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Der Orient · 1850-02-16 · 7 (16.2.1850) · p. Spalte 99-100

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
7 (16.2.1850)
Date
1850-02-16
Page
Spalte 99-100 (sequence 2)
Language
German
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99 100 Studien. Die literarischen Vorlagen des Talmuds. Anschauung den Entwurf eines neuen Tempels giedt,, Stadt und Land für neue Einwohner ausmißt, ein Regulativ für Priester, König und Volk bis in das Einzelne ausmalend dem Volke vorlegt und, wie ein Forscher sagt (Eichhorn), gleichsam die magna. Charta einer bessern Ankunft vorführt.155 In Hinblick auf diese zweifachen Prophetien sagt der Talmud, daß der Anfang des Propheten Verkündigung der Zerstörung, den Schluß aber bilden Trostgesichte. Je seltener aber die allgemeinen Bemerkungen über dre drei Haupttheile des Jecheskel'" zum Behufe der kanonischen Anordnung bei den Talmudlehrern nngetroffen werden, um so häufiger sind die Auslastungen über jeden Theil insbesondere, die für die Kritik des Textes vom Standpunkte des Talmuds nicht unwichtig sind. Oie erste Partie, die Beschreibung des göttlichen Thronwagens, ist zwar das Charakteristikon Jecheskels'" und als GMjacbma159 hochgerühmt, aber dem ungeachtet erscheint Jecheskel's Darstellung Gottes, bei allem Reichthum der Phantasie und bei aller Pracht von Natur und Kunst, der edlen Einfachheit des Jesaja gegenüber, der durch Majestät und Würde, ohne sich an Kleinigkeiten zu erschöpfen, Leser und Hörer gewinnt und hinreißt, sehr tief und beschränkt. „Wohl, sagt der Talmud, hat Jecheskel dasselbe wie Jesaja 160 geschauet, aber Jecheskel gleicht einem Dörfler, der den Prachtzug des Königs einmal sieht, Jesaja aber einem Bewohner der Residenz.""' Und vollends im Vergleiche mit dem mosaischen Zeitalter, wo Gott noch in einem einfachen Dornbusch der Wüste16 a oder als brennendes Feuer auf einer Bergesspitze163 erschien, ist Jecheskel kaum dem Geringsten jener Zeit ähnlich. In der Zweiten Partie hielt man die Drohgesichte über die fremden 155) Diese würde die letzten 9 Kapitel, nämlich von Kap. 40—48, umfassen. — 156) Baba Batra i. c. (ri'D'D) .NJ3HH O’tcn ^Npim Nnr:nj). — 157) Nämlich: 1. Kap. 1 und 10z ll. von Kap. 2—39 Mit Ausschluß von Kap. 10; II!. von Kap. -40—48. — 158) Verachot 57b; Abot d. Nat. c. 40. — 159) Unter riEDn verstand man das Verständniß dieses Theiles, und von Joch an an b. Sakkai, der rwyD verstanden, heißt es, daß mit ihm nODHn y>J verschwunden (Sota c. 9, 15; Abot 3, 23; j. Ta'aiiit c. 2). S. LB. des Or. 1849 c. 719—20. Unter den Studien Hillel's und auch Jochanan b. Sakkai's zählte man als Nr.!3 v-no STOID oder »T^yo, das auch NQDN genannt wird (Sukka 28 a), und wegen des großen Werrhes nannte man sie auch d. h. der große Gegenstand, wie das Lehrhaus dafür rpD genannt wurde (Echa rab. Einl.). Ueber diese Wissenschaft an sich, welche man mit: „den Preis Gottes rühmend verkünden" (Pesikta par. 14) u. s. w. bezeishnete, siehe weiter unten. Vergl. LB. d. Orients 1849. c. 764. — 160V Jes. 6, 1-3. — 161) Ehagiga 13 b. — 162) Ex. c. 3. — 163) ib. 24, 17. - 164) Debarim rab. c. 7. — heildnifchrn 'Staaten, Äls-Egypten.,^6^ Ammon» Babel,"« Mo'ab,"? Lyrus,'bs 'Edom'es u. A. nur den ähnlichen von Jesaja, Jirmijja und Zefanja für gleich werthvoll und WÄrdig."9 Das Gesicht über die Belebung der Todtengebeine im Thale Dura,"' hielt man als das beste Argument für den Glauben an eine Auferstehung. .In der dritten Partie hielt man bereits 'bas Meiste für ein unlösbares Ra'thsel, das nur eine neue Offenbarung wird deuten können. "3 Was die Anordnung und die Redaktion der Jecheskel'.- schen Prophetiep aulangt, so sagt die alte Tradition, daß die „Männer der ,großen Berfammlung", d. h. der große Staatsrath oder Reichs - Senat, dieselben gesammelt, geordnet und redigirt. 174 Dieses große Kollegium oder der Staalsrath hatte seine erste Begründung im zwanzigsten Jahre des persischen Königs Ar Laxer xe s Langhand (Artachschasta), d. h. im 24. Tischri des Jahres 444 v. Ehr. gefunden, 176 als Nechemja nach Jerusalem gekommen war, um, nachdem die Stadtmauern bereits im Elul fertig geworden, eine große religiöskonftituirende, aus Priestern, Leviten und Volksfürsten (Sarim) oder Stannnhauptern (Rasche Ha-Abot) bestehenden Versammlung nach dem Laubenfeste abzuhalten, welche die seit 515 v. Ehr. (1. Jahre des Darius), nämlich seit den 70 Jahren nach der Errichtung des Serubabel'schen Tempel's eingerissenen Misbräuche und Unordnungen beseitigen und überhaupt ein neues Nationalleben anregen sollte. Durch Entwerfung und Unterzeichnung eines Statuts und Vertrags wurde dieses Kollegium organisirt."7 Unter persischer Oberhoheit leitete es 165) Ez. c, 29. 30. 31. 32. — 166) ib. c 21. 25. — 167) ib. c. 24, — 168) ib. c. 26. 27, — 169) ib c. 35 — 170) Boreschir rab. c. 48. — 171 Ez. c. 37. — 172) wa-Jitra rabba c. 27. — 173) Die Tradition sagt davon: T*ny irv^N ll n$"ß ntm*?. (Menachot 45 a)..— 174) Baba Batra 15 a. Die Stelle heißt: nDJD WJN tidn nbioi *?N\n' n'Sw i>Np?rr inro rfrmn und das Gedenkzeichen j-fjp voarb dazu bestimmt. — 175) r6nJn noJD im Talmud Baba Batra 15 und so häufig unter diesem Namen. . 176) Artaxerxes Langhand reg. 464—424. — 177) Am 24. Tischri. des Jahres 444 v. Ehr , heißt es (Nech. c. 8.9. 10), hielt man zu Jerusalem eine Versammlung ab, um Fasten zu veranstalten, in Folge deren die gemischten Ehen getrennt r.ind die Nichtjuden ausgeschieden wurden. Nach einer Lektion aus dem Pentateuch, nach Beichten und Bußgebeten wurde ein Vertrag mit Gott abgeschlossen, dieser sodann, als, Statut niedergeschrieben und von den drei Klaffen der Versammlung unterzeichnet und besiegelt. Diese Unterzeichner wareu I. aus der Klasse der Priester: 1) Nechemja, der nationale Statthalter Judäa's von 444 -432 v. Cln-.; 2) Zivkijja; 3) Seraja; 4) 'Asarja; 51 Jirmja; 6) Paschchur; 7) Amarja; 8) Malkijja; 9) Chaltüsch.;!0) Schebanja; ll) Mallach; 12) Charim; 13) Meremot; .14) Dbadja; 15) Danijjel; 16) Ginton; 17) Ba-

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