo | nson jw* das Gematria 1333, welcher Umstand damals den Glauben an Christum sehr bestärken mußte. Durch die Abkürzungen der zwei Buchstaben: y 70 und n 5 fehlen aber 75 in der Zahl des Daniel oder an der Messiaszeit. — Siehe Mt. 24, 13. 14. 15. — Es blieben zurück 1260, das Gematria von folgenden 26 Buchstaben: p fTOD | ns» Dmmn I in (1335-5-75) 1260!. Daher heißt es nun ferner in unserm Vers: „Die Heiden sollen die heilige Stadt — Jerusalem — zertreten 42 Monate lang, denn 42 Monate sind gleich mit 1260 Tagen der Trauer im folgenden 93. 3. Bekanntlich ist bei den Israeliten noch heule die riefe Trauerzeit — incl. die sieben Tage tiefster Trauer — 30 Tage, wie die Traucrtage um Mose: 5 M. 34, 8. — 1260 Tage wachen somit 42 Mal: „dp nwbw“ — also 3£ Jahr oder 3* „Zeiten" Daniels. — Erwähnte Namen und Prädikate näll JW* , NM, 111 p und Dnnn kommen alle häufig vor im N. T, in der hebräischen Uebersetzung. Diese Bemerkung ist nöthig für die, die dieses nachschlagen wollen. Daß diese Wörter die Zahl 1335 genau haben, und daß ebenso genau mit Abzug des y und ,i — welche wirklich in dem „Namen der Lästerung" fehlen — die oft in der Apok. vorkommende Zahl 1260 — z. B. Apok. 12 6 gegenüber dem Drachen — heraus kommt, kann unmöglich bloßer Zufall sein. Daß Johannes die Zahl 1260 zur Trauerzeit, d. i. Strafzeit u. s. w. braucht, zeigt, daß die Lösung ihn um so mehr aufgeregt hat, als sie so nahe an die Zahl Daniels reichte, und die Pharisäer durch ihre Verstümmelung des wirklichen Namens und Beinamens v^.i y^i ihn um die 1335 gebracht haben, die Zeit Daniels, die Christus selbst citirt: Math. 24, 15, und mit der Bemerkung vom Koncipienten „Niipd pm"! — Die Zeit des Messias hat man noK in später«, mehr aufgeklärten Zeiten ermitteln wollen durch Gematria in den Worten Daniels. M. s. Raschi zu Daniel z. <§. Dagegen sagt Jbn Esra z. B., daß es Thorheit sei, jene Zeit finden zu wollen durch Gematria in den Worten oder Aus-