Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 6 (9.2.1850)
- Date
- 1850-02-09
- Page
- Spalte 87-88 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 2× ep/1005097
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87 Studien, lieber den Bibelkanon des Fl. Josefus, 88 bringen, so haben wir doch 13 Bücher, weil Ierem. oder Ezechiel doppelt gezählt werden müssen.lü0 Es kann also überhaupt nicht davon die Rede sein, die Zahl der Bücher durch Theilung zu vergrößern, vielmehr handelt es sich darum, sie noch um Eins zu verringern, denn wir haben ja, wie die Bücher oben zusammengestellt sind, immer noch vierzehn. Diese Reduktion auf 13 ließeMch auf drei Orten bewerkstelligen. Wir können entweder die Bücher Sam. und Reg. zusammen nur für eins rechnen; oder die Klage!, mit Ierem. verbinden; oder sie zwar für sich bestehen lassen, aber zu den „vierBüchern" rechnen. Eins von diesen muß offenbar geschehen; ehe wir aber Nachsehen, welches die meiste Wahrscheinlichkeit für sich hat, wollen wir noch einen andern Zweifel erörtern. Wir könnten ja nämlich recht gut zwei der obigen Reduktionen zugleich vornehmen , so daß -wir nur 12 Bücher hätten, und dann als dreizehntes Hiob einführen.161 Man wird sich erinnern, daß Eichhorn dies thut und zwar bemerkt er darüber (§. 45): „Wenn also Josefus das Buch Hiob kannte, und unter den heiligen Büchern seiner Nation fand , so hat er es höchst wahrscheinlich in seine zweite Klasse, unter die 13 prophetischen Bücher gesetzt. Denn in die zweite Klasse ordnete er alle historischen Bücher; und 160) Selbst wenn wir von der Zweitheilung von Jeremias oder Ez. absehen wollten und so (Klage!, auch abgerechnet) nur 12 Nummern hatten, so können wir doch weder Sam. noch Reg. noch Chron. doppelt zählen; denn es hätte keinen Sinn, dies bei einem Buche zu thun und bei den andern nicht, für sechs Nummern habenwir aber offenbar keinen Raum. 161) Da vielleicht manchem Leser das oben Erörterte nicht klar und übcrsichlich genug ist, so will ich dierd'die Berechnung nach der in unfern Bibeln üblichen Eintheilung und Folge der Bücher anders und wahrscheinlich vorführen. Stellen wir die dreizehn Bücher, welche wir als kanonisch und zwar als historisch-prophetische erkannt haben so zusammen: I. 1) Iosua, 2) Richter-Rut, 3) Samuel, 4) Reg. II. 5) Jesaja, 6) Jerenüa, 7) Ezechiel, 8) XII. III. 9) Klaglieder, 10) Esther (apokr.), 11) Daniel, 12) E> A., 13) Chronik. — Die erste Reihe können wir zählen für 4 oder für 3. (Sam.-Reg. verbunden ) Die zweite Reihe müssen wir zählen für 5. (Ez-. oder. Jer. doppelt.) Die dritte Reihe können wir zählen für 5 oder 4 (je nachdem wir die Klagt, berechnen oder stellen). Also 4 3 5 5 4. Dies giebt folgende Kombinationen: a) 4, 5, 5. — b) 4, 5, 4. — c) 3, 5, 5.— c!) 3, 5, 4.— Bon diesen ist a) unmöglich, weil es dann 14 B. gäbe; dagegen die 3 andern; d) d. h. Sam. und Kön. jedes für eins; Klagl. yerbundm (resp. in die andere Klasse); — c) Sam. und Kön. verbunden, Klage!, für sich — in diesen beiden Fällen hätten wir dreizehn Bücher; d) Sam.-Kön. verbunden und Klagl. aus der Rechnung gebracht, dann hätten wir nur zwölf Bücher, also noch Platz für das B. Hiob. unter dieselben gehörte Hiob, weil das ganze Alterthum den Inhalt desselben für eine in Poesie vorgetragene wahre Geschichte hielt." Hiergegen haben wir einzuwenden: 1) Das Buch Hiob ist nirgends zu den prophetischen Büchern gerechnet, weder bei den Juden noch in der I^XX. 2) Sehen wir auch davon ab, weil Josefus überhaupt eine andere Eintheilung als die sonst übliche zu geben scheint;168 fo ist es doch ganz unthunlich das Buch Hiob zu den „dreizehn" zu rechnen. Josefus sagt nämlich wörtlich (s. Nr. 39): „die nach Moses lebenden Propheten schrieben die Geschichte ährer Zeit in 13 Büchern " Alle oben genannten 13 Bücher — von den Klage!, abgesehen — enthalten in der Lhat Geschichte (urgiren dürfen wir ja den Ausdruck nicht, als ob die 13 Bücher nur geschichtlichen Inhalt haben dürften); die XU. enthalten die von Josefus erzählte Geschichte Jona.'s; Jesaja hat historische Kapitel und aus Ezechiel giebt Josefus eine geschichtliche Notiz (f. Nr. 47, 741). Oder, wenn wir bei diesen drei Büchern von ihren, verhältnißmäßig allerdings geringen, historischen Bestandtheilen absehen, so giebt Josefus doch deutlich genug an, daß sie vonWrophetm verfaßt, Prophezeihungen enthalten; es paßt also im strengsten Sinne die Bezeichnung „prophetische Bücher" auf alle; bei Hiob ist aber weder das Eine noch das Andere, weder.Geschichte noch Prophezeihung. Aber Eichhorn meint, Josefus habe, wie das ganze Alterthum, die Geschichte Hiob's für wahre Geschichte gehalten. — Dem wollen wir gar nicht entgegen halten, daß das nicht wahr sei, daß die Meinung abl rPH üb 3W auch „aus dem Alterchume" stamme;30’3 wir können Eichhorn weiter reden und sich selbst widerlegen lassen. Er will nämlich schon vorher die naheliegende Frage beantworten, warum Jos. nichts von Hiob erwähne, und sagt: „Mußte er davon sprechen, da er wahrscheinlich den Helden des Buchs, nach der im Alterthum gewöhnlichen Meinung für einen Ausländer, einen Araber hielt, und konnte er nicht eine vollständige hebräische Geschichte schreiben, ohne sich von demselben nur Eine Sylbe entfalten zu lassen?" Nun denn, wenn er Hiob für einen Ausländer hielt und, selbst ohne diese Voraussetzung, wenn dessen Geschichte gar nicht zur israelitischen Geschichte gehört, wie kann man sich dann beikommen 162) geben jedoch jenes Argument keineswegs auf, werden vielmehr im zweiten Artikel, wenn wir die Eintheilung der blbl. Bücher bei Josefus im Zusammenhänge betrachten, darauf zurückkommeir. 163) Baba Batra 15 a. Sicher war auch der Ninr> :nVvi IT Op TT1 ].):nD nicht der Erste, der diese Meinung aufstellte; damals batte ein anonymer Schüler, ein pSTD nicht den Muth gehabt, eine solche häretische Ansicht vorzurragen, wäre sie nicht schon früher gelehrt worden. Daß abiu kein dabei steht, spricht eher dafür, daß die Auffassung des Buches Hiob als eines bloßen bwü so alt war, daß man sie nicht mehr auf eine bestimmte Autorität zurückzuführen vermochte.