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Der Orient · 1850-01-01 · 1 (1.1.1850) · p. Spalte 9-10

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Journal
Der Orient
Volume
1850
Issue
1 (1.1.1850)
Date
1850-01-01
Page
Spalte 9-10 (sequence 5)
Language
German
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LS Studien. Michel Joseph Esq. Von Dukes. S muds jetzt — nachdem die Philosophie auch das Christenthum untergraben Hot — betrachten kann und muß. Derjenige, der dieS einst thun wird, wird sich ein allgemeines Verdienst erwerben, er wird einen wichtigen Beitrag zur Culturgeschichre der Menschheit liefern. Wenn der erste jüdische Theolog Eng-' lands sich dieses Verdienst erwerben wollte, wäre eS rühmlich und würde ihn und alle Juden ehren. Kurz gesagt, eine solche Antwort ist bis jetzt nicht erfolgt und wir wollen auf die nähern Ursachrn nicht eingehen, das Verdienst zur Antwort angeregt zu haben, gehört unbestritten Maie Josef an. Bedenkt man, daß derselbe den größten LH eil seines Redens Kaufmann war und nicht Gelehrter von Fach, so ist dies ein Grund mehr, die höchste Achtung für diese Bestrebungen auszusprechen. In religiöser — oder deutlicher ausgedrückt in kirchlicher Hinsicht, hielt der Verstorbene den Mittelweg. Manche Mitglieder des großen Clubbs, genannt -pon pND Dy (die Zahl der Mitglieder ist größer als man glaubt), haben dies sehr übel genommen. Es ist hier nicht der Orr auf dieses Capitel tiefer einzugehen, aber einigen Matadoren derselben Gesellschaft könnte man vorläufig hier die Frage vorlegen: ob denn nicht hebräisch verstehen auch ein Verdienst ist? Don ihren andern Verdiensten haben wir bis jetzt nichts gehört. Wir haben dem Leser einen geistreichen Mann vorgesührt, wir machen denselben jetzt auch mit einem cdeln und liebenswürdigen Menschen bekannt. Der Verstorbene war von Humanität begeistert, Gutes thun war vielleicht seine einzige Leidenschaft. Er that nicht nur selbst viel Gutes, sondern machte auch Andere Gutes thun, was gewiß ein doppeltes Verdienst ist. Angesehen bei den vornehmsten Männern der Londoner jüdischen Gemeinde, war es ihm ein Leichtes für edle Zwecke bedeutende Summen zu sammeln in der kürzesten Zeit. Ein lebendes Magazin von Bonmots und Anekdoten aller Art, jüdischer und deutscher, versüßte er den Gebern ihre Gabe und den Empfängern das Empfangene. Lächelnd reichte er seine Gaben, lächelnd empfing der Nehmende ohne das Bittere des Empfangens zu fühlen. Für literarische Zwecke besonders war er unermüdlich, bei allen seinen Freunden reiche Beiträge zu sammeln. Man kann ohne Uebertrubung sagen, daß seit einem halben Jahrhundert alle Personen, welche literarische Bestrebungen nach London geführt haben, durch ihn großtenrheils in den Stand gesetzt wurden, ihre Zwecke ganz oder zum Lheil erfüllt zu sehen. Er hatte auch selbst Alles, was seit 50— 60 Jahren erschienen war, sich angeschafft. Bis zu seinem Tode hatte derselbe die neuesten Bücher sich kommen und vorlesen lasten. Er war aus alle jüdischen Zeitschriften abonnirt« Mit einem Worte, er war -er Mittelpunkt für alle jüdisch-literarischen Bestrebungen. Der neuen geistigen Bewegung folgte der Ereis eben so eifrig als der ersten in seinen Jünglingsjahren. Wäre beim Anfang der neuen literarischen Bewegung, welche durch Rapaport undZunz herbeigeführt, und denen sich ein Kreis jüngerer Männer angeschlossen Hat, der Verstorbene noch jünger gewesen, die jüdische Gemeinde hätte jetzt gewiß eine gute Bibliothek und wahrscheinlich auch eine literarische Gesellschaft, nach Art der asiatischen und anderer ähnlicher Gesellschaften, wo man in dem nahen Oxford, manchen Schatz jüdischen Wissens zu Tage gefördert hätte, und das jüdische London hätte einen Theil des Ruhmes des gut christlichen Oxford theilen können durch die Bekanntmachung der Dokumente über die Geschichte der Juden. Es wäre Manchem eine Erholung gewesen und hätten den Christen wie den. Juden nützlich sein können Die Christen hätten erfahren, welch' eine große und schöne Literatur wir haben, und die Juden hätten erfahren, was ein jüdischer Gelehrter wirken kann, selbst wenn er nicht Rabbiner ist. Leider war der edle Mann schon zu hochbetagt und das Atter hotte schon seine Rechte zu sehr geltend gemacht, um noch für solche Zwecke viel wirken zu können. Die letzten Jahre verlebte der würdige Mann von allen Geschäften zurückgezogen, umgeben von drei ihres Vaters würdigen Söhnen, von denen zwei verheirathet sind, die mit ihren liebenswürdigen Gattinen sich bestrebten, dir letzten Lage des Greises zu versüßen. Der edle Greis mit dem jugendlichen Herzen starb hochgeehrt von den Vornehmen, tief betrauert von vielen Armen, besonders in der Klasse der Literaten. Sein Verlust in der Gemeinde ist noch nicht ersetzt und dürste nicht so bald zu ersetzen sein. Daß der Verstorbene Mitglied verschiedener Komitees von Wohlthärigkeitsanstalten war, hoben wir. dem Leser zu sagen gar nicht für nothwendig gehalten, da Männer wie ver Verstorbene ihr Amt ehren und nicht davon geehrt werden. Wir haben dem edlen Todten einige. Worte auf dessen Grabstein gesetzt. Sie mögen hier den Schluß dieser Zeilen bilden. . Wir haben nicht übertrieben, es sind nur Worte der ungeschminkten Wahrheit. Sie sind nur einfach, so einfach als das Leben des edlen Mannes selbst. w nmyi hd jrsf* y' din nu' iVn bsya nrn pxn nnn in^rai ipbn rwpni inm no^nn nro in , ron n^i b’m nV iroriN my cnnoo:! mu iPyao ipirp ij>ob ttb inio 'iNN TNttn cti( : * imc3 iw:i mi;n' 'o *) Ein anderes Gedicht über denselben haben wir gleich nach dessen Tode im Jewisch Chronicle avdrucken lasten, welches auch in diesen Blättern (1649 Nr. 14) sich findet.

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