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Der Orient · 1849-12-22 · Heft 51 (22.12.1849) · p. Seite 223

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 51 (22.12.1849)
Date
1849-12-22
Page
Seite 223 (sequence 5)
Language
German
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- 223 - ter unschuldige Reformen; aber in den Augen der Orthodoxie sind sie stark genug, um daran Anstoß zu nehmen und zu furchten, sich an denselben dm orient. Magen zu verderben. Man ist in Gn. sehr ausgebracht, den Dr. G. so zurückgesetzt Zu sehen; eS ist ,feit seiner Anstellung kein ähnlicher Fall vorgekommen. — In In n o wraz ta w wird jetzt durch den Dr. H irschfeld in der großen Synagoge daS Wort Gottes verkündigt. Der alte Rabbi entfernt sich während der Predigt. — In Rakel ist die zweite Klasse der jüd. Elementarschule dermaßen übervölkert, daß die Gemeinde sehr wohl daran thäte, einen dritten Lehrer anzustellen. Dieses Bedürfnis' wird ebenso dringend in Schneidemühl, Schönlanke, Chvdzesen, Wongrowitz, Cza r n i ka u re., noch dringender in P i n n e, S a inte r, Wöllstein , am dring eil steil aber in Nogase n gefühlt. — Doch was hiifts, wenn (vergl. Rr. 31) unsere Gemeinden aufgehört haben, sich um die Schule zu kümmern und-unsere Schulvorsteher nur noch da sind, den Lehrer zn chikaniren und dafür zu sorgen , daß-dieser sein Gehalt nicht pünktlich bekomme und in demselben wo möglich gekürzt würde? Beispiele ein andermal« W. Leipzig, 6. Dcbr. Es ist erfreulich, daß es auch die jüdischen Damen an Rührigkeit und Thätigkeit nicht fehlen lassen. Einen Beweis davon liefert folgende Aufforderung aus Hamburg, die wir hier folgen lassen. „Aufforderung des Hamburger Bildungsverein deutscher Frauen. Hamburg, den 5. Dcbr. 1849. Aus beifolgenden Hauptbestimmungen der Statuten unseres Vereins werden Sie ersehen, welche Zwecke wir uns vorgesetzt haben. Einen derselben, die von uns gestiftete H o ch s ch u l e f ü r das weibliche Geschlecht, empfehlen wir Ihrer ganz besonderen Beachtung und Theilnahme. Da diese Anstalt nur als eine Angelegenheit des ganzen deutschen Volkes ihre volle Bestimmung erreichen kann, ergeht von uns die Aufforderung zur Betheiligung an Alle, bei denen wir ein gleiches Streben mit uns voraussetzen können, und darum auch an Sie werthe Frau. Ihre Teilnahme Wnnen Sie . betätigen durch Verbreitung der Ideen, für die wir hier wirken, durch Empfehlung unserer Bildungsanstalr da, wo uns dadurch neue Schülerinnen zugeführt werden können, durch Ihren Beitritt zu unserm Verein als korrespondirendes Mitglied, indem Sie uns Ihren Wunsch in dieser Beziehung schriftlich mittheilen und sich zu einem jährlichen Beitrag von 2 Thlr. verpflichten,' wogegen Sie Ihre.Wünsche, Vorschläge von Verbesserungen und Anträge zur Berathung einsenden können und einen jährlichen Bericht empfangen; auch dadurch, daß Sie unter Ihren Freundinnen zu gleichem Strebem auffordern und auch Männer anregen, dieses Unternehmen durch jährliche Beiträge zu unterstützen, oder indem Sie uns Personen bezeichnen, an die wir uns in ähnlicher Weise wenden können. Indem ich Ihnen unfern Verein und seine erste Stiftung nochmals angelegentlich empfehle hochachtungsvoll die Ihrige Elise Meyer. Ihre etwaigen Mittheilungen für den Verein bitten wir Sie an den Vorsteher der Anstalt portofrei, unter der Adresse Herrn Prof. Karl Fröbel, holländischer Brook Nr. 25, Hamburg, zu senden oder durch irgend eine Gelegenheit, die Sie gewiß leicht finden, an mich selbst. Hauptbestimmungen der Statuten des allgemeinen Bildungsvereins deutscher Frauen. 1. Zweck. Verbreitung humaner Bildung ohne Rücksicht auf konfessionelle Unterschiede. 2. W ild u n g s mi t te£. Hochschulen für das weibliche Geschlecht, Kindergärten, Verbindung der Erziehung der Familie mit dem Unterricht der Schule, Armenpflege, Krankenpflege. 3. Stellung. Hamburg ist vorläufig der Sitz, des Ceritralvereins, welcher zur Förderung der allgemeinen Zwecke sich mit allen deutschen Frauenvereinen in Verbindung setzt. Diese schließen sich dem Cenlralverein an, indem sie sich zur regelmäßigen Unterstützurg der gemeinsamen Zwecke verpflichten. 4. Das erste gemeinsame Unternehmen ist die Stiftung einer Hochschule für Mädchen in Hamburg in Verbindung mit der Beförderung der Kindergärten. 5. Die Betheiligung anderer Vereine an diesem Zwecke wird durch die Bestimmung erleichtert, daß ein Verein Schülerinnen zur Aufnahme in die Hochschule empfehlen kann, denen der Vereinsbeitrag vom Honorar abgeschrieben wird. 6. Oekono mische M ittel. Jährliche Beiträge aller Mitglieder, jährliche und einmalige Beiträge von Nicht-Mitgliedern, jährliche Beiträge der Vereine an den Centralverein, Schenkungen aller Art zur Gründung eines Fonds für die verschiedenen Stiftungen. Anmerkung. Ein Bildungsverein sollte sich in jeder Stadt konstituiren, wenn auch nur wenige Frauen dazu bereit sind, und dem Centralvereine sich anschließen. Der Zweck ist: ein dringendes Bedürsniß der Zeit, und die Umstände begünstigen diese Art, durch Vereine für allgemeine Zwecke zu wirken. Die Hochschule für das weibliche Geschlecht,, tritt mit dem 1. Januar 1850 ins Leben. Dies Institut wird von Hrn. Professor Karl Fröbel aus Zürich und dessen Gattin Johanna Fröbel geborne Küstner geleitet; es werden in demselben Mädchen, die das 15. Jahr zurückgelegt ausgenommen und außer in allen höheren Wissenschaften auch in allen häuslichen Beschäftigungen unterrichtet. Auf Ihren Wunsch bin ich gern bereit, Ihnen die Staturen und den Lehrplan der Hochschule zuzusenden, die sich augenblicklich noch in den Händen des Druckers befinden. * Dieses erste großartige weibliche Institut zählt fast nur jüdische Damen zu seinen Begründern. Wir fragen aber: Wie wird das religiöse Element vertreten sein? Werden vielleicht die schwankenden weiblichem Sympathien maßgebend sein? Wird man das ganze Religionswesen auf jene

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