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Der Orient · 1850-02-09 · 6 (9.2.1850) · p. Spalte 83-84

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
6 (9.2.1850)
Date
1850-02-09
Page
Spalte 83-84 (sequence 2)
Language
German
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83 84 Studien. Die literarischen Vorlagen des Talmuds. Samuel ist hier ebensowenig als bei Josef Etwas zu finden; und ebenso weiß der talmudische Kanon nichts von v i e r Büchern der Könige, wie der Kanon der Siebziger u..dcr in der christlichen Kirche, mit Einrechnung der zwei Bücher Samuel. 4) Das „Buch der Könige" (Sefer Melachim 10C), von dem Anfänge auch ,,weha-Melech David" genannt, 107 und es folgt unmittelbar hinter daß Buch Samuel, an das sich sein Inhalt anschließt. Daß dieses Buch, von dessen Theilung in ein erstes und zweites man nichts wußte, aus verschiedenen besondern Quellen geflossen fei, lehrten bereits die Anführungen im Buche selbst, wo a) eine Lebensgeschichte ©alomo’S,108 b) die Zeit büch er der Könige von Israel/°o c) die Chronik der Könige von Jehuda"° namentlich als Quellen genannt sind.111 Was den Ordner des Buches der Könige anlangt, so soll es der Ueberlieferung zufolge der Prophet Jirmijja gewesen sein, und zwar nach Benutzung der theils ausdrücklich genannten, thcils der ungenannten Quellen."' Mit diesem Buche schließen die prophetisch-historischen Schriften der zweiten Abteilung, die, wie bereits'erwähnt, „frühere Prophelie"113 genannt wurden. — Hierauf folgen in dieser Reihe die „spateren Propheten"/"' paränetischen Inhalts, wo sich jedoch gleich beim Beginne eine eigenthümliche Erscheinung ^kund giebt, nämlich anstatt mit Jesaja die Reihenfolge zu eröffnen, läßt derselbe die alte jüdische Ueberlieferung erst hinter Jecheskel folgen, gleichsam als hätte dieser große Seher erst zu Ende des babylonischen Exils gelebt. Der Talmud wundert sich bereits über diese alte Ueberlicferung, und die Frage: Warum der den Sehern Jirmijja und Jecheskel in der Zeit vorangegangcne Prophet Jesaja nicht voranstehe?m aufwerfend, weiß er keine andere Lösung, 105) Das dritte karthaginensische Eoncil um 397 zählte Kegnumu libri quatuor. Ebenso MNito (im 2. Jahrh.) s. Cuseb. KG.!V. e. 26. — 106) D’Cfto ‘IDD Daba Batra I. c. — 107) €vafifieXex dttßcö d. h. welchen Namen Origenes (bei Eus. KG. Vl. 25) als eine jüdische anführt. — 108) 1 Kön- 11, 41. — 109) 1 Kön. 14, 10; 15, 31; 16, 5. 14. 20. 27; 22, 39; 2 Kön. 1, 17; 10, 34; 13, 8. 12; 15, 10. 15. 21. 26. 31. — 110> 1 Kön. 14, 28; 15, 7. 23; 22, 46; 2 Kön. 8, 23; 12, 20; 14, 18. 28; 15, 6. 36; 16, 19; 20, 20; 21, 17; 23, 28; 24, 5. — 110 Die Chronik (2 Chr. 24, 27) nennt auch ein D'ÄD *BD ttTYl0. — 112^ Baba Batra 15 a. — 113) DWDJ. Die Masora, welche für die ganze zweite Abtheilung den Ausdruck hat, nennt diesen historischen Thcil N*n”Dlp NOD^tCW. Ueber die wörtliche Bedeutung dieses Wortes kann kaum gestritten werden (s. LB. d. Or. 1844 c. 471. 572), aber die Veranlassung zu dieser Benennung ist mir noch nicht klar. — H4).D\innN -DW33. — 1150 Baba Batra!. . (nwö DHp rpjJE” HDD Nt^HD rrjwh ^ptrw?) — als daß die Propheten nicht nach der Zeitenfolge — da doch sonst eigentlich Hos/a hätte vorangehen muffen 116 — fons dern nach dem Inhalte im Kanon geordnet sind. Inhaltlich haben nämlich die Propheten, dem Talmud zufolge,117 zwei Hauptrichtungen, entweder in Strafdichtungen und in rügenden Orakeln die Schauer des Unglückes und die verhäirgmßvolle Zukunft zu verkünden,"8 oder in schwungreichen begeisterten Gesichten tröstende Hoffnungen und lindernde aufrichtende Ermuthigungen zu spendenn9 und die Ordner der alten National - Urkunden hatten dann den gleichartigen unb verwandten Inhalt aneinandergefügt. Der düstre Schluß des Buches der Könige120 führte auf Jirmijja, den nur strafenden und rügenden Propheten,121 diesem folgte daun Jecheskel, der mit Straf-Orakel beginnt und mit Tröstungen und Hoffnungen schließt"" und hierauf nothwcudig Jesaja, der ganz aus Trost- und Hoffnungs-Prophetien besteht. 123 Aber diese inhaltliche Angabe paßt nur auf die Sammlung des zweiten Theiles des Buches Jesajas" den schon der Midrasch das „Buch Der Tröstungen" nennt,"' und man könnte also, wenn man blos diesen Theil im Auge hat, auch dazu die chronologische Folge beibehalten, indem der erste Thril/28 aus nur strafenden Orakeln bestehend,127 jedenfalls richtig seinen Platz nach dem Buche der Könige nehmen konnte, und der zweite ebenso richtig, nach Inhalt und Zeit, hinter Jecheskel seinen Platz einnehmen müßte. Aber jedenfalls ergiebt sich aus der alten Barajta, daß man damals bereits den ersten Theil zum zweiten geschlagen, daß ferner beide als Ganzes sich unter dem Naimn Jesaja geltend gemacht und die dunkle Andeutung über die Nichtautorschaft des Jesaja für den zweiten Theil dadurch gegeben wurde, daß man diese zwei verschiedene Bücher aber durch den Brauch zu einem Ganzen gewordene Sammlung hinter Jecheskel gesetzt habe."8 116) ib. ib. daher auch die Frage 2Hp jjjsqr» HDD?_ 117) ib. ib. — 118) ib. ib. Nnijjhia , N\n-m — 119) ib. ib. xnnm. — 120) ib. ib. {somm iTplD D'DPD. — 121) ib. ib. ^Din n^D .m — 122) ib. ib. NHDrU WDl N3D~nn WH ^NpliT. — 123) ib. ib. Nnoru h^id rrjitfv — .124) Sef. c. 40—66. — 125) (^2 hw) rooro 'd. — 126) Sef. c. 1-39. - 127) also NnUjniB H^D. — 128) Der erste jüdische Exeget, welcher die Scheidung des ersten Theils des Buches Jesaja (Jes. 1—35) — und wozu man noch vier Kapitel (Jes. e. 36—39), um den echten Jesaja mit dem Berichte von seiner Thängkeit aus dem Buche der Könige (2 Kön. c. 18—2 ); zu beschließen — ton Dem zweiten Theile (Jes. c. 40 — 66) gewagt, war Abr. Ihn ^Esra, dem vielleicht schon Andere in dieser Beziehung vorangegangen sein mögen. In seinem Kommentare sucht er an verschiedenen Stellen des zweiten Theiles (zu Jes. e. 40; 42, 1. 19. 20. 23. 24; 45, i. 3;

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