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Der Orient · 1850-01-26 · 4 (26.1.1850) · p. Spalte 55-56

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
4 (26.1.1850)
Date
1850-01-26
Page
Spalte 55-56 (sequence 4)
Language
German
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ötz 55 Studien. Die literarischen Vorlagen des Talmuds. 3. Die zweite Abteilung „Nebiim" (Propheten)- bestehend, wie schon Flavius Josef sagt,'-' aus den Schriften, welche die nach Mose lebenden Propheten, die Alles zu ihrer Zeit Vorgefallene aufzeichneten, verfaß: und gleichviel ob sie in. Form von Zeitbüchern oder Weissagungen auftraten. Diese Schriften der Propheten in ihrer Reihenfolge'« sind : 1) Das Buch Josua,77 die Geschichte der Eroberung Kenc>*an's und seine Verlosung erzählend, und dessen Verfasser Josua selbst war, der die letzten acht Verse des Pentateuch geschrieben;78 über zu diesem Bucha hnt Elasar den Ahron den Schluß gemacht" und den letzten Vers«« hat nachher noch Pinchas hinzugefägt.81 Aber ungeachtet der Beizählung des Buches Josua zu den früher« Propheten88 und obgleich man mit LI; 21, 25; 22, 28) und Andern sich in der Pentateuch-Auslegung zeigt, erstreckte sich mehr aus kühne sprachliche Deutungen, etymologische und lexikalische Kombinationen, auf natürliche voraussctzungslose Auffassungen, symbolische Anknüpfungen an Erzählungen und Aussagen, auf überliefeningswrdrige Ermittelungen aus dem Wortsinn, Erklärungen von Schriftrvidersprüchen und Ausgleichung derselben, auf natürliche Erklärung der Wunder und auf neue philosophische Auslegung, ohne auch nur im Geringsten eine lireralurgeschichtliche Kritik zu berühren. Der erste jüdische Exeget, welcher, den Pentateuch mit kritischem Auge lesend, auf fremdartige Bestandteile und Einschiebsel hinzuweisen gewagt, war Abraham Jbn Esra, der in seinem Kommentare bei verschiedenen Stellen des Fünsbuches (Gn. 12, 6; 22, L4; Dt. 1, 1. 2; 3, jO. 115 3l, 9) auf das Ein geschobene leise und Hkheimnißvvll hinwies. Kühner und offener wagte der jüdische Denker Baruch Spinoza in feinem theologisch-politischen Traktat (Tractatus'theologico - ijuliticus: Hamburg, 1670, 4. S. 104—106. 110. 112—114) aufzutreten, indem er sich, wie er ausdrücklich selbst angiebt, auf Jbn Esra stützte. Die Erscheinung, daß der Verfasser von Mose in der dritten Person spricht und ihn sehr rühmt (z. B. Num. 12, 3, 31, 14; Dc. 31, 1), der Ruhm, daß er der größte Prophet (Dt. 34, 10), die spa'tern Ortsbezeichnungen (Gn. 14, 14 vgl. Rcht. 18, 29), die ausdrücklichen Erwähnungen anderer Schriften (^Unn. 21, 14; Dt. 31, 9) und nachmosaischer Momente (Ex. 16, 34 vgl. Jos. 5,!2; Gn. 36, 31 vgl. 2 S. 8, 14), dienten ihm als AnhaLtpunkte seiner Kritik. Uebec diese Kritiker ist die jüdische Exegese bis jetzt noch nicht hinausgegangen. —- 75) Geg. Ap. 1, 1. §. 8. Der Ausdruck OWIH wurde in der weitesten Bedeutung gebraucht, in welcher auch ein berufener Schreiber von Nationalbegebenheiten oder die religiös-politischen Redner so genannt wurden. Schon Neh. 6, 7. 12. 14 weist darauf hin, und in der großen Synode von 120 (nVn.Vl nDJD 'KON) waren nach der Ueberlicferung 35 GWOl, obgleich damals die Sehergabe verschwunden war (vgl. Mcgilla 171), verglichen mit j. Megilla c. 1. — 76) Baba Batra 14 b JTtO). — 77) ytfr,rp ~0D Nedarim 22 d. — 78) Baba Batra!. e. — 79) Jos. 24, 29-32. — 80) il,. v. 33. — 81) Baba Batra 15b. — 82) Man unterschied bei den Propheten, und also auch bei ihren Büchern, zwischen früheren (D’OlttfJO DWÜJ) und späteren (nunnN DW’DJ); zu jenen zählte man Josua, Sademselben die zweite Klasse der Nationalurkunden begonnen," so glaubte man doch, theils wegen der Analogien zwischen Josua und Mose,8^ theils wegen des engen Anschlusses an den Pentateuch," daß das Buch Josua nur als ein An, Hang zum Fünfbuche zu betrachten sei, io daß bei einem Gegenüberstellen der übrigen heiligen Schriften dem Penrateuche, das Buch Josua als zum Pentateuch gehörig angesehen wurde. Den Abschnitt über die Asyle8« bezeichnete man für eine offenbare eingeschobene Urkunde aus dem Fünfbuche,87 und wie diesen so hielt man auch noch andere Partien für ent, lehnt aus dem Pentateuch. Darum setzte sich die Ansicht fest, daß Josua sich dem Deuteronomium eng anschließt, und wenn Israel nicht die Propheten und die Schriften der Ermahnung durch seine Sündhaftigkeit nothwendkq gemacht, so würde der Pentateuch mit seinem Anhang Josua ausgereichc haben." (Fortsetzung folgt.) Kurze biographische Skizzen aus der Gegenwart. II. H. SomerhrrnseLL, vr. pliil., PG. (geb. 22. Oktbr. 1781 in Niederwehren in Franken — seit 1799 in Amsterdam — seit 1817 in Brüssel; beeidigler Translator ic.) Von diesem jüdischen Gelehrten der Gegenwart sind uns folgende Arbeiten bekannt: rpn, Schutzschrift für M. Lemans rjans über die richtige Aussprache des Hebräischen. Amst. 1808, 12. -pjn nDD. Probestück in hebräischer und holländischer Sprache, von der hebräischen Gesellschaft "pjn, in Mil- Wirkung mehrer Mitglieder hgg. Amst. 1809, 12» N-ipDH nniD\ Hebräisches Buchstabir- und Lesebuch mit Fibel, methodisch bearbeitet hebr. und holl, in 2 Bdchen, von genannter Gesellschaft p'n herausgegeben. Amst. 1810. 12. muel, David, Salomo u. A. von diesen hießen Chaggai, Secharja und Malachi nyjnnN 'J %Civ e&xrjv &ota 48a b.- 83) Baba Batra 14 b. Das erste Buch in ]TiD ist Josua. — 84) Ta'anit 20a; Sota 36a; Baba Batra 75a; Sach 20 a; Makkot 9 b u. a. St. — 85) Bereschit rab. e. 6 §, 14. Die Stelle lautet: y&nTb pilD HM m>n ."WD 'o d. h. das Buch Mischne Tora (Deuteronomium) war die Fahne des Josua; er hat eö nämlich ganz in sich ausgenommen und sich danach gerichtet, so daß er ganz in derselben Weise geschrieben. Vgl. awnj HQD* 1 * * * * * 7? nhy iriN (Sanh. 89 a). — 86) Jos. 20 (ü>n^n 'd). — 87) Makkot 11a. — 88) Nedarim 22b. Die betreffende Stelle lautet: min woin nran cr£ \m nh iNon th T&3 Jmn'-lDDL —-

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