Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 6 (9.2.1850)
- Date
- 1850-02-09
- Page
- Spalte 81-82 (sequence 1)
- Language
- German
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Meraturblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken - für jüdische Geschichte und Literatur. M 0 Leipzig, dm 9. Februar 1§50. Anhalt. Studien. Die literarischen Vorlagen des Talmuds. Von Jul. Fürst. (Fortsetzung.) — Ueber den Vibelkanon des Fl. Josefus. Von Rabb. A. Treuen fels in Weilburg. (Schluß.! — Die Familie Kimchi. Von L. Dukes. Josef Kimchk. (Fortsetzung.) — Kritik? n. Kurze Ueberft'chten. Dibre Chachamim von Aschkenasi. Midrasch wa-Joscha. Vortrag von Dr. B. Beer. Angezeigt von Jul. Fürst. — Ankündigungen. Die literarischen Vorlagen des Talmuds. (Fortsetzung.) 2) Das „Buch der Richter" (Schoftim^'), welches der Prophet Samuel aus den vorhandenen Einzclerzählungen redigirt.00 Der Abschnitt vom Kampfe mit Sisra, dem Feldherren des chazoritischen Fürsten Ja bin, bei welchem das muthige Weib Ja°el und die Prophetin Debora aufgetreten sind, und dazu das sogenannte kühne lyrische Siegeslied," wurde als aus der Liedersammlung „Buch der Kriege Gottes"" entnommen angesehen,93 und es ist in der Timt nicht unwahrscheinlich, daß, wenn auch nicht gerade die Geschichte dcs Kampfes selbst, doch dasausgezeichnete, im kühnsten Schwünge verfaßte, alle Merkmale der Echtheit in der alterthümlichm Sprache an sich tragende Siegeslied, wirklich in dem erwähnten Liederbuche gestanden, vielleicht auch bei einem periodisch wiederkehrenden Nationalseste zur Feier des Sieges gesungen wurde. Der Ordner hätte es also dann der Geschichte beigefügt. Auch mancher Widerspruch, der sich zwischen Relationen dieses Buches und einer Angabe im Fünfbuche herausgeftellr, und welchen die Kritik in der Forschung auch benutzt hat, scheint im Beginn der talmudischen Periode den Lehrern vorgeschwebl LU haben, und die späteren suchten, um der Kritik auszuwei- 89) 'o Baba Batra 14 b.— 90) ib. ib. Der Ausdruck Katab wird dafür gebraucht.— 91) Nicht, e. 4 und 5. — 92) niDr&D 1DD Num. 21, 14. — 93) Bemchot 58 a. — eben, den Widerspruch paränetisch zu losen. Man sah z. B. ein, daß die spätere nach Josua's Tod erfolgte Belegungder Stadt Laji sch (Leschem") mit dem Namen Dan9^ der Erwähnung dieses Namens in der Genesis 90 offenbar widerspricht, und da man das kritische Resultat als gegen die gläubige Annahme abwies, so strebte man diesen Knoten haggadistisch zu lösen.97 Was das Buch Rut anlangt, so ist sein Inhalt freilich in die Richterzeit verlegt99 und für dasselbe ein Ordner mit dem Mrche der Richter angenommen, 99 aber dessen ungeachtet hatte es im talmudischen Kanon seinen Platz in der Abtheilung der Hagiographen. 3) Das „Buch Samuel",100 welches Samuel selbst bis zu dem Berichte von seinem Tode geordnet und ausgezeichnet,102 den Rest des Buches je^od»103 und das ganze sogenannte zweite Buch Samuel hat theils der Seher Gad, theils der ProphetN a tan ausgezeichnet.Von einer Unterscheidung zwischen einem ersten und zweiten Buche 94) Jos. 19, 47; Nicht. 18, 7. Diese nördliche Grenzstadt Palästinas lag an einer der Quellen des Jordan's, später Caesarea Philippi oder Panas genannt. — 95) Nicht. 18, 29. — 96^ Gn. 14, 14. — 97) Sanh. 96 a. Jedoch ist dabei bereits auf eine andere Stelle hingelenkt. — 98) Rut Nabbati e. 1. — 99) Baba Batra.!. c. — 100) 'd Baba Batra 1. c. — 101) 1 Sam. c. 1—24 Ende. — 102) Baba Batra 15 a. — 103) 1 Sam. von c. 25—31. — 104) Baba Batra 1 c. Diese Ansicht hat sich in der Ueberlieferung aus 1 Chr. 29, 29 gebildet, wo es heißt: by D'ritrD ojh D'nnN.D D’jtwnn iban th ’-imi *u -nm by) N'3jn jra nm V rwin bwaw nm ninn, wonach Samuel, Natan und Gad daran gearbeitet. — 6