Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 5 (2.2.1850)
- Date
- 1850-02-02
- Page
- Spalte 77-78 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/8555529-9891031-9891036--6251-3535543- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
77 Studien. Elieser, der Ästrolog 78 edirte Gebetbuch ausgenommen wurde, in welcher Ausgabe sie wörtlich also lautet: morn nJO DW ^2 7TO“i "OD 1'LNl yboi uprinß’ *>ppr» , bpv dw iy nby wVHlh hDÜ' dV , b)y>, wonoch derselbe olfo das biblische Gewicht Mana für ein Gewicht von 60 Sekeln oder Seiaim hält. Nun ist mir aber später das Gebetbuch D„nn ’jVl, Wilna, 1845 'zugekommen, woselbst cm gedachter Stelle sich ebenfalls eine demselben Gaon zugeschriebene Lesart befindet, die fast mit meiner Ansicht übereinstimmr, aber bedeutend von der in der Grodnschen Ausgabe befindlichen Lesart abweicht, indem es hier wie folgend beißt: (riDU onitfp Dt^nno rußro hjd -bw Phjd ^mrj idd (tr\ 2.1 — hfy (hin fen bpm ypi Ä-) ybo Daß jene zuvorgenannte Lesart um so wahrscheinlicher von Elijja Wilna sein muffe, beweist der Umstand, daß sie schon im Jahre 1799, wenn nicht gar vielleicht schon in einer noch weit frühern Ausgabe, die mir entgangen sein tonnte, also wenn nicht zur Lebenszeit des Gaon, doch aber wenigstens unmittelbar nach dem Ableben desselben veröffentlicht wurde. Demnach dürfte die spätere Lesart etweder demselben irrchümlich zugeschrieben werden, oder es müßte dem Worte in der frühern Ausgabe irgend eine prägnante Bedeutung zu Grunde gelegt worden sein, nach welcher sich der Sinn in der spätern Ausgabe anpaffen ließe. Sollte Jemanden vielleicht eine noch frühere Ausgabe jenes Gebetbuches als das Jahr 1.799 bekannt sein, oder falls Jemand überhaupt etwas Näheres über diese Konjektur wisse, so bitte ich, dieses gefälligst tit diesem Blatte nützutheilen. R. I. Wunderbar. Literarische Miscellen. II. Elieser, der Astrolog. Unter der Rubrik nT»nn h. Elieser. der Astrosog, berichtet Wolf in seiner hebräischen Bibliothek,1 daß im Vatikan eine astrologische Handschrift desselben in 4. aufbewahrt wird. Der Verfasser des Sifte Jefchenim'^ nennt das betreffende Werk „das Buch der Loose" 'd), mit der nähern Angabe: nfrnyn WJJ/ Nlril UNp’DNin 'nD nßD^nr W.1 D by, so daß demnach dies e;n!Loasbuch, begründet auf Zahlen, wäre. Aber Wolf macht schon die nähere Angabe, daß es die Loose nicht auf Zahlen, sondern auf die 12 Sternbilder gründet, so daß wohl kaum zu bezweifeln, namentlich wenn man noch seinen Beinamen rilirn in Betracht zieht, daß es astrologischen Inhalts ist. Vor, demselben Elieser liegt in der Oppenheimer'schen Bibliothek ein Werk, betitelt jwn \Ü, und soll nach Wolf^ 1)!. S. 175. — 2) Buchst, jj Nr. 16. 3) 111. S. 109. astronomischen Inhalts sein;^ der Titel paßt auch -zu dem, Beinamen pnpp Außer diesen zw e i Büchern astrologischen u. astron. Inhalts, nämlich .1) ni^U lyß und 2) j^n "IDO, die noch handschriftlich von ihm existiren, finden wir weiter" keine Notiz von einem Buche desselben, und es verlohne sich wohl der Mühe, daß ein Gelehrterd§m diese 2 Handschriften zugänglich sind, ^iese'genauer'Archmuftere, um vielleicht nähere Daca zu gewinnen. Bärtolocci^ berichtet von. einem “itypN 1DD, handschriftlich im Vatikan, welches über Gegenstände der Astronomie und Geometrie , vorzüglich.über die Bewegung der sieben Planeten und über Klimatenchandelt. Wenn wir annehmen, daß vielleicht das gedächte Werk, wiedaS pllll '.1, mit ")ßN begonnen habe, und Bärtolocci dadurch verleitet wurde, dem titellosen Buche den Namen zu geben, wie übrigens schon Wolf vermuthet, so hätten wir über dieses Buch eine nicht unwahrscheinliche Erklärung- Die Identität mit unserem Elieser ist aber kaum zu bezweifeln, wenn man die allgemeine öftere Verwechselung vom Elieser und Elasar, namentlich bei Bärtolocci, berücksichtigt.- Von dem Astronomen Elieser (Elasar) liegt auch noch ein Traktat im Vatikan,^ worin das Astronomische des Jbn Es r a in seinem Pentateuch-Kommentar, welches durch Dunkelheit und Kürze unverständlich ist, ausgelegt und erklärt wird, namentlich das im Exodus-Kommentar. Nehmen wir an, daß auch diese Arbeit von unserem Elieser ist, wogegen, bei Entbehrung entgegengesetzter Daten kaum etwas einzuwendm sein möchte, so hätten wir ein Moment für seine Zeit, nämlich daß er nach Jbn Esra gelebt haben müsse. Wir hätten nach dieser Annahme also noch zwei Werke von Elieser und zwar ohne Titel, nämlich: 3) Ueber asirnomische und geometrische Gegenstände, namentlich über die sieben Planeten ('CD’D 'T’ rob) und über die Klimaten (□,iD,6pN)j 4) über das Astronomische in Jbn Esräs Pentateuch-Kommentar. Eine Frage ist nun noch, ob unser E liefet mit dem Elieser den FirOch, 4 5 6 7 8 den Makrisi als den Mitbegründer der rabbanitischen Kalenderkunde anführt, identisch sei? Wenn überhaupt auf die unkritische Aussage Makrisi's etwas zu geben ist, so wäre jener Elieser offenbar in Persien und in den frühen Jahrhunderten zu suchen und das Erg-ebniß von unserem Elieser stimmt damit also nicht überein. Doch dürften erst weitere Data entscheidend sein. 4) In Kehillat David. Q.. N. 1660. Der Anfang soll -,en stiu. 5) Bibi. Kabbinica s. v. Siehe Wolf BH. I. S. 188 6) Wolf 1. o. 7) Geschrieben HHD. Dieser persische Name ist das klassische Pheroces und der persische König dieses Namens heißt in Seder Tannaim («ei. Prag) p,lD oder nHD, richtiger aber nnD ober nrpD (Firüch). Der Name Fi räch, woraus Pheroces, heißt im Talmud Firüs (JDE>) und dieser Zusammenhang zwischen dem Gaumlaute und dem sanften Zischlaute ist im Persischen auch anderswo. Vergl. die Stadt Rüg d. h. N Hag es in Medien, die auch Ras heißt, woraus Rü'si, das Gent, gebildet ist. Siche LB. 1848 c. 233. 8) In de Sacy's Chrest. arab. mitgetheilt.