Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 6 (9.2.1850)
- Date
- 1850-02-09
- Page
- Spalte 85-86 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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85 Studien. Ueber den Bibelkanon des Fl. Josefus. 86 Nachdem der erste Theil des Jesaja oder der echte Jesaja zum zweiten Theile oder zu der anonymen Sammlung geschlagen worden ist, so wurde natürlich mit Jirmijja begonnen, obgleich auch zuweilen Jesaja vorangestellt worden sein mochte,129 und es folgte nun 5) das Buch „I i r m i j j a", welches der strafende und drohende Prophet %ccc t£o%r}v,130 der Verkünder des Mißgeschickes, Jirmijja, selbst geordnet und niedergeschrieben.131 Dieses prophetische Buch urter den drei großen Propheten"2 ist vorzüglich für Verkündigung des Ver- HLngnißvollen bestimmt als sein Charakteristikon 133 und ist als solches nur ein einziges Ganze z aber deffen ungeachtet hatte man die Ansicht, daß es..in zwei Bücher zerfällt. Das erste Buch des Jirmijja ist die Sammlung solcher Prophetien, welche Israel und Jehuda betreffen"3 und die ersten fünf und vierzig Kapitel umfaßt, das zweite Buch dieses Propheten hat die Gesichte gegen die fremden Staaten (Egypten, 'Ammon, Moab, Edom, Filistäa, Damask, 49, 1. 2. 4. 7. 8 j 52, 13; 55, 3. 4), wenn auch dunkel und verhüllt, diesen Theil als am Ende des babylon. Exils versaßt zu urgiren und als dessen Verfasser er Jechonja, den gewesenen, damals im Kerker zu Babylon schmachtenden und nach 37 Jahren endlich befreieten König von Juda, ansieht. Nachman Krochmal (Kerem Chemed V. S. 51—56) hat in der neuesten Zeit die betreffenden Stellen Jbn 'Esra's geündnch erläutert. — 129) Dav. K i m ch i im Vorw. zu Jirm. sagt: CJDN dw dcdo D^nzun naw caisn dhddh ‘pdd DTp rryw didt dtid uw todd 130) Berachor 57 b. 15!) Baba Batra!5a; qv^D "'DD1 HDD DfO TOT niJpl. Daß er theilweise oder ganz seine Prophetien dem Barüch b. Nerijja diktirt, der sie daun ausgezeichnet (Jer. c. 36), ist dieser traditionellen Annahme nicht entgegen ff. BB. ib.). — 132) DWD3 H i£f b W Tlbot des Na tan c. 40; Berach. 57 b. - 133) Bei einer sonderbaren Gelegenheit, wo von Träumen abgehandelt wird, heißt es (Berachot 57 b : (v*rjo) .TOT ,TM' DH DWHJ, wo das Charakteristikon von Jesaja durch roru, von Jirmijja durch TlUyTD und von Jecheskel durch (Lheosophie, wegen Ma'aße Merkaba) gegeben wird. Daß dort von den Büchern der großen Propheten die Rede ist und nicht von den Propheten selbst, kann man schon daraus sehen, daß on ü^DD üon den 4 früheren Propheten (Nebiim Nischonim) vorangidt und folgen. Die Stelle hat sich aber weder hier (Berach. 1. e.) noch in einer andern Quelle (Abot des Natan e. 40) richtig und korrekt erhalten; denn von den DHDD nyDIN (Josua, Richter, Samuel und Könige) ist blos O'ÄD -)DD mit dem Charakteristikon (Ruhm, Größe) übrig. — 134) Es heißt Sifre Deut. c. 1 anD DHDD »TOT, wovon das zweite mit irrDT HD! rUH *iy (Jer. 51, 64) schließt. Der Ausdruck -n D1 (pl.) diente natürlich nur als Anlehnung für die 2 Bücher des Jirm., aber die Zwei schließen damit. — 135) ppirp btt im nnnn. Scc. 30, 4. - Kedar, Babylon, 'Elam) in sechs Kapitcln gesammelt,"9 mit „das Wort Gottes, welches an Jirmijja über die heidnischen Völker erging"137 beginnend und mit „So weit die Reden Jirmijja's""» schließend."9 Was nun das letzte Kapitel"9 betrifft, so ist es ein Nachtrag, der blos das Geschichtliche fortführte. (Fortsetzung folgt.) Ueber den Bibelkanon des Fl. Josefus. Erster Artikel. (Schluß.) Aber es fragt sich vor Allem, ob wir die dreizehn nun schon richtig gezahlt; wir haben noch folgende Zweifel: u) Ob die Bücher Sum. und Reg. nach jüdischer Weise für je eins, zusammen für zwei, oder nach alexandrinischer Weise als „vier Bücher der Könige" zu betrachten und für vier oder auch für eins zu zählen seien. Derselbe Zweifel bleibt bei den Büchern der Chronik, wogegen bei Richter- Ruth schon oben aus inneren Gründen erwiesen wurde, daß sie nur für ein Buch zu zählen sind. b) In Hinsicht auf die Bücher Jerem., Ezechiel und Klage!, daß Josefus entweder Jerem. oder Ezech. in zwei Bücher getheilt hat, und daß diese zwei Bücher für drei gezählt werden muffen, ist oben (Nr. 4L und 46) erwiesen. Dagegen wissen wir noch nicht, ob er die Klaget, nun mit Jer. (sei es mit dem Buche Jerem. oder mit dem zweiten inner Bücher) verbunden hat, so daß, mögen wir Jerem. oder Ezechiel doppelt zählen, obige drei Bücher auch bei Josefus drei sind, oder ob ihm die Klage!, ein Buch für sich waren, so daß aus den 3 Büchern vier zu machen wären. Ein Theil dieser Zweifel löst sich indessen sehr leicht. Es gehören nämlich die oben genannten dreizehn Bücher bis auf die Klagel., welche (wenn sie überhaupt ein selbstständiges Buch sein sollen) allenfalls auch zu den „vier Büchern" gerechnet werden können, sämmtlich ganz offenbar in die Klaffe der „dreizehn" und es bleibt daher für Doppelzählung von Sannnl, Könige und Chronik"9 feine Möglichkeit; denn wenn wir auch wirklich die Klagelieder nicht in Rechnung 136) 2er. 46, 1—51, 64. — 137) Jer. 46, 1. — 138) ib. 51, 64. — 139) Die Ueberschrift inmitten des ersten Buches (Jer. 30, 4 s. Anm. 135) kam den Lehrern der Tradition in Bezug auf den Platz befremdend vor und man suchte dies zu deuten (Sifre 1. c.). Auch Josef berichtet von zwei Büchern. — 140) Jer. c. 52. — 159) Ebensowenig für Doppelzählung von Richter-Ruth oder Daniel (s. 45, 711). 6