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Der Orient · 1850-02-23 · Heft 8 (23.2.1850) · p. Seite 31

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Journal
Der Orient
Volume
11 (1850)
Issue
Heft 8 (23.2.1850)
Date
1850-02-23
Page
Seite 31 (sequence 5)
Language
German
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WNK 31 j sammcngesetztc Äouiitc auch für diese Strafkonlributionöi ^crtheilung und Hereinbringung fnngirend erklärt, und ".Dasselbe ansfordert, ungesäumt und mit aller Thätig- •[ jcit diesen Gegenstand sich angelegen sein zu lassen, da ss Dessen höchste Dringlichkeit sich von selbst aus dem Um-! stände Herausstellt, daß mit Ende März die erste Rate völlig und den hohen Anordnungen gemäß dieselbe, so ^wie jede folgende, an das Ofener Prcvinzialkriegszahl- I - anlt gegen dessen hierorts vorzulegeude Quittung abge- - fuhrt sein muß. Letzteres wurde daher auch unter Einem Vvon diesfalls vorgeschriebenen ratenweisen Einzahlungen -mit der Weisung verständigt, nach Verlauf eines jeden Quartals, mit Ende März d. I. angefangen , immer ohne allen Verzug den hohen Armee-Kommando anzuzeigen, ob die vorgeschriebeuen Nkaten erlegt worden, % oder ob und was hierauf im Rückstartde verblieben sei. - Es liegt daher dem Kvmie ob, diesen Gegenstand z in allsogteiche Berathung zu nehmen, die Vertheilung $ der Gesammtschuldsumme auf der für die Toleranzsteuer s bestandenen Basis cinzuleiten; gleichzeitig nach Art des! im Jahre 1846 für die Hereinbringnng und Flusstg- ' machung jener Steuerrückstände getroffenen Uebereinkomi.j mens, die Hauptschuldverschreibnng, so wie die Partiall ' schuldobligationen der einzelnen Gemeinden, jedoch im 4 ' gegenwärtigen Falle mit der solidarischen Haftung einer; Gemeinde für alle anderen, vorbehaltlich des Regreß- - rechtes, in bester Form Rechtens mit den ausgedehntesten -und promptesten E.rekutiensreHte vorznlegen; endlich die Anträge wegen eines unter gleichen Modalitäten zu bil-; Lenden Reservefonds, so wie wegen der zu leistenden!- '! Sicherheit für die Erfüllung der rcspektiven Schuldigkeit,; s hierher vorznlegen. Im Betreff dieses letztern Punktes, glaubt dieses ' Militärdistriktö-Kommando erwähnen zu müssen, daß - die Bürgschaft auch im gegenwärtigen Falle von der ' pesther Judengemeinde um so mehr zu übernehmen wäre, /da gerade sie durch die allerhöchst bewilligte Umlegung der Straftentributicn auf sämmtliche Jndcngemeinden . /- des Kronlandes Ungarn von einer viel drückenderen Last ^befreit wurde, und andererseits ein großer Theil ihrer ^Glieder sich eines notorischen Wohlstandes erfreut, der in die Lage setzt, auch in dieser Hinsicht den hohen ' Anordnungen entsprechen, und ihren eigenen Glaubcns- , genossen hilfreich entgegen kommen zu können. 4 Bei der schon bemerkten äußersten Dringlichkeit hat ''-/das KonlitL binnen acht Tagen die ausführliche und '4 dokumcntirte Nepartition unter eigener Haftung für deren 'I Richtigkeit diesem Militärdistriklskommando bestimmtest zur weitern Amtshandlung vorznlegen, und mittlerweile sich mit den einzelnen Gemeinden in das allenfalls nölhige Einvernehmen zu setzen, und allen nachthciligen Folgen, welche eine Verzögerung in der pflichtschuldigsten j Erfüllung der höheren Befehle unnachsichtlich nach sich , ziehen mußte, schon in Vonihilleiu zu begegnen. Schließlich wird das Komüe zur weitern Verlautbarung an die einzelnen Judengemeiuden verständigt, es sei die Sache dieser Gemeinden mit Rücksicht 'auf die ' denselben größere oder kleinere Schuld, so wie auf die Vermögcnsverhältuisse und den durch die beendete Revolution sich verschafften Gewinn der einzelnen Individuen unter sich die Repartition der auf die einzelnen Individuen entfallenden Beträge zu veranlassen, indem das hohe Anncckcmmaude nicht in der Lage ist, allenfälligen Einschreiten um Nachsicht uild Erleichterung Folge zu geben, und cs den Gemeindevorstehern allein überlassen muß, nach Recht und Billigkeit in diesen Fällen zu entscheiden, daher durchaus keine derlei Gesuche mehr an das hohe Armeekommando gelangen dürfen, und im Falle, als solche wider Vernuithen dennoch Vorkommen sollten, gänzlich unberücksichtigt gelassen werden mußten, weshalb auch die Kontnbutionsnachsichtsgesuch der arader Judengemcinde intfc des hiesigen Großhändlers Adolf Kohner nur zur allfälligeu Berücksichtigung des Komitees zurückgeschlossen werden. Mach io, m. x. Generalmajor. Pesth, im Jan. Die gehässigste Opposition ist zwischen den deutschen Städtern und den Juden. Von der revolutionären Regierung und von der kaiserlichen emaneipirt, wollen die Juden ihre bürgerliche Gleichstellung auch benutzen; die Magistrate aber zögern mit Ertheiluug der Rechte und die Deutschen hoffen, daß die Regierung nach überstarrdtner Roth die ertheilten Koncessionen zurücknehmen werde. Die Sympathien der Juden für die Magyaren, ihre durch die Zahl so namhafte Thcilnahme au dem Kampfe, lassen die Verirr uthung aufkommen, man werde cs der religiösen Genossenschaft im ganzen Lande entgelten lassen. Jedoch Strafe und Zorn des Gewalthabers erstreckt sich nicht über die ausgeschriebenen KnegSkontributionen; alle Juden Ungarns sollen binnen vier Jahren 2^ Millionen Silber zahlen, wobei die Repartition den Gemeinden überlassen wird. Die Inden werden schwer betroffen durch diese Steuer, nicht jene der Städte, sondern die auf dem flacheu Lande sich befinden; sie haben während der Kampfzeit überall aus Helsen müssen, denn jeder militärische Streifzug nahm gerade diese Bewohnerkaste am ersten in Anspruch. Die Kapitalien wurden abgenommen , die Schuldner sind venirtheilt oder fluchtig, oder zahlungsunfähig. Die Judengemeinde zu Altofell stellte ihre Immobilien und Mobilien und das gesammte Vermögen den: Fiskus zur Verfügung, und er mußte das Referat avgeben-> daß nicht bloß der Kaiser, sondern auch Haynau hier nichts nehmen könlle. Allein die Solidarität schafft anderwärts das Sümmchen-herbei, und ob Schuldige oder Schuldlose zahlen, ist dem Arnreeoberkommandanten und Militärgouverneur ganz gleich. Die deutschen Bürger Pesths benutzten aber diese Stimmung und erschienen ln corpore als Petenten, man

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