Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1850
- Issue
- 4 (26.1.1850)
- Date
- 1850-01-26
- Page
- Spalte 53-54 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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54 Studien. Die literar. ' ■ji'-ni:) “rar 7'iin i:o io. -j.snsD d’dj ms< übi) -jnqo pD’ nniD 7nnob : 7ND1 7HNJf HOB« ‘ lmntEf Dl’ Df H013 HND 11. irrnnn ind nN-i’b tnpn lmor THlDfO 71DD tfQU : imnnN DA ni *<bn : D’njnp DA'vD noiyb oniDD 12. D’njiDt^n nrpn pn ywb D’njnin intern nsjpni mj? : Dnyn ’jrm D’DDnb unioti 7' “pwa 7-ito 13. UN'SDtv yyb nrotin Dpb UN's;n «ms n'yAV 'N'A : UNon boy t bd tyjo nm HD Nbn yoty top 14. t?N m ’p’inDb ruo nnb B'N’nn;rq mwb bitsn pbtn D'äyn nmn i>"DL" nnto N'nnb D’bpsy 15. lyntyn fbx pna u DiDtyb iy7D' not p-on niy’pn : iynn ~ew bipi nnaiam (Fortsttzung folgt.) Die literarischen Vorlagen t)cS Talmuds. (Fortsetzung.) Bei der ausgebreiteten blühenden Gläubigkeit der damaligen Zeit, bei der Einkreisung des Judenthums um die Brennpunkte der altnationaten Ueberbleibsel, läßt es sich schon im Voraus denken, daß mon das Fiinfbuch ohne weitere Anzweifelung dem großen Gesetzgeber Mose zugeschrieben, und wie man die Lora als von ihm ausgegangen angesehen,61 e^nso wurde der Autor um dieses Gesetzes willen „der große Schriftlehrer Israels" genannt.02 Aber diese gläubige Annahme hinderte keineswegs, das Hyperbolische und Excentri- W im sprachlichen Ausdrucke, das Wunderbare und menschlich Ausmalende der Sprache, in der Buchstäblichkeit zu erkennen, und in Aufsuchung des wahren Gehaltes durch eine sichtende Auslegung zu negiren. Den Schriftausdruck z. B.: --Gott stieg auf den Sinn herab" *3 oder „Mose stieg in 61) Daher der Ausdruck n$D min oder NnvryiN rism —- 62) Sota 131) (brnrn wm nidd), -- 63) Exod. 19, 20. — Vorlagen des Talmuds. den Himmel"64 hielt man der urthümlichen jugendlichen Sprache zu gute, und mit dein Psalmvers „die Himmel sind Gottes, aber die Erde gehört den. Menschen"05 klügelnd, behauptete man, daß weder Gort herabnoch Mose hinaufgestiegen wäre.CG Nur allein dieseLhatsache, daß die sinaitische Gesetzgebung durch Mose niedergeschrieben und weiter überliefert wurde, war eine unbezweifelte anerkannte Wahrheit,67 die für unseren Gegenstand hier auch vollkommen ausreicht. Diesem Hauptsatze schließen sich dann die Mittheilungen an, daß er den Abschnitt über das Sechstagewerk ausgezeichnet^ und das Lied am Meere gedichtet,00 daß er drei gesetzliche Abschnitte mit je 60 Geboten cut^gearbeitet70 und sogar das Fünfbuch so schriftstellerisch abgeschlossen, daß er den Umfang der Kapitel (Parafcha's) und der Derse (Pesukim) bestimmt und begrenzt.71 Auch der Gedanke, daß dem Ordner und Abschließer Mose bereits überlieferte schriftliche Urkunden Vorgelegen haben, scheint der talmudischen Periode nicht fern gewesen zu sein. Denn abgesehen davon, daß die noch ungetrübteUeberlieferung stets nur von einzelnen Abschnitten Kunde giebt, die er außer dem gesetzinhaltlichen Lheil koncepirt und niedergeschrieben, sicht man aus der Hauptstelle der alten Überlieferung,^ wo es heißt: „Mose hat sein Buch emd den Abschnitt der Bil'amitischen Prophetien niedergeschrieben", daß man unter Buch Mose's nur den gesetzinhaltlichen Lheil des Pentateuch verstanden und daß ohne besondere Ueberlieferung man auch bei den Bil'amitischen Prophetien angenommen hätte, daß er sie schriftlich überkommen. Die letzten a ch t Verse des Fünfbuches, vom Lode Mose's und feinem Ruhme handelnd, hat sogar nach der gläubigsten Tradition Josua dem Fünfbuche beigeschrieben.73 Ganzim Geiste jener Zeit fehlte, wie man sieht, die kritisch-geschichtliche Anschauung, aber die ersten Fäden konnte eine spätere Kritik sehen, wenn sie wollte,74 64) ib. 19, 3. — 65) ip, 115, 16. — 66) Lukka 5 a (,-jby ^bl Mob rU’Dty rjTV ttb ab 1J/D onob rwo). — 67) Sota 4b5 Abot 1, 1. In der bekannten Barajta Baba Batra 14 h heißt es HDD DfO D^D. — 68) Beresch. rab. c. 8. — 69) Schemot rab. c. 23. — 70) wa-JLkra rab. c. 24. — 71) Berachot 12 b; Megillcr 22 a 5 La^anit 27 a. — 72) Baba Batra 14 b (Dy^O HDD 3DD WD). — 73) Baba Batra 1. e. (.151QV1 HDD 202ytyi.T rrwirw D'piDD). — 74) In dieser dürftigen und unkritischen Anschauung über Entstehung, Verfasser und Komposition des Pentateuch, wie sie der Lalmud umrißlich angedeutet, verharrte man länger als ein Jahrtausend, und der erste kritische und wissenschaftliche Geist, der bei ben in Asten lebenden Jehuda ha- Parsi (Abr. Jbn Esra zu PenU Einl.; zu Ex. 12, 2; Lev. 25, 9; Num. 3, 29; in dessen Jggeret ha-Sabbat o. 1), A bu 'Amran Musa Ha-Parsi (Abr. Jbn Esra zu Er. 12, 5; Amos 7j 14), Chiwi el-Balkhi (derf. zu Ex. 14, 27; 16, 14z 34, 29), Berr-Suta (derf. zu Ex. 20, 4*