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Der Orient · 1850-01-19 · 3 (19.1.1850) · p. Spalte 45-46

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
3 (19.1.1850)
Date
1850-01-19
Page
Spalte 45-46 (sequence 7)
Language
German
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45 Studien. Das Wort Kara. Die Vorzüge Sora^s. 46 37, 14, Esther 6, l u. dgl. St. m. deutlich hervor. Deshalb heißt es auch immer im Talmud: , p)p nbjDH HN* Nlipn , mim N"lip iTH u. s. w.; ja selbst wo auch nur von den biblischen Lehrgegenständen der Kinder die Rede ist, heißt es gleichfalls so, wie z. B. n^n ]im Mn di o np b’t , pip np’j’nn p\i «- dgl. et. m., so wie auch der Bibel-Lehrer den Jugend ip-m ^")pO genannt wurde. Ohne Zweifel ist also die Benennung der Bibel durch N“)pD (*><^ zu Lesende) so wie $op> für Bibelvers dadurch entstanden. Da nun bekanntlich jede Halacha nothwendig die Bibel zur Basis haben mußte, und erstere ihre Autorität nur durch letztere begründen konnte, so sahen die Talmudisten sich stets genöthigt, ihre desfallsigen Aussprüche durch die übliche Form tnp inD u. s. w. von der Bibel herzuleiten. Da aber nicht selten eine solche Herleirung, erst nach mancherlei Wendungen und Deutungen des SchriftworUs ausgeführc werden konnte, so war dazu nicht blos eine tüchtige Bibelkenntniß, sondern oft auch großer Scharfsinn zur Handhabung des Bibeltextes erforderlich, weshalb man demjenigen Talmudisterr der sich auf diesem Gebiete auszeichnete, mit Recht das Prädikat £snp „Sch r if t g e l e h rt er^ beilegte. Im Talmud wird unter Andern namentlich auch Rabbi Chanina als eia solcher vorzüglicher Bibelkenner, mit dem Prädikate 'vsnp ausdrücklich bezeichnet. So heißt es im Tr. Berachot30b: nDNpi .n'rpi 7n rrap *op iso\jn ^:n :rrr> ipd Kllb ■pnp np plD * „Es saß der Bibelkenner Rabbi Chanina vor R. Januar, saß und sprach die ä^.-.lacha ans nach R. Jehuda u. s. w. Dieser erwiderte: Geh hinaus halte deinen Aortrag draußen u. s. w." Diese Stelle ist mit geringer Abänderung wiederholt in Tr. Jebamot 4V a und Kerubot bü n, in welcher lctzlern Stelle aber in manchen Talmudausgaben das Wort *snp irrthümlich ausgefallen ist. Nicht unwahrscheinlich ist es auch (was übrigens auch schon Herr Dr. Fürst augedeutet hat), daß die Worte “jvnp 'Hp rtwa in dem Sinne: „Gehe hinaus, predige deine Bibelgelehrsamkeit draußen" zu nehmen sei, welche lakonische Antwort des höher gestellten R. Jannai an den ihm untergeordneten R. Chanina nichts Anderes als eine derve Zurechtweisung mit einer ironischen Anspielung auf die Bibelkenntniß des letzter», bedeuten möge, da außer den ebengenannten Stellen sonst nirgends im Talmud eine derartige Redensart für die Bekämpfung einer entgegengesetzten Meinung vorkommt. Irrthümlich übersetzt daher Pinn er diese Stelle in seiner Talmud-Ausgabe wie folgend: „Es saß R. Chanina und las (lehrte) [*op] vor R. Jannai, und saß und trug vor u. s. w." Allein erstlich müßte es ja bei der Uedcr- *) So heißt es fast in allen Ausgaben des Talmud Babli, und nur Dr. Pinner hat in seinem Talm. Tr. Bera- 'chot t)(e Lesart des Talmud Jeruschalmi Tr. Sabbat ac-ceptirt und den Ausdruck >S‘~p iOp p1E> gewählt. setzung „u nb l a aber nicht jop heißen. Zweitens geht aber auch schon deutlich aus Tr. Megilla 22 a und Tr. Taanit 27 li hervor, daß R. Chanina wirklich das Prädikat $Op geführt hatte, indem es dort heißt Wjpjn &?rp eop, und wo Rasch, in letzterer Stelle auch noch ausdrücklich hinzufügt Vvnp£> byi iTW. Auch Rab, Samuel und R. Jochanan werden in Tr. Aboda-Sara Karaim (Schriftgelehrte) genannt, ^NiDtyi 21V 'b y'OW ’N“ip NrPfiO pm' und den Vers qvq-j DODJJ inp paraphrasirt der Lalkut durch □'•niLD Q’Nlp DDDy inp. R. I. Wund erbar. Literarische Miscellen.!. Die Vorzüge Sora's. Nach der Erzählung des Nalan ha-Babli. „Das sind die Vorzüge, durch welche die soranische Hochschule über die zu Pum-Badita emporragte: 1) Es wurde der jedesmalige Gaon (— seit der Entstehung der Geonim —) nicht von der Hochschule Pum-Badita's, sondern von 'der zu Sora gewählt. 2) Wenn sich ferner die zwei Rektoren der Hochschulen bei dem Erikarchen in dem alten Lande in Babel versammelten, nämlich an dem für das Zusammenkommen bestimmten Sabbar, so liest der soranische Rektor mit seinem Rabdinen-Kollegium dem Exilarchen aus dem Gesetze vor, weil er der bevorzugte ist, während der Rektor Pum-Badita's zur Linken des Exilarchen sitzt. 3) Wenn die zwei Rektorin beim Exilarchen zur Tafel sind, so ist es der soranische Rektor, der das Brotbrechen beginnt und der das Tischgebet nach dem Mahle spricht. 4) Beim Aus- und Eingehen (beim Exilarchen oder anderswo) ist der soranische Rektor immer der erste, und selbst wenn der Pum - Baditäische ein achtzigjähriger Greis und der von Sora noch jung an Jahren ist. 5) Wenn sie einander gegenseitig Briefe zusenden, so schreibt der Rektor Pum-Badita's auf der Adresse: Npon pn npCT» tnm pmi ]inj pop Es möge gelesen werden dieses Schreiben vor dem Gaen und den Lehrern von Sora wahrend der soranische Rektor den Ehrentitel Gaon, wie es in diesem Falle ist, wegläßt. 6) Wenn der Exilarch aus dem Sefer Tora verliest, so steht der soranische Rektor als sein Turgeman bei ihm, während der zu Pum-Badita ruhig sitz; und schwelgt. 7) Wenn der Exilarch stirbt, so wird allt seine Macht und all sein Einkommen dem Rektor zu Sora übergeben, und der zu Pum-Badita hat daran fetten Theil. 8) Bon den Schuleinkünften hatte Anfangs die Hochschule Sora's zwei Theile und die von Pum-Badita nur dmii bekommen , aber bei dem Eintritt Kohen-Zedek's in Pum-Ba-

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