Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 11 (1850)
- Issue
- Heft 3 (19.1.1850)
- Date
- 1850-01-19
- Page
- Seite 11 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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11 h<ne?fbt>anblan0 ans Tageslicht aekommen, weiß ich ebensowenig als unser Gelebner von ihrem Geholt. — Nun aber ad c. Da giebrs un Lamenriren ohne Gleichen. 6 Preußische Universitäten besitzen zusammen oder einzeln nicht soviel Herz, ein winziges Pergamentdlatt für Geld abznlassen; be- , sftzen nicht soviel Deutschtlwm auf Hand und Schwur zu glauben, daß man ein Gelehrter sei; sind so durch und durch Preußisch, Alles Schwarz auf Weiß zu verlangenz kurz; Preuße und doch nicht Preußischer Doktor zu sein, das ist zum Verzweifeln! Doch halt, Preußen geht fortan-in Deutschland auf! Hin nach Gießen, Kiel, nach Jena. Leipzig, nach Prag und Würzburg. Da ist noch Biedersinn und Brudersinn und Bruderliebe. Hingcsandt wird Schrift und—Geld, und ein Diplom gar fein bestellt, und das Geld, der beste Läufer, bringt dem frommen, guten Käufer, nach einem Mond das höchste Gut, den schönsten, besten Doktorhut. Hiermit schlich ich heut mein lieber Leser und bringe dir im nächsten Artikel die Fortsetzung, dieselbe wird folgende Materien behandeln: 1) Keine Regel ohne Ausnahmen! — 2) eine Anfrage an die Gemeinden Jeschurens und ft) ein Recept für den Breslauer Korrespondenten. — *>.— Oesterreich. Prag, 4. Jan. In Nr. 50 des Literatur-Blattes zum Orient 1849 befindet sich wie ich erfahren und j dann au cf) zu lesen getrachtet, eine unrichtige Angabe in Bezug aus mich, an der kaum weiter etwas wahr ist, als daß ich 'mich eben hier bestndc, und von der 1 ich aus mehrfachen Gründen wünschen muß, hier durch Ihre Güte widerrufen zu sehen. Ich könnte mich nicht j darüber beklagen, wenn jene Korrespondenz aus Prag s gemeldet hätte, daß ich gestern den 3. Januar um eine außerordentliche Professur für allgenteinc Geschichte der Literatur eingeschritten bin, wie es in der That sich ver- ) hält, obwohl ich auch die Veröffentlichung dieses Umstandes , zumal bei einiger Unwahrscheinlichkeit deü Erfolgs, da es im Allgemeinen grundsätzlich ist, die Professoren aus der Reihe der Doeenten zu nehmen — nicht j wünschen kann; denn bei der nunmehrigen Mitwisseni schaff des philosophischen Professorenkollegiums ist dicß; nicht eben ein Gebeimniß. Aber die Bewerbung um eine Docentnr für hebräische Sprache hat m Bezug auf mich nicht den leisesten Hauch von Wahrheit; da ich, abgesehen davon, daß meine wissenschaftliche Richtung eine andere ist, von der Ucberflüssi'gkeit eines solchen '! Schrittes so gut wie Jemand überzeugt bin, nachdem ü auch Herr Dr. Kämpf die angesuchte Doeentur bereits erhalten und die Reihe der ,,Aspiranten" wohl auch noch nicht geschlossen ist. — M i ch hat wieder der Wunsch und das Verlangen meiner Eltern wenigstens für einige J Zeit hierher gebracht, (Ende September 49) und hielt ich cs dabei für meine Pflicht, hauptsächlich im Jn- 3 treffe meiner Eltern den neuen Zuständen Rechnung zu tragen. In meiner Eingabe an das Ministerium des Unterrichts stellte ich im Allgemeinen meine Kräfte.jitt Verfügung, und konnte dann nicht umhin, den in der Antwort gegebenen weitern Anknüpfungspunkt zu berücksichtigen , wie ich es denn auch in der mir entsprechenden Weise gethan habe. In wie weit überhaupt jetzt nach dem März 48 noch davon die Rede sein kann-, daß Hr. Pros. W. ,,die Bahn gebrochen," mag sein Panegyriker in müßigen Stunden erwägen. — Sehr wahr ist das ,,offene Wort" des Orients in Bezug auf die gerechten Ansprüche des Blattes und seine Wirksamkeit. Es konnte ein hübsches Kapitel für die modernen abgeben, die Erinnerung an die Leistungen der Literatur in der Berichtigung und Aufklärung der öffentlichen Meinung über Juden und jüdische Verhältnisse, als Vorbereitung und Begründung der gegenwärtigen Emaneipation; doch dürste das neue cmcypl eben so erfolglos bleiben wie es bei so Vielen das alte ist. Dr. Lo wo sitz. Leipnik, 3. Jan. Mit innigster Theilnahm« haben wir Ihr ,,Offenes Wort" im LB. Nr. 50 gelesen. Der von Wahrheit durchdrungene Inhalt und die herzergreifende Form dieses Aufsatzes hätte uns niedergeschlagen , wenn Sie uns nicht in Ihrer Botschaft von der Fortsetzung Ihres geschätzten Blattes Muth eingeflößt. Denn was Sie von Seite der unwissenden Partei des Rückschrittes im großen Umfange der Wissenschaft empfinden, dasselbe fühlen wir um desto schmerzlicher im kleinen Maßstabc. Wir stehen einer Partei entgegen, die von allen Seiten her nach den leider noch so spärlich bebauten Feldern der jüdischen Literatur dringt, und ohne Sinn und Gefühl für dieselbe, deren gänzliche Zerstörung und Auflösung herbeizufnhrcn trachtet, welche einstimmig rufet: ,,Verheeret, verheeret bis auf den tiefsten Grund I" und klagen deren Freunde auf Leib und Leben an. So sind wir z. B. Angenzengen, wie die Herren Unger und Boß, die mit unermüdetcn Kräften die Fackel der Bildung der hiesigen, mit dem Staar der Unwissenheit bebasteteu Jugend, vorantragen, denen es auch wirklich gelungen ist, manche Jünglinge zur Kenntniß der hebräischen und deutschen Sprache anzuseuern, deren Talente sonst im Keime ersticken und verkrüppeln müßten, wie nun diese für ihr edetmnthiges Bestreben, die herbsten Verläumdungen und Schmähungen von jener unverschämten Partei zum Lohne haben, und wie insbesondere Hr. Boß, wegen seiner bisher im ,,Orient" mitgetheiltcn, etwas humoristischen aber wohlgemeinten Aussätze, sich Verunglimpfungen gefallen lassen muß! Sie werden gewiß fragen, warum wird gerade in L. der Bildnngssinn so unterdrückt und gnnißhandelt, da doch die meisten Gemeinden Mährens seit kurzem von der rufenden Stimme der Kultur, sich aus dem tiefen Schlafe der